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Test: Backyard Wrestling: Don't Try This at Home

Die einen hassen es, die anderen lieben es. Kein anderer "Sport" hat so viele Gegner und ist zugleich so beliebt. Die Rede ist vom Wrestling. Wer das Wort Wrestling hört, verbindet Muskelpakete, die in einem Ring herumhüpfen und riskante Flugmanöver performen. Jeder geglückte Move wird von den Fans in den meist gut gefüllten Hallen bejubelt. Das es auch anders geht, beweisen die Backyarder, die in den USA sich immer größer werdender Beliebtheit erfreuen. In Hinterhöfen tragen sie ihre Kämpfe aus, die meist sehr blutig enden. Das scheint anzukommen und so war klar, das es irgendwann ein Videospiel dazu geben musste. Mit Backyard Wrestling: Don´t try this at Home veröffentlichte Eidos nun für die PS2 und die Xbox ein umstrittenes Game, in den meisten Tests, sahnte BYW eher ernüchternde Kritiken ab, wie es bei uns abschneidet, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Review.

Bärbel Schäfer oder Oliver Geissen?

Da Backyard Wrestling, kein normales Wrestlinggame ist, gibt es auch keinen normalen Seasonmode. Ersatz hierfür ist der "Talkshow Mode". Hier spielt man verschiedene Wrestler, Arenen, Bonusspiele und Videos frei. Um die Goddies freizuspielen muss man innerhalb der Matches einige Aufgaben lösen. So muss z.B. ein bestimmter Schaden mit den Waffen erzeugt werden oder man muss am Ende des Segments eine bestimmte Anzahl an Reversals durchgeführt haben. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Besonders für die Reversals benötigt man ein exaktes Timing, denn wenn man einen Moment zu früh versucht den Move zu blocken, ist all die Mühe umsonst und der Gegner kann seelenruhig den Treffer landen. Ein Segment besteht aus ca. 3-4 Matches, die alle in der selben Umgebung stattfinden. Nachdem alle Gegner besiegt wurden, sieht man immer wieder Ausschnitte aus einer Talkshow, die als Thema Backyard Wrestling beinhaltet. Ohne Gäste wäre eine Talkshow bekanntermaßen sinnlos und so ist es auch hier. In jedem Ausschnitt werden Gäste vorgestellt, die von Backyardern angegriffen wurden oder in irgendeinem Zusammenhang zu Backyard Wrestling stehen. So kommen z.B. die ICP oder auch Santa Claus in die Show. Innerhalb der Show sind einige lustige Szenen eingebaut worden, die man sich auch 2-3 mal anschauen kann, danach aber langweilig werden. Leider ist es egal wie oft man den Mode neu beginnt, es kommen immer die selben Segmente, so dass man diese nach dem 2 oder 3. mal wegdrückt, was nicht heissen soll, das der Mode schlecht ist. Eine gelungene Abwechslung zu den normalen Schaukämpfen ist es auf jeden Fall.

Nachmachen verboten

Wer nicht unbedingt den Talkshow Mode spielen will, der kann im Schaukampf Modus die Fäuste bzw. die Waffen sprechen lassen. Leider kommt es hier zu einem der großen Minuspunkte im Spiel. Es gibt nur eine Matchart, die logischerweise 1 vs. 1 ist. Ein bisschen mehr hätte es da schon sein dürfen, denn die Frage ist natürlich, wie lange man sich für eine einzige Matchart begeistern kann. Zum Glück gibt es da ja die verschiedenen Umgebungen, die den Spielspaß letzendlich doch ansteigen lassen. Insgesamt gibt es 7 verschiedene Bereiche, in denen massig Schlagutensilien herumliegen und einige Überraschungen beherbergen. Man sollte einfach immer versuchen so viel wie möglich kaputt zu machen, denn dann kann es schon mal passieren, das ein wütender Biker, samt Baseballschläger, aus der Bar kommt und jedem, der ihm zu Nahe kommt eine überzieht. In den Umgebungen gibt es fast nichts, das nicht kaputt geht oder als Waffe benutzt werde kann. Ihr wollt einen Tisch oder eine Matratze in Flammen stecken? Ihr wolltet schon immer auf ein Dach klettern und euch auf euren Gegner stürtzen? Kein Problem. Fast alles ist möglich. Natürlich stehen eurem Gegner die selben Optionen offen, von denen er regelmäßig Gebrauch machen wird.

Burn baby, burn

Hat man dann doch genug von den "normalen" Backyardfights, so findet man unter Bonusspiele 3 Möglichkeiten um seinem Widersacher mit sadistischen Aktionen in die Knie zu zwingen. Im Survival Mode, muss man möglichst viele Gegner besiegen, ohne selber KO zu gehen, hierbei muss besonders auf die Energieleiste geachtet werden, da diese nur ein Stück weit nach einem Sieg wieder aufgefüllt wird. Der Survival Mode ist allerdings der einzige Bonusmode, den man alleine gegen die CPU spielen kann. Für "King of the hill" und "Abklatschen" benötigt man einen menschlichen Mitspieler. Die Regeln der beiden Modi sind denkbar einfach. Bei "King of the Hill" muss der Gegner erst betäubt werden, daraufhin muss man in ein Feld rennen, das in der Umgebung platziert ist. Sobald man im Feld ist und der Gegner noch außerhalb des Feldes, fängt er an zu brennen und verliert somit an Energie. Betritt er das Feld, geht das Ganze von vorne los, bis einer der beiden Spieler am Ende seiner Kräfte ist. Bei "Abklatschen" ist das Spielprinzip nicht viel anders. Um seinen Gegner zu schwächen, muss man ihn zu Fall bringen. Daraufhin fängt er an zu brennen und zwar solange, bis der andere Spieler selber zu Boden geslamt wurde. Negativ fällt hierbei auf, dass man nicht alle 3 Modi für Singleplayer zugänglich gemacht hat und im Survival Mode die Hinterhöfe nicht frei auswählbar sind.

Wer sich das ein oder andere Video zu Backyard Wrestling angesehen hat, weiß was ihn in dem Spiel erwartet. Die Akteure rennen wild umher und versuchen mit halsbrecherischen Moves den Gegner zur Strecke zu bringen. Sprich, das Gameplay ist extrem actionlastig und dies hat zu Folge, dass man doch das ein oder andere Mal von einem Move zu Boden geschmettert wird, obwohl man eigentlich im sicheren Bereich sein sollte. Mit der Zeit hat man sich an diese Situation gewöhnt und spätestens ab dann, macht das Spiel Spaß. Ein Hauch von Realismus bringt das Reversalsystem ins Spiel, denn hier is ein ein perfektes Timing gefragt, um die Moves zu kontern. Dabei ist der Zeitpunkt bei jedem Move unterschiedlich. Ganz ohne Hilfe wäre dies ein unmögliches Unterfangen, deshalb hat Eidos eine kleine Hilfe eingebaut. Wenn der richtige Zeitpunkt zum kontern gekommen ist, blinkt euer Wrestler kurz auf.

Abwechslung für die Ohren

An der Grafik gibt es im allgemeinen nicht viel zu bemängeln. Ausreizen tut sie die Xbox allerdings bei weitem nicht. Die Umgebungen und die Kämpfer sehen ordentlich aus und auch an den Animationen gibt es nichts zu meckern. Nur das Feuer und die rote Lebensflüssigkeit hätte etwas detailierter sein dürfen. Schade ist ebenfalls, das die zerbrochenen Tische oder verbogenen Eisenstangen nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Bei der Grafik wurde gekleckert, dafür wurde beim Sound geklotzt. Der Sound des Spiels ist bis auf einige Außnahmen überragend. Knapp 40 Songs wurden mit auf die DVD gepresst, die man während eines Kampfes per Knopfdruck wechseln kann. Unter den Interpreten befinden sich nicht nur unbekannte Bands. So sind z.b. die Metalgiganten Sepultura, oder die Punkband Sum 41 mit von der Partie. Klar ist auch, das die Insane Clown Posse sich nicht lumpen lässt und ganze 5 Songs zum Spiel beigesteuert hat. Da es so viele Lieder sind, hat man extra eine eigene Jukebox mit ins Spiel integriert. Wer möchte, kann sich die Lieder auch auf die Festplatte der Xbox rippen, und sie z.B. in anderen Spielen als Hintergrundmusik verwenden. Auffallend ist allerdings, das manche Moves nicht mit einem passenden Aufprallton versehen wurden. Man hört anstatt einem Aufprall nur die Hintergrundmusik. Leider ist das nicht die Seltenheit und das trübt das Gesamtbild.

Weniger = mehr?

Als letztes wäre da noch der CaW Mode zu erwähnen. Normalerweise legen die Entwickler extrem viel Wert auf den CaW Mode, Eidos tat dies nicht. Man kann nicht mal seine eigene Kleidung aussuchen, sondern muss aus vorgegebenen Wrestlermodellen auswählen. Insgesamt gibt es 15 Modelle, für die es jeweils 12 verschiedene Outfits gibt. Ein Fehler, der schon DefJam teuer zu stehen kam.

Abschließend bleibt eigentlich nur zu sagen, das das Spiel von den meisten Leuten einfach unterbewertet wurde. Grund hierfür ist, das man das Spiel mit normalen Wrestlinggames aus dem Hause THQ und Acclaim vergleicht. Sicher ist das Spiel nicht unbedingt etwas für jederman, besonders Fans von realistischen Spielen sollten die Finger von diesem Titel lassen. Gamer, die kein Problem damit haben, das viele Moves unrealistische Ausmaße annehmen, die sollten sich den Titel vielleicht mal etwas näher anschauen.

Wertung: Backyard Wrestling: Don't Try This at Home
Hersteller Eidos Interactive
Entwickler Paradox Development
System PlayStation 2XBox
Altersfreigabe ab 16
Umfang 20+ Wrestler
Grafik
Sound
Gameplay
Singleplayer-Spielspaß
Multiplayer-Spielspaß
Pro
Guter Sound -
Gelungener Multiplayermode -
Interaktive Umgebung -
Contra
- Mittelmäßige Grafik
- Kaum Abwechslung
- Schlechter CaW Mode
6.6/10
Backyard Wrestling weiss in einigen Bereichen zu überzeugen, hat aber auch unübersehbare Schwächen. Deshalb sollte man vor dem Kauf Probe spielen.
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