Test: Def Jam Vendetta
Die letzten Wrestlinggames der Firma Electronic Arts, hatten etwas gemeinsam. Sie lagen nach ein paar Tagen in der Ecke, da sie mit der Konkurrenz in Sachen Gameplay und Spielspaß nicht mithalten konnten. Alle guten Dinge sind drei dachten sich die Mannen aus Kanada und starteten einen neuen Versuch. Hierfür wurde das Entwicklerteam der Firma Kodiak über Board geworfen und die renomierten Arbeiter aus dem Land der aufgehenden Sonne des Hauses AKI an Land gezogen. Allein der Name AKI sollte inzwischen für Wrestlingfans Grund genug sein, hellhörig zu werden, denn schließlich produzierten sie auf dem Nintendo 64 Meilensteine in Sachen Wrestlinggames. Ob sie ihre damalige Arbeit nochmals toppen können, oder ob es statt einem Meilenstein einen Rückfall in die Steinzeit gibt, erfahrt ihr jetzt.
Frauen...
Wie jedes gute Wrestlingspiel besitzt auch Def Jam Vendetta einen Storymode, der zwar linear verläuft, aber eine fesselnde Story besitzt. Lange Zeit galt man im Underground-Fighting-Geschäft als die Nummer Eins, allerdings tauchte ein Typ namens D-Mob auf und versuchte euch den Titel streitig zu machen. Dies gelang ihm und neben dem Titel, verlor man an Respekt, Ansehen und letztendlich verlor man das Wichtigste im Leben, seine Freundin. Ausgepumpt und enttäuscht wird sich aus dem Underground-Business zurückgezogen, bis eines Tages eine SMS des alten Kumpels Manny auf dem Messenger-Display erscheint. Er kann aufgrund einer Verletzung nicht an einem Kampf teilnehmen, ist allerdings auf das Preisgeld angewiesen, da er bei D-Mob in der Kreide steht und nun bittet er dich für ihn in die Bresche zu springen. Nach den ersten Kämpfen für Manny hast du wieder Blut geleckt und willst zurück an die Spitze, D-Mob kräftig in den Allerwertesten treten und vorallem Angel, deine Ex-Freundin zurückgewinnen.
Als Charaktere für den Storymode dienen nicht etwa die Musiker aus Übersee, sondern vier unbekannte Kämpfer, deren Fähigkeiten überschaubar sind. Diese Fähigkeiten gilt es während des Story-Mode aufzustocken, um im späteren Verlauf mit den Hip-Hop-Größen mithalten zu können. Umsont ist der Tod und der kostet das Leben, besagt ein altes Sprichwort, was sich bei den Attributen exakt widerspiegelt, denn diese müssen mit der hart verdienten Kohle eingekauft werden. Da das Leben alleine manchmal ziemlich öde ist, gesellt sich pro Gebiet eine weitere Dame an eure Seite, was der aktuellen Freundin natürlich nicht in den Kram passt. Um zu entscheiden wer die zukünftige Frau an deiner Seite wird, tragen die beiden Kontrahentinnen einen Fight aus, in dem ihr eine von beiden steuern dürft. Pro gewonnen Kampf, werden Bilder eurer Herzensdame freigeschaltet, die dann in der Gallerie bestaunt werden können. Neben den Bildern, können auch Wrestler, die noch nicht von Anfang an anwählbar sind, wie Method Man, Redman oder Ludacris freigeschaltet werden. Leider mangelt es dem Story-Mode an Abwechslung, da die meiste Zeit nur 1 vs. 1 oder maximal 2 vs. 2 Kämpfe bestritten werden, dennoch macht der Story-Mode Spaß und stellt eine gelungende Abwechslung zu den normalen Exhibition-Matches dar.
Altbewertes
An Matcharten mangelt es an allen Ecken und Enden, denn gerade mal sechs verschiedene Möglichkeiten sind verfügbar um den Gegner in Grund und Boden zu stampfen. Glücklicherweise waren bei Def Jam Vendetta die Gameplay-Meister aus dem Hause AKI am Werk, was man schon beim ersten Kampf bemerkt. Es macht richtig Spaß seine Gegner mit den verschiedenen, teilweise realistischen, teilweise unrealistischen Moves nach Strich und Faden zu verdreschen. Das geschulte Auge eines Wrestling-Fans, wird auch den ein oder anderen Wrestlingmove finden, denn der Großteil der Moves wurde bei den Muskelpaketen der WWE & Co. abgeschaut. Da es sich nicht um ein gewöhnliches Wrestlinggame handelt, wurden auch etliche fiktive Moves mit ins Spiel eingebaut, die in der Realität zu schweren Knochenbrüchen führen würden. Besonders die Finishing-Moves wurden extrem unrealistisch in Szene gesetzt, was aber nicht bedeutet, dass dies spaßbremsende Auswirkungen auf das Spiel hat. Ein Finishing-Move, muss aber erst hart erkämpft werden, denn die Momentum-Anzeige muss komplett aufgefüllt sein, um die halsbrecherische Aktion ausführen zu können. Hierbei gilt folgender Grundsatz: Umso stärker der ausgeführte Griff, umso höher steigt die Anzeige an. Allerdings lassen sich nicht gleich zu Beginn des Matches die harten Aktionen zeigen, denn der Gegner sollte vorher mit den schwächeren Moves auf die bevorstehende Niederlage vorbereitet werden.
Alles andere als eine Niederlage ist die Grafik, denn auch hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Nicht nur die Charaktermodelle sind auf oberem Playstation2-Niveau, sondern auch die Arenen wurden sehr detailiert gestaltet. So sieht man z.B. im Hintergrund leicht bekleidete Frauen tanzen oder Barkeeper beim alltäglichen Ausschank von Spirituosen. Auch die Animationen der spektakulären Moves, sind AKI sehr gut gelungen, da man kaum Clippingfehler oder sonstige Grafikbugs erkennt. Auch in Sachen Sound, hat man sich nicht lumpen lassen und presste zahlreiche Hits der enthaltenen Musiker auf die DVD. So steuerten beispielsweise DMX oder Redman Songs zum Soundtrack hinzu, der logischerweise zu 100% aus Hip Hop besteht.
And the winner is...
Alles in allem ist Def Jam Vendetta ein richtig gutes Game, allerdings mangelt es an Matcharten, Backstage-Arenen und einem "Create a Wrestler"-Mode. Diese Mängel würden in den meisten Fällen zu einer Bewertung jenseits von Gut und Böse führen, was aber durch das nahezu perfekte Gameplay und den guten Story-Mode verhindert wurde. Prügel-Fans, die eine Playstation 2 oder einen Gamecube besitzen, werden von EA und AKI nicht enttäuscht und dürfen sich auf ein Spiel mit hohem Spaßfaktor freuen.
| Wertung: Def Jam Vendetta |
| Hersteller |
Electronic Arts |
| Entwickler |
AKI |
| System |
  |
| Altersfreigabe |
ab 16 |
| Umfang |
45 Kämpfer |
| Grafik |
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| Sound |
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| Gameplay |
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| Singleplayer-Spielspaß |
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| Multiplayer-Spielspaß |
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Pro Starkes Gameplay -
Gute Grafik -
Hoher Spaßfaktor - |
Contra - Wenig Matcharten
- Kein CaW-Mode |
| 8.2/10 |
| Def Jam Vendetta setzt wieder neue Maßstäbe in Sachen Gameplay. Besonders im Multiplayer-Mode sind lange Mehrspielerabende gesichert. Für jeden Wrestlinggame-Fan ein Pflichtkauf. |