Preview
Die Zeit der aktuellen Konsolen-Generation neigt sich langsam dem Ende und auch Nintendos Wunder-Würfel kann sich gegen den Lauf der Zeit nicht wehren. Somit verdichten sich derzeit die Vermutungen, dass WWE Day of Reckoning 2 das wohl letzte Wrestlinggame für den Gamecube sein wird, was uns dazu veranlasst, das Spiel nochmals genau unter die Lupe zu nehmen. Der Vorgänger war vor allem in Sachen Gameplay und Multiplayer eine Bank, doch fehlten diverse Einstellungsmöglichkeiten, die WWE SmackDown! vs. RAW zu bieten hatte.

Die Fans hofften logischerweise auf Besserung, doch als von IGN eine Liste mit allen Matcharten im Internet auftauchte, zerplatzen viele Träume der Spieler wie Seifenblasen und Unmut machte sich breit. Wer nun auf eine Verbesserung der vorhanden Gimmick-Matcharten hofft, der wird leider auch hier enttäuscht. Es gibt kaum nennenswerte Änderungen in den vorhandenen Spielarten, in denen sich die Muskelprotze mit halsbrecherischen Aktionen traktieren könnten. Das Roster wurde im Vergleich zum Prequel minimal aufgestockt. Chris Masters, Eugene oder Kenzo Suzuki ergänzen die Standard-Wrestler wie Triple H, Chris Jericho oder The Undertaker und summa summarum gibt es nun 35 Wrestler und vier Diven.
Bisher eigentlich nichts Neues, aber am Gameplay wurde wieder fleißig getüftelt und es gibt einige neue Features wie z.B. das Stamina-Meter oder das Submission-System. Das Stamina-System ist das wohl wichtigste und am ausgereiftesten, denn umso voller die Stamina-Anzeige ist, umso mehr Power habt ihr, was sich auch auf die Härte der Moves auswirkt. Ist die Anzeige so gut wie leer, sollte der Wrestler eine kurze Verschnaufpause einlegen, um später wieder aus dem Vollen schöpfen zu können. "Erholen" bedeutet aber nicht gleich "in der Ringecke stehen und nichts tun", denn jetzt kommt das Submission-System ins Spiel. Sobald ein Submission-Move angesetzt wird, erscheint eine Anzeige mit vier verschiedenen Möglichkeiten, wie der Move ausgeführt werden soll. Diese Optionen beeinflussen ebenfalls das eigene Stamina-Meter, also sollte genau darauf geachtet werden, welche Option (Rest Hold, Taunt, Submit oder Drain) die sinnvollste ist. Diese beiden Features sind definitiv eine Bereicherung für das Gameplay und ergänzen sich perfekt. Zusätzlich zu diesen neuen Features gesellen sich noch das altbekannte Weight-Detection-System und die körperspezifischen Schadenszonen. Diese vier Features bilden das Grundgerüst des Gameplays, um das sich alles aufbaut. Wer WWF No Mercy für das Nintendo 64 mochte, wird WWE Day of Reckoning 2 lieben.

No Mercy hatte vor allem ein starkes Gameplay, grafisch aber wurde der Spieler nicht verwöhnt, was aber auch an der Konsole lag. In der heutigen Zeit erwartet der Spieler einen gewissen Grafikstandard, der hier allerdings deutlich übertroffen wird. Die Wrestler sind originalgetreu nacherstellt worden, die Zuschauer sind erstmals komplett in 3D und die Animationen suchen ihres Gleichen. Nie zuvor sahen die Moves so flüssig aus wie in WWE Day of Reckoning 2 und erstmals darf auch die Kamerasicht während eines Matches geändert werden. Insgesamt stehen drei verschiedene Ansichten zur Verfügung, die dem Spieler ermöglichen, den favorisierten Kamerawinkel zu verwenden. Die rasanten Kamerafahrten und die Zwischensequenzen, wenn ein Wrestler z.B. zu bluten anfängt, bleiben stets erhalten.
Eine nicht weniger wichtige Rolle nimmt inzwischen der Create-a-Wrestler-Modus ein. Der Spieler hat die Möglichkeit, seinen eigenen Wrestler zu erstellen, was auch für den Story-Mode nötig ist, und ihn bis an die Spitze der WWE zu führen. Hierbei stehen wieder 1001 Möglichkeiten parat, um dem Kämpfer den individuellen Touch zu verleihen. Nicht nur die Kleidung kann beliebig angepasst werden, sondern auch das Moveset und der Entrance darf frei gestaltet werden. Der Spieler hat z.b. die Möglichkeit, den Wrestler mit dem besten Freund des Menschen zum Ring laufen oder im Pimp-Style mit Lowrider zum Ring fahren zu lassen. Alles in allem machte der CAW-Mode einen sehr guten Eindruck. Zwar sind die Ladezeiten ein bisschen lang, aber dies könnte auch an der frühen Version gelegen haben. In der finalen Version sollten diese reduziert werden. Wer sich einen besseren Überblick über den CaW-Mode verschaffen will, der sollte in unsere Video-Sektion schauen, denn dort wartet ein mehrminütiges Video auf euch.
Fazit:
WWE Day of Reckoning 2 bietet theoretisch alles, was ein Spieler erwarten kann. Ein aktuelles Roster, ein fantastisches Gameplay und eine geniale Grafik. Das Problem ist bloß, dass dies alles, wenn auch mit Einschränkungen, schon im Vorgänger enthalten war. Es gibt nur wenige Verbesserungen, wenn man vom Gameplay und der aufpolierten Grafik mal absieht. All jene, die Day of Reckoning nicht gespielt haben, werden mit Day of Reckoning 2 hoch zufrieden sein, alle anderen werden vielleicht ein wenig enttäuscht sein, da das meiste noch sehr an den Vorgänger erinnert. Da es sich aber bei der auf der Games Convention anspielbaren Version, noch nicht um eine fertige Version handelte, ist es durchaus möglich, dass sich bis zur Finalen Version noch etwas ändert.