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Test: Supremacy MMA

505games und Kung Fu Factory schicken mit Supremacy MMA ein neues Kampfspiel in den Ring, welches härter und düsterer daherkommt als seine direkten Konkurrenten EA Sports MMA oder die UFC Undisputed Reihe. Während die direkte Konkurrenz eine Simulation der inzwischen boomenden und reglementierten Sportart Mixed-Martial-Arts anbietet geht Supremacy MMA einen anderen Weg und will durch rohe Gewalt und Hinterhof-Atmosphäre Käufer locken. Wir haben Supremacy MMA getestet und wollten wissen, ob dieses Spiel eine echte Alternative ist für Fans des Genres.

Präsentation
Supremacy MMA erinnert stark an die Kampfszenen aus dem Film Fight Club. Die Fäuste werden spärlich bandagiert und das Blut fließt literweise über die schäbigen Fußböden der Hinterhof-Kampfstätten. Dieses Feeling wird von harten Heavy-Metal-Gitarrenriffs unterstützt, die jedoch recht monoton aus den Boxen schallen. Die Grafik ist ansprechend und die Charaktere sind detailliert umgesetzt. Besonders die KO-Sequenzen im Rush-Modus haben es in sich. In Zeitlupe zoomt die Kamera an das schmerzverzerrte Gesicht des Gegners, das Blut spritzt in Richtung der Kamera und der hart mitgenommene Körper des Gegners fällt theatralisch zu Boden. Knochenbrüche sind ebenfalls zum Ende eines Kampfes möglich, sofern ihr den Gegner mit einer passenden Aktion niederstreckt. Allerdings sind die Animation nicht sehr flüssig und wirken recht abgehakt.

Spielmodi
Der klassische 1 gegen 1 Kampf stellt die Grundlage des Spiels dar. Hier könnt ihr euch einen der zahlreichen Charaktere auswählen und in einer beliebigen Kampfstätte die Sau raus lassen. Online beschränkt sich das Ganze auch nur auf diesen Modus. Was jedoch schlimmer ist, sind die nervigen Lags, die das Spielen online zu einer Qual machen.

Jeder Kämpfer im Spiel hat auch eine eigene Geschichte, die ihr im Story Mode findet. Hier werden jegliche Klischees bedient, die einem beim Anblick der Fighter in den Sinn kommen könnten. So kämpft z.B. der arme Thai-Junge von Kindesalter an, um dem verwitweten Vater finanziell zu unterstützen, bis er als Erwachsener von Amerika aus genug Geld nach Hause schickt um der Familie ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen. Im Endeffekt ist es aber nur eine Aneinanderreihung von Kämpfen mit animierten Zwischenszenen und Voice Overs, die allerdings recht flach und emotionslos wirken. Freigeschaltet werden im Verlauf der Karriere nur diverse alternative Kleidungstücke für den Fighter.

Im Femmes Fatales Modus könnt ihr mit Frauen in den Ring steigen. Dabei sind allerdings mit Felice Herrig und Michelle Guttierez nur zwei Damen wählbar. Somit ist dieser Modus auch recht limitiert. Beide Frauen haben auch eigene Story-Modes, die sich im Gegensatz zu den männlichen Kollegen jedoch nur auf 2 Kämpfe gegen die jeweils andere weibliche Kämpferin beschränken.

Ihr könnt euren Fighter auch in einem Turnier antreten lassen. Dabei stehen euch entweder ein klassisches 8-Mann-Turnier im KO-Modus, oder ein 11-Kämpfe-umfassendes Turnier im Ladder-System, bei dem ihr euch Sieg für Sieg um einen Platz nach oben arbeitet, zur Verfügung. Beide Turniere enden aber relativ unspektakulär mit einer Texteinblendung, dass ihr das Turnier gewonnen habt und es werden wiederum nur Kleidungsstücke für den gespielten Athleten freigeschaltet.

Sehr praktisch, um die diversen verschiedenen Kämpfer kennenzulernen, ist der Trainingsmodus. Hier könnt ihr gegen einen aktiven oder passiven Gegner antreten und die jeweiligen Kombos eures Fighters testen. Im Pause-Menü bekommt ihr diese aufgelistet. Um erst mal die Grundlagen des Spieles zu verinnerlichen empfiehlt sich auch der Tutorial-Modus, in welchem ihr Schritt für Schritt die Basics erklärt bekommt.

Ein im Wrestling- und MMA-Spielegenre üblicher Create-Modus, in dem ihr einen eigenen Kämpfer erstellen könnt, fehlt bei Supremacy MMA gänzlich. Somit müsst ihr mit den 12 Männern und 2 Frauen vorlieb nehmen, die im Spiel zur Verfügung stehen.

Gameplay
Der Fighter wird mit dem linken Stick nach rechts oder links bewegt, wobei nach oben oder unten ziehen die jeweilige Körperregion deckt. Dies verwirrt zunächst, da man instinktiv vermuten würde, auch nach oben oder nach unten gehen zu können. Am Boden oder im Clinch verbessert ihr eure Position mittels des linken Sticks.

Zwei Buttons dienen für Schläge und Tritte, die ihr auch zu Kombos kombinieren könnt. Leider wirken die Tasteneingaben recht träge und ihr bekommt erst nach einiger Zeit ein Gefühl für das Timing des Spiels. Der A-Button (Xbox 360) ist für Aktionen wie Clinch oder Aufgabegriffe. Bei Submission Moves gilt es in bester C64-Manier, schneller als der Gegner den rechten Stick hin- und herzubewegen. Bei Erfolg wird dem Gegner Lebensenergie abgezogen. Der Konterbutton B ist sehr wichtig im Spiel, ist aber genauso wenig intuitiv wie die Schlagbuttons und bedarf daher sehr viel Übung.

Über die Schultertasten könnt ihr einen schnellen Schritt machen, den ihr mit einer Aktion kombinieren könnt. Durch halten des rechten Bumpers könnt ihr einen mächtigen und unkonterbaren Power-Schlag ausführen, der allerdings sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, in der ihr ungedeckt seid. Durch gleichzeitiges Drücken der hinteren Schultertasten aktiviert man den Rush-Modus. In diesem sind die Sinne eures Fighters verbessert. Das Kontern ist in diesem Zustand leichter und die Aktionen stärker. Daher eignet sich dieser Modus perfekt um ein Comeback in aussichtslosen Situationen zu starten, oder den Gegner spektakulär zur Strecke zu bringen. Allerdings ist der Modus zeitlich beschränkt. Bei gelungenen Aktionen füllt sich eure Rush-Leiste und nimmt dann ab, wenn ihr den Modus aktiviert.

Die Kämpfer sind in verschiedene Kampfstile eingeteilt. Während Boxer z.B. keine Kicks haben, haben Ringer starke Slams und Bodenkampfspezialisten diverse Aufgabegriffe im Repertoire. Somit gilt es im Kampf die Stärken des Kampfstiles gezielt einzusetzen. In der Praxis sieht es dann aber leider so aus, dass hirnloses Button-Smashen oftmals einen Kampf entscheidet. Irgendwann durchbrecht ihr damit die Deckung des Gegners und seid erfolgreich. Zudem fügen die Aktionen am Boden dem Gegner mehr schaden zu als im Stand, besonders die Submissions. Außerdem ist es im Bodenkampf relativ einfach, die Fluchtversuche des Gegners zu kontern. Je höher ihr die Schwierigkeitsstufe der CPU stellt, desto schwieriger wird es im Stand zu punkten. Daher läuft es dann meist darauf hinaus, euren Gegner auf den Boden zu befördern um ihm dann dort den Gar aus zu machen.

Fazit
Wer von Supremacy MMA ein Spiel erwartet, das das klassische MMA wie man es im Fernsehen sieht widerspiegelt, wird enttäuscht sein. Das Spiel ist vielmehr ein rohes Beat-em-Up mit MMA-Einflüssen. Es spielt sich längst nicht so taktisch wie die Konkurrenz von EA oder THQ, bietet dafür aber schnellere und härtere Action. Für Fans der klassischen Beat-em-Ups hingegen kommt das Spiel längst nicht an Klassiker wie Street Fighter oder Mortal Kombat heran. Dafür spielt es sich einfach zu träge.

Das ist auch der Hauptkritikpunkt des Spiels. Im Spiel gibt es viele verschiedene interessante Kampfstile, die alle ihre einzelnen Vorzüge haben. Doch im Endeffekt läuft es oftmals auf Button-Smashing und Ground ‘n Pound hinaus. Man muss schon viel Zeit investieren, um das Timing des Spiels zu verinnerlichen und die Kombos der einzelnen Fighter zu lernen. die Frage ist nur, wer dafür bereit ist?

Die Präsentation ist trotz mäßiger Soundkulisse durchaus gelungen und die Story-Modes der einzelnen Kämpfer machen trotz klischeehaften Geschichten Spaß, doch wirklich Langzeitmotivation bietet das Spiel nicht. Dafür ist der Turniermodus zu stupide und die Belohnungen für einen Sieg dort zu uninteressant. Es stellt sich zudem die Frage, warum man neben Herrig und Gutierrez nicht mehr weibliche Kämpferinnen eingebaut hat. Genau wie bei den Männern, wo mit dem UFC-Veteranen Jens Pulver und Jerome Le Banner zwei echte Fighter vertreten sind, hätte man das Roster mit fiktiven Charakteren auffüllen können und somit auch die Stories der Frauen interessanter machen können.

Wertung: Supremacy MMA
Hersteller 505 Games
Entwickler Kung Fu Factory
System XBox 360PlayStation 3
Altersfreigabe 18
Umfang 12 Männer und 2 Frauen
Grafik
Sound
Gameplay
Singleplayer-Spielspaß
Multiplayer-Spielspaß
Pro
gut umgesetzte Atmosphäre -
detaillierte Fighter und Arenen -
Storymodus für jeden Fighter -
Tutorial- und Trainingsmodus -
Contra
- abgehackte Animationen
- Gameplay nicht intuitiv
- starke Lags online
- Bodenkampf zu stark
- nur zwei Frauen spielbar
- kaum Langzeitmotivation
5.5/10
MMA-Fans sollten das Spiel lieber zunächst antesten, bevor sie es kaufen. Insgesamt ist es auch eher ein Spiel, das man sich für ein Wochenende aus der Videothek leiht, denn nach einigen Spielstunden hat man bereits alles gesehen und kaum noch Anreize weiterzuspielen.
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