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Test: WWE '12

Eine weitere Neuerung ist das Limb Targeting-System. Alle Moves im Spiel haben ja schon immer Auswirkungen auf verschiedene Körperteile gehabt, doch nun lässt sich das ganze etwas gezielter einsetzen. Haltet ihr in einem Grapple die RB- (bzw. R1-) Taste gedrückt, so erscheint die Schadensanzeige eures Gegners und ihr könnt nun je nach gedrücktem Facebutton verschiedene Körperteile attackieren. A (bzw. X) für die Beine, X (bzw. Viereck) für den linken Arm, B (bzw. Kreis) für den rechten Arm oder Y (bzw. Dreieck) für den Kopf. Dies funktioniert auch aus der Groggy Position, also wenn der Gegner benommen im Ring steht, sowie am Boden, wo ihr an der gewünschten Stelle des Körper stehen müsst und A (bzw. X) drückt. So könnt ihr zum Beispiel mit Alberto del Rio wunderbar euren Gegner für den Cross Armbreaker vorbereiten, jedoch hat man leider nur zwei verschiedene Aktionen pro Körperteil im Moveset, was das Ganze auf Dauer etwas eintönig macht.

Ebenfalls neu ist das Pin-System, im letzten Jahr hatte man noch die Möglichkeit mit Buttonmashing aus einem Pin zu kommen, in WWE '12 funktioniert dies ausschließlich über das timingbasierte System, dass heißt ihr haltet die A- (bzw. X-) Taste gedrückt und müsst sie in einem kleinem Bereich loslassen um den Pin zu unterbrechen. Je nach genommenem Schaden wird der Bereich kleiner und das Minigame startet erst kurz vor dem Three Count, sodass ihr nur eine kleine Chance habt den Bereich zu treffen.

Bei Submissions hingegen hat man das Buttonmashing wieder eingeführt, denn das neue Breaking Point-System belohnt wieder einmal denjenigen, der die schnellsten Finger hat. Zu Beginn eines Matches hat man allerdings auch als schneller Drücker keine Chance, erst wenn das entsprechende Körperteil angeschlagen ist, besteht auch die Möglichkeit den Gegner zur Aufgabe zu zwingen.

Als weitere Neuerung hat man in WWE '12 nun die Möglichkeit Moves zu unterbrechen, veranstaltet ihr also ein Triple Threat Match, müsst ihr nicht mehr zuschauen wie Rey Mysterio dem anderen Superstar den 619 verpasst, sondern ihr könnt Rey einfach dabei mit einem Schlag oder Grapple Move unterbrechen, denn der 619 (oder auch People's Elbow, 5-Knuckle Shuffle, etc.) wird nun dort ausgeführt wo der Gegner gerade in den Seilen hängt, die Wrestler werden also (meistens) nicht mehr an die richtige Stelle teleportiert. Natürlich lassen sich auch andere Moves wie zum Beispiel der Last Ride unterbrechen indem ihr einfach auf den Gegner einschlagt. Schade dabei ist, dass die Wrestler keinen wirklichen Schaden nehmen, hat also einer eurer Kontrahenten den Gegner zu einem Vertical Suplex in der Luft und ihr springt mit einem Missile Dropkick vom Top Rope, so fallen zwar beide Gegner kurz zu Boden, aber die Reaktion der beiden ist nicht anders als wenn ihr einfach kurz auf einen Gegner einschlagt.

Last but not least hat man sehr an der KI der CPU-Gegner gearbeitet und die Arbeit hat sich gelohnt, denn die CPU agiert nun viel aggressiver als in den letzten Jahren und verlangt euch bereits auf der Stufe "Normal" einiges ab. Hier und da hat die KI zwar doch mal einen Aussetzer, aber insgesamt gesehen machen Matches gegen die CPU nun viel mehr Spaß.

Präsentation
Schon im letzten Jahr hat man sehr hart daran gearbeitet die Präsentation noch näher an die TV-Shows heranzubringen und auch dieses Jahr wurde weiter nachgebessert. So ist die Kameraeinstellung nun genau den TV-Kameras nachempfunden und die Shows im Road to WrestleMania- oder Universe-Modus werden mit dem üblichen Feuerwerk eröffnet. Bei Pay-Per-Views gibt es auch das WWE-typische Intro, in welchem der PPV vorgestellt wird, und bei Titelkämpfen wird eine Animation des Titels eingeblendet und die Kontrahenten werden nach dem Einzug noch einmal vorgestellt. Einziger Wermutstropfen hierbei ist, dass diese Sequenzen nur als Videos in relativer schlechter Qualität vorliegen (da fühlt man sich bei ständiger Einblendung des WWE HD-Logos leicht veräppelt). Die Idee war sicherlich ein Video laufen zu lassen, während man im Hintergrund das nächste Segment lädt, denn die Show Intros gehen nahtlos in die Einzüge der Superstars oder andere Zwischensequenzen über. Desweiteren sind die Entrance Themes nun mit einem Hallen-Effekt versehen und klingen dadurch viel atmosphärischer.

Auf HUD-Anzeigen wurde ja im letzten Jahr bereits weitestgehend verzichtet, lediglich der Momentum Balken war noch vorhanden. In WWE '12 fällt auch dieser weg, lässt sich aber bei Bedarf auch wieder einblenden. So fühlt man sich in WWE '12 schon fast wie beim Schauen einer TV-Show. Wenn der Gegner sich einen Signature Move erarbeitet hat, seht ihr dieses nicht einmal und merkt es erst, wenn der Move durchgezogen ist und der Gegner ein Finisher-Icon hat. In Online-Matches ist nicht einmal dieses zu sehen, so daß die Matches viel überraschender enden können als noch in den Vorjahren.

Spielmodi
Am Gameplay hat sich also viel getan, aber gibt es auch neue Spielmodi?
Leider nicht wirklich, ab und an gibt es kleine Anpassungen, aber wirklich neue Spielmodi gibt es nicht. Der Royal Rumble kann nun beispielsweise mit 40 Superstars gespielt werden und sämtliche Minispiele werden durch Quick-Time-Events geregelt, das bloße Buttonmashing entfällt.

Auch hat man die Backstage Fights ein wenig aufpoliert und bietet nun den sogenannten "Free Brawl"-Modus, bei welchem man bis zu drei Gegner durch einen riesigen Gang im Backstage Bereich prügeln und an über 40 Hot Spots finishen kann. Leider variieren diese nicht großartig voneinander.
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