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Test: WWE RAW

Gut Ding will Weile haben. Das dachten sich wohl auch die Jungs von THQ Deutschland und zögerten den Release von WWE RAW über ein halbes Jahr hinaus. Leider wurde in diesen sechs Monaten keinerleich Verbesserungen an WWE RAW vorgenommen und auch die alten WWF Logos sind noch im Spiel enthalten! Das gute daran ist, das Stone Cold Steve Austin doch noch in der deutschen Verkaufsversion enthalten ist und nicht wie zuvor vermutet worden ist herausgenommen wurde. Wie das Spiel unterm Strich bei uns abschneidet, erfahrt ihr jetzt.

Taktik-Wrestler

WWE RAW versucht vor allem die "No Mercy"-Käufer anzusprechen, denn es wurde sehr viel Wert auf Realismus gelegt, anstatt auf die schnelle Action. Während des Kampfes ist es sinnvoll, sich die folgenden Aktionen genau zu überlegen, um den Gegner in die Knie zu wresteln und nicht mit brachialer Gewalt, in Form von Tritten und Schlägen, zu bearbeiten. Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto häufiger werden allerdings die Grappling-Moves geblockt oder sogar gekontert, was dazu führt, dass der Widersacher das Heft in die Hand nimmt. Eine wirkungsvolle Alternative zu den normalen Attacken, sind Schläge mit Stühlen, Rohren oder ähnlichen Utensilien, die in WWE RAW zu Genüge vorhanden sind. Von Vorteil sind solche Attacken, wenn der eigene Wrestler eine kleine Verschnaufpause benötigt, da nach Schlägen mit einem Gegenstand der gegnerische Kämpfer ziemlich lange auf dem Boden der Tatsachen liegen bleibt. Diese Erholungszeiten, können aber auch durchaus nervig werden, denn auch nach missglückten Pin-Versuchen, krümmen sich die Wrestler vor Schmerzen. Eine weitere Schwäche im Gameplay wird durch One-Punch-Siege offenbart. Es kann durchaus vorkommen, dass das gesamte Match nur ein Wrestler einstecken muss, dieser dann aber durch Zufall einen Schlag anbringen kann und mit dem anschließenden Cover das Match gewinnt.

Allgemeine Dürre

Das Gameplay weist also einige gravierende Schwächen auf, welche auch im Roster zu finden sind. Wichtige neue Wrestler wie Rob Van Dam, Hulk Hogan oder Kevin Nash, sind nicht im Spiel enthalten und Leute wie Steve Austin oder K-Kwick, die vor geraumer Zeit die WWE verlassen haben, sind noch dabei, was vor allem auf den hinausgezögerten Release in Europa zurückzuführen ist. Der späte Releasetermin kann aber nicht als Entschuldigung für den Mangel an Matcharten dienen, denn lediglich Standart-Matcharten wie Tag-Team oder Triple Threat sind anwählbar und auf Gimmick-Matcharten wurde komplett verzichtet. Auch auf einen Season-Mode wurde verzichtet und die Fans müssen sich mit einem Challenge-Mode zufrieden geben, in dem um alle aktuellen Titel, ausgeschlossen Tag-Team, gekämpfen werden kann. In diesem Mode werden auch alle Secrets wie z.B. die McMahon´s, Limp Bizkit Frontman Fred Durst oder die 178 Waffen, die allesamt interaktiv sind, freigespielt.

Einfach atemberaubend

Herausragend hingegen ist die atemberaubende Grafik, die alle bisherigen Wrestlinggames in den Schatten stellt. Die Wrestler und die gesamte Umgebung zeigt die Grafikpower, die in der Xbox steckt und lässt keine Wünsche an Detailreichtum offen. Der Schweiß, der sich auf den Körpern der WWE-Recken bildet, perlt von den Körpern ab und wird letztendlich auch auf der Matte dargestellt. Die Zuschauer hingegen lassen wieder einmal schwer zu wünschen übrig und sollten zu Xbox-Zeiten ansprechend designed werden. Auch in Sachen Sound machen die Zuschauer kein gutes Bild, denn es fehlen jegliche Arten von Anfeuerungsrufen. Zwar jubeln die Zuschauer ihren Lieblingen zu, allerdings dies meist auch nur bei dessen Erscheinen auf der Entrance-Rampe. Schmerzlich wird ein Ingame-Kommentar vermisst, der die Action im Ring sprachlich untermahlt.

Selbst ist der Mann

Nicht mehr aus einem Spiel wegzudenken ist der "Create a Wrestler"-Mode. So war es klar, das auch bei Raw viel Wert auf den CAW-Mode gelegt wurde. Wie immer können viele verschiedene Kleidungstücke ausgewählt und die Größe, das Gewicht und übliche Sachen festlegt werden. Neu ist allerdings, das man seinen kompletten Entrance individuell einstellen kann. Von den Publikumsreaktionen, über das Blitzlicht, bis hin zu den Pyroeffekten und den Scheinwerferbeleuchtungen ist hier alles möglich.

Fazit
WWE Raw ist ein durchaus solides Wrestlinggame, das allerdings einige Schwächen im Gameplay, in der künstlichen Intelligenz, den Matcharten und dem Roster hat, was aber nicht heissen soll, das WWE Raw ein schlechtes Game ist. Raw ist der neue King of the Ring auf der X-Box, zumindest bis Legends of Wrestling 2 oder WWE RAW 2 erscheint. SD Fans, sollten das Game erstmal anspielen oder sich die Demo zur PC Version bei thq.com downloaden.

Wertung: WWE RAW
Hersteller THQ
Entwickler Anchor
System XBoxPC
Altersfreigabe ab 12
Umfang 40+ Wrestler
Grafik
Sound
Gameplay
Singleplayer-Spielspaß
Multiplayer-Spielspaß
Pro
Gute Grafik -
Viele verschiedene Waffen -
Entranceinterference -
Contra
- Kaum Matcharten
- Kein aktuelles Roster
- Kein Season Mode
7.7/10
WWE RAW, is ein durchaus solides Wrestlinggame, dem es an der Aktualität, den nötigen Matcharten und einem Season Mode fehlt. Dazu kommen ein paar Mängel in der Ki und dem Gameplay. Für WWE Fans und X-Boxbesitzer allerdings ein Must Have, da es an Alternativen mangelt.
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