Test: Backyard Wrestling 2: There Goes the Neighborhood
Vor knapp einem Jahr wurde Backyard Wrestling: "Don't try this at home" auf den Markt geworfen. Das Spiel heimste durch die Bank schlechte Kritiken ein, welche nicht einfach aus der Luft gegriffen waren, sondern ihre Berechtigung besaßen. Etwas mehr als zwölf Monate sind vergangen und Eidos veröffentlichte kürzlich Backyard Wrestling 2: "There Goes The Neighborhood", was ziemlich frei übersetzt "da verschwindet die Nachbarschafft" heißt. Ob die Nachbarn wussten, was ihnen bei diesem Spiel blüht, oder ob ihre Flucht unberechtigt war, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.
Minimalismus
"Don't try this at home" glänzte vor allem durch das nicht Vorhandensein von abwechslungsreichen Spielmodi. Lediglich 1-vs.-1 war verfügbar und man sollte meinen, dass auf die Kritiken der Gamerwelt eingegangen wird, um das Produkt zu verbessern. Paradox Entertainment hat entweder von dieser Theorie noch nie etwas gehört, oder ihnen war es schlicht und einfach egal. Im Sequel ist wieder nur diese eine Spielvariante vertreten und die Multiplayervarianten, die im 1. Teil wenigstens für etwas Multiplayerspaß gesorgt haben, wurden komplett entfernt. Lediglich durch den Karriere-Mode, bei dem es darum geht, eine Million Dollar zu gewinnen, kommt ein Hauch von Abwechslung auf, allerdings muss vorher ein Backyarder via "Create a Wrestler"-Mode erstellt werden, welcher nicht dem aktuellen Standard entspricht.
Zwar kann man den Kämpfer von Kopf bis Fuß einkleiden, allerdings lässt die Auswahl und die individuelle Gestaltung des Charakters zu wünschen übrig. Die vorgefertigten Frisuren, Kleidungsstücke und Tattoos entsprechen meist nicht den eigenen Vorstellungen, was den Spaß am "Create a Wrestler"-Mode auf den Nullpunkt sinken lässt. Ist der eigene Wrestler fertiggestellt, stehen anfangs drei der insgesamt zehn Backyards zur Verfügung, in denen zuerst Jobber besiegt und Aufgaben gelöst werden müssen, bevor man einen echten Backyard-Superstar vor die Flinte bekommt. Die Aufgaben bestehen zum Großteil daraus, verschiedene Kampfvariationen auszutüfteln und die Steuerung zu erlernen. Eigentlich eine gute Idee, allerdings wurde diese ziemlich lustlos umgesetzt, da die Aufgaben sich ständig wiederholen und es wie gesagt nur eine Matchart gibt. Einziger Anreiz, den Karriere-Mode erfolgreich zu beenden, bleibt das Freispielen diverser Videos und Accessoires für den CaW-Mode.
Brutalität ist nicht alles
Auch am Gameplay des Vorgängers wurde nochmal Hand angelegt. Die Spielgeschwindigkeit wurde verringert und die Umgebungen können noch mehr mit ins Geschehen einbezogen werden. So ist es nun durch Enviro-Mental-Würfe möglich, den Gegner durch Tische zu befördern, in Toiletten zu tunken oder in heißes Fett zu tauchen. Wer eher auf den Einsatz von handlichen Gegenständen steht, dem wird ein riesiges Repertoire an sadistischem Spielzeug zur Verfügung gestellt. Die Gegner können mit Kettensägen, Bohrmaschienen, Rasenmähern und anderen lebensbedrohlichen Utensilien bearbeitet werden, bis die Energieanzeige komplett erloschen ist. Um dem Spiel ein Quentchen Realismus einzuhauchen, wurde ein Reversalsystem eingebaut, das allerdings mehr Glück als tatsächliches Können vorraussetzt. Beim Ansatz der Aktion des Gegenspielers muss exakt die gleiche Aktionstaste gedrückt werden, um den Move zu kontern, was bei vier Tasten immerhin eine Konterchance von 25% ergibt.
Licht am Ende des Tunnels
Ein wirkliche Verbesserung ist eindeutig die Grafik. Die Wrestler sehen deutlich besser aus als die Protagonisten im Vorgänger und auch die Umgebung wurde um ein paar Polygone aufgestockt. Die Animation der Wrestler und insbesondere der spektakulären Moves ist verhältnismäßig gut gelungen, allerdings enthält auch die Grafik so manche Fehler. Clippingfehler sind nicht die Seltenheit und die selbst erstellten Kämpfer glänzen, als seien sie frisch aus Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett entlassen worden. Leider wurde komplett auf Gesichts- und Haaranimationen verzichtet, was derzeit bei Wrestlingspielen immer mehr zum Standard wird. Schön anzusehen sind wiederum die Kameraperspektiven bei der Ausführung mancher Enviro-Mental-Moves. Alle Anzeigen auf dem Bildschirm verschwinden und nur die beiden Kontrahenten werden bei der Arbeit gezeigt. Alles in Allem reizt Backyard Wrestling 2 die grafischen Möglichkeiten bei weitem nicht aus und deshalb ist auch der Bewertungspunkt Grafik eher Mittelmaß.
DJ on the rocks
Wie auch im Vorgänger ist der Sound das beste Segment im Spiel. Über 50 namhafte Artisten wie Mudvayne, Hoobastank, Dropkick Murphys oder die Insane Clown Posse haben den Weg ins Spiel gefunden. Wem der bunte Mix aus Hip Hop, Metal und Punk nicht gut genug ist, der darf sich in der Xbox-Version auch seine eigene Playlist zusammenstellen. Via Xbox-Festplatte können die Lieblingslieder ins Spiel eingebunden werden und auf Knopfdruck während eines Kampfes abgespielt werden. Wie in jedem Bereich des Games wurde auch im Sound gepatzt. So kommt es bei jedem Kampf zu Tonaussetzern, was auf die Dauer nervt. Diese Tonpatzer waren auch schon im Vorjahres-Prügler enthalten und dürften jedem beim Testspielen auffallen.
Verbesserungen?
Normalerweise dient das 1. Spiel als eine Art Basis, auf welcher in den nachfolgenden Teilen aufgebaut und ein Feature nach dem anderen hinzugefügt wird. Aber was ist heutzutage schon normal? Backyard Wrestling 2 ist ein eindeutiger Rückschritt, welcher einfach hätte vermieden werden können. Matchvielfalt, Gameplay und der "Create a Wrestler"-Mode zeigen deutliche Mängel und müssen bei einem möglichen Nachfolger unbedingt verbessert werden, ansonsten sehe ich die Nachbarschafft auch bei Teil 3 der Serie die Flucht ergreifen.
| Wertung: Backyard Wrestling 2: There Goes the Neighborhood |
| Hersteller |
Eidos Interactive |
| Entwickler |
Paradox Development |
| System |
  |
| Altersfreigabe |
ab 16 |
| Umfang |
20+ Wrestler |
| Grafik |
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| Sound |
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| Gameplay |
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| Singleplayer-Spielspaß |
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| Multiplayer-Spielspaß |
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Pro Custom Soundtrack -
Interaktive Umgebung - |
Contra - Fehlende Abwechslung
- Gameplay
- Karriere-Mode |
| 5.3/10 |
| Aus einem soliden Vorgänger wurde ein spaßtötendes Spiel gemacht. Nur für blutsüchtige Wrestlinggamefans anspielbar, für alle anderen nicht empfehlenswert. |