Test: EA Sports MMA
EA Sports MMA, aus der hauseigenen Schmiede, ist definitiv ein Spiel der Kategorie Konkurrenz. Konkurrenz für einen Riesen im virtuellen MMA Sport, ein Riese namens UFC Undisputed 2010 aus dem Hause THQ. Wer hat nicht schon einmal davon gehört? Die UFC, der größte und wohl mächtigste MMA Verband auf unserem Planeten. Aber was ist MMA überhaupt? MMA steht für Mixed Martial Arts und bezeichnet eine Kampfkunst, die mehrere Kampfkünste miteinander vereint. Es wird also selten langweilig, da die Vielzahl der Techniken, die die Kämpfer einsetzen können um ihren Gegner zu besiegen, stets für Spannung und Unterhaltung sorgen. Aber kann EA Sports MMA diese Spannung und Unterhaltung auch einfangen und so den Spieler vor dem heimischen Bildschirm fesseln? Das und mehr erfahrt ihr in unserem Review.
Wo ist Chuck?
Der wohl auffälligste Unterschied zum Konkurrenten ist das vollkommen andere Roster von EA Sports MMA. Wärend man große Namen des MMAs wie Chuck Liddell, Anderson Silva, Matt Hughes usw. vergebens sucht, stößt man bei der Kämpferauswahl auf Leute wie Shinya Aoki, Jason Miller und Fedor Emelianenko. Kenner der Szene wissen mit diesen Namen sicher etwas anzufangen. Es handelt sich hier nämlich um MMA-Kämpfer aus anderen Verbänden als der UFC. Hier tauchen Organisationen wie Strikeforce, Mystic und Liga De Combate auf. Warum wurden keine Kämpfer der UFC ins Spiel eingefügt, fragt sich jetzt vielleicht der ein oder andere. Nunja, das liegt auf der einen Seite an den Lizenzrechten, auf die jeder Entwickler zu achten hat, und auf der anderen Seite an den Kämpfern selbst, ob sie sich digitalisieren lassen möchten.
Dennoch bietet EA Sports MMA insgesamt eine passable Auswahl von rund 60 Kämpfern an, die sich auf fünf verschiedene Gewichtsklassen verteilen. Zum Vergleich, UFC Undisputed 2010 stellt etwas über 100 Fighter zur Auswahl. Erwähnenswert und interessant für UFC Fans ist, dass Randy Couture und Dan Henderson offiziell im Spiel vertreten sind.
Das Gameplay macht den Unterschied
EA Sports MMA unterscheidet sich nicht nur in der Kategorie Roster von seinem Konkurrenten, sondern auch in allen anderen Belangen. Allem voran seinem Gameplay. Im Spiel hat man die Wahl zwischen zwei Steuerungsvarianten, der "Klassisch"-Variante und der "Total Strike-Steuerung". Diese beiden Varianten unterscheiden sich grundlegend, sodass jeder für sich selbst herausfinden muss, welche am besten zu ihm passt.
Der wesentliche Unterschied besteht darin, wie man seine Schläge und Tritte ausführt. Bei der klassischen Steuerung werden die Buttons zum Angreifen benutzt, wärend man bei der "Total Strike-Steuerung", ähnlich wie bei der bekannten "Total Punch-Control" aus der Fight Night Franchise, seine Angriffe mit dem rechten Analogstick ausführt. Ein linker Jab wird so beispielsweise mit einer diagonalen Bewegung des Analogsticks nach links oben ausgeführt, wohingegen ein rechter Haken mit einer viertel Drehung des Sticks von drei auf zwölf Uhr abgefeuert wird. Zum Ausführen von Kicks dient hier ein entsprechender "Kick-Modifikator", der entsprechend analog gedrückt werden muss. Die Buttons dienen hier zum Durchführen von Takedowns, Clinches und um sich zu befreien.
An dieser Stelle sei gesagt, dass UFC Veteranen, also Spieler mit einem UFC Undisputed Hintergrund, vermutlich mit der klassichen Variante besser bedient seien dürften, da sie der Steuerung des Konkurrenten durchaus ähnlich ist. Die Buttons dienen hier wie gesagt den Angriffen, der rechte Analogstick hingegen den Griffen, also Takedowns, Clinches, Grapples am Boden oder ähnliches. Geblockt wird bei beiden Steuerungsvarianten auf die gleiche Art und Weise. Ein einfaches Gedrückthalten des rechten Triggers genügt, um Angriffe auf den Kopf, sowie auf den Körper abzublocken. Es wird also de facto nicht mehr zwischen hoher und tiefer Deckung unterschieden, was Spielraum für neue Kampfstrategien schaffen kann.
Ein weiterer wichtiger Punkt zum Thema Steuerung ist der Positionswechsel am Boden. MMA zeichnet sich unter anderem darin aus, dass der Kampf am Boden mindestens genauso wichtig ist wie der Kampf im Stand. Hier spielen Positionswechsel eine elementare Rolle und können über Sieg oder Niederlage entscheiden. Im Gegensatz zu UFC Undisputed 2010, wo der Bodenkampf ziemlich komplex ist, spielt sich EA Sports MMA auf der Matte wesentlich leichter. Was einerseits interessant, andererseits aber auch schade ist.