Test: WWE SmackDown! - Here Comes The Pain
Endlich ist es soweit. Einem Jahr nach dem letzten Teil der Smackdown-Reihe, erscheint der neue Teil mit dem Titel: Here Comes the Pain. Viel wurde im Vorfeld spekuliert, Sachen wurden angekündigt und wieder revidiert, FAQs kursierten in verschieden Foren die eines der großartigsten Spiele aller Zeiten versprachen. Was ist nun wirklich im Spiel und wie ist es insgesamt? Die Antwort folgt nun!
Grafik:
THQ hatte eine deutliche Steigerung zu "Shut your mouth" versprochen und es tatsächlich eingehalten. Die Gesichter der Wrestler wirken, bis auf einige Ausnahmen, realistischer denn je. Waren in den vorangegangen Teilen die Gesichter immer noch um längen besser als die Körper, so hat sich das bei Here comes the pain endgültig geändert. Die Körper wirken so originalgetreu wie die Gesichter. Die nächste deutliche Verbesserung findet man bei den Zuschauern, die nun endlich in 3D sind, aber auch nur die ersten paar Reihen, dahinter findet man die aus den Vorgängern bekannten Pappkameraden wieder, was aber kaum stört. Die Bewegungen der Wrestler sind noch einmal verbessert worden und die Wrestler bewegen sich viel Weicher als im Vorgänger, was vor allem dadurch unterstützt wird, das viele Moves neu animiert worden sind. Zwar gibt es immer noch einige Relikte aus den ersten Teilen, wie zum Beispiel ein Chokeslam des Undertakers, aber ein Großteil der Moves sehen wirklich viel weicher und vor allem Präziser aus. Aber dazu später mehr. Abstriche bei der Grafik muss man allerdings machen, weil doch einige Wrestler recht schlecht umgesetzt worden sind, wie zum Beispiel Chris Benoit, der seit dem ersten Teil noch kein einziges Mal vernünftig umgesetzt worden ist. Auch die Moves die nun noch aus dem ersten Teil dabei sind (Tombstone Piledriver) ziehen die Wertung etwas nach unten. Auch die für die Smackdown Reihe typischen Clipping Fehler bei Grapple und Submission-Moves sind nicht ganz ausgemerzt obwohl man doch einen guten Fortschritt bemerken kann, weil es nun fast gar nicht mehr passiert das man plötzlich bis zum Bauch im Ring feststeckt.
Sound:
Der Sound ist wieder einmal sehr typisch geraten. Smackdown Theme und einige Wrestler-Themes bestimmen die Menümusik. Die meisten Entrance Musiken sind als Original dabei, doch muss man leider feststellen das Victoria und RvD nur mit abgespeckten Versionen ihre Themes zum Ring kommen(nämlich ohne Stimme), die Dudleyz müssen gar auf ihre alte Theme zurückgreifen. Weiterhin fallen fehlende Kommentatoren und Ring-Announcer auf, was aber absolut nicht stört, da das undeutliche Gebrabbel von J.R. nun durch umso lauter kreischende Fans ersetzt wird. Die Fans sind auch beim Sound eine deutliche Verbesserung, da sie oben genannte Mankos voll ausfüllen. So wird ein A-Train mit "Shave your back"-Chants belohnt und während einem Match von Kurt Angle tönen "U-S-A"-Chants durch die Halle. Dies ist hier der große Pluspunkt allerdings muss man eine weitere Reduzierung feststellen, so ist es zum Beispiel so, dass, anders als bei SYM, Wrestler-Sounds(wie das "Whoooooo" von Ric Flair o.ä.) komplett aus der Season entfernt wurden. Bei mir kam erst einmal Sound während einer Interaktion mit einem Wrestler und das war das "Rocky sucks" Gebrülle von einigen Fans, was sich aber sehr bescheiden anhört.
Steuerung:
Bei Here comes the pain hat sich THQ ein komplett neues Grapple und Submission System ausgedacht Dies ging natürlich an der Steuerung nicht spurlos vorbei, so muss man einen Grapple erst einleiten bevor man einen Move machen kann. Das geschieht über die Kreis-Taste und einer Richtungstaste wodurch der Grapple eingeleitet wird und ein weiteres Drücken einer Kreis-Richtungstasten Kombination setzt dann einen Move in Bewegung. Das wirkt zuerst sehr ungewohnt, man gewöhnt sich aber schnell daran und nach einiger Zeit merkt man dass dieses System viel besser funktioniert als das alte G1/G2-System bei Sym. Das Kontern findet nun über die L2/R2 Taste statt, was auch ganz gut funktioniert, aber sehr schnell in Button-Smashing ausartet um einen Move zu kontern. Aber das Button Smashing beim Kontern ist noch nicht so schlimm, schlimm wird das ganze erste wenn es zu einem Submission Hold kommt. Der Wrestler setzt an und es erscheint nun eine Leiste mit den beiden Extremen Submit und Escape. Der eine Wrestler probiert nun durch wiederholtes Tastendrücken den kleinen Ball in Richtung Submit zu bekommen, der andere logischerweise in Richtung Escape. Das hört sich theoretisch eigentlich ganz gut und spannend an, artet aber unter Garantie in ein Sehnenscheidentzündungen provozierendes Button Smashing aus. Hier hätte man das sicher etwas anders regeln können.
Spielspaß:
Nun wie viel Spaß kann man mit einem Spiel haben, das eine tolle Grafik, recht gute Steuerung und einen durchschnittlichen Sound hat haben? Zu Beginn kann man in dem Spiel aus den Optionen Exhibition, Create, Season, Options und nach der ersten erfolgreichen Saison auch Credits wählen. Hinter Exhibition verbirgt sich wie auch schon in den ersten Smackdown Teilen eine Reihe von Matches die man alleine oder mit bis zu sechs Spielern bestreiten kann. Neu dazu gekommen sind das Elimination Chamber, Bra&Panties und das First Blood Match. Das Bra&Panties-Match ist praktisch ein Submission Match mit Frauen und deshalb auch recht witzlos, da es ein Duell der Button-Smasher ist. Auf Partys in angeheiterten Zustand sicherlich ganz lustig aber alleine kann man dem kaum was abgewinnen. Das First Blood Match hingegen ist sehr spaßig, selbst wenn es vorkommen kann das das Match nach drei Minuten vorbei ist, es macht doch Spaß sich durch die Arena zu prügeln in der Hoffnung das irgendwann einmal Blut spritzt. Blut ist eine weitere Neuerung in dem Spiel, weil es nun auch in der WWE des Öfteren eingesetzt wurde. Bearbeitet man den Kopf seines Gegners stark genug ist es möglich das bei bestimmten Aktionen der Bildschirm rot geflasht wird und der Gegner blutend am Boden liegt. Ansonsten ist die Neuerung aber nichts großartiges, halt lediglich eine rote Textur auf dem Gesicht des Gegners die von Zeit zu Zeit auftaucht. Das letzte neue Match ist nun die Elimination Chamber. Diese ist wirklich das absolute Highlight im Exhibition Mode und es macht unheimlich Spaß durch den Eisenkäfig zu hüpfen, Gegner durch die Plexiglasscheiben zu werfen oder einfach auf die Gegner draufzukloppen. Um dieses zu tun kann man aus 65 verschieden Wresltern seine Favoriten wählen und dann aufeinander losgehen. Die Wrestler haben nun festgelegte Stärken und Schwächen die in der Auswahl eingesehen werden können und zusammen ein Overall Rating für einen Wrestler ergeben. Das macht es zum Beispiel beinahe unmöglich mit einem Eric Bishoff gegen Goldberg zu gewinnen. Dies wird auch durch das neue Weight-System erschwert. Angelehnt an WWF: No Mercy ist es nun unmöglich für einen Cruiserweight ala Rey Mysterio einen Big Show zu heben, was solche Matches zusätzlich erschwert. Eine weitere Neuerung ist das Schadensmodell eines einzelnen Wreslters. Die Körper sind nun in vier Körperpartien(Kopf, Torso, Arme, Beine) eingeteilt die einzeln bearbeitet werden können und sich je nach "Behandlung" auch verletzten was dann SubmissionMoves erleichtert. Um über den Zustand des Wrestlers informiert zu sein befindet sich neben dem Namen des Wrestlers ein Körper der sich gegebenenfalls Richtung rot verfärbt wenn das betreffende Körperteil dementsprechend angegriffen wird. Das funktioniert soweit ganz gut, als dass Matches nun viel taktischer werden, allerdings macht es das ganze gerade für WWE-Fans etwas kompliziert, da es nun nicht mehr möglich ist einen Wrestler direkt nach einem Finisher zu besiegen, da dafür erst der gegnerische Körper stark genug geschwächt werden muss. So kann es auch vorkommen das die Träume aller Goldbergmarks zerfetzt werden wenn Rico ohne Probleme nach einem Jackhammer aufstehen kann, weil sein Körper noch nicht ausreichend verletzt war. Durch die Benutzung von Waffen kann man diese Entwicklung natürlich beschleunigen und so auch schneller zum Pinfall kommen, generell ist es aber so das ein Match zwischen ungefähr gleichstarken Gegnern die Länge eines typischen WWE-Matches(4 Minuten) locker übertrifft. Nun kommen wir zu dem Herzstück dieses Smackdownteils, der Season. Der Season-Mode dient vor allem dazu Sachen freizuspielen und selbst erstellte Wrestler zu stärken. Nach der Auswahl eines Wreslters kann man die Roster(die nun original verteilt sind) selbst noch editieren und man kann nun auch Wrestler von Hand vom Face zum Heel turnen lassen, weil eine derartige Tabelle auch aufgelistet ist. Nachdem man hier alles eingestellt hat, findet man den eigenen Wrestler in einem supercoolen Video wieder in dem er sich fragt warum er eigentlich ein Wrestler ist. Dieses Video im stylischen schwarz-weiß ist wirklich sehr cool geraten und stimmt einen toll auf den Mode ein. Nun wird man von seinem G.M. begrüßt der einem sagt das er/sie auf deinen Wrestler in der neuen Saison zähle. Danach findet man sich in dem Ausgangspunkt für die nächsten 48 Spielwochen wieder, dem Locker Room. Von hier aus kann man sich durch die Halle bewegen(Gott sei dank wird nun angezeigt wo sich Wrestler befinden, was einem das ellenlange gesuche durch die ganze Halle erspart), gewonnes Geld für freischaltbare Items ausgeben, gewonnene EXP-Punkte auf die einzelnen Attribute verteilen und so den Wrestler Stück für Stück aufmotzen, Statistiken der einzelnen Wrestler anschauen, Stables anschauen und editieren und natürlich den eigentlichen Event starten. Der Event besteht wieder nur aus drei Matches, was zwar langsam aber sicher an WWE-Standard erinnert, aber doch etwas das Feeling raubt. So schlägt man sich nun durch die Saison, wird von Zeit zu Zeit mit Wrestlern konfrontiert und kann so per Multiple-Choice eine Storyline um seinen Wrestler entwerfen. Je nach Status des Wrestlers bekommt man für gewonnene Kämpfe mehr oder weniger viel Geld was man nun in Unlockables investieren kann. Hier kann man einige Legenden Freischalten(wie zum Beispiel den alten Undertaker, Animal, Hawk, etc), Movesets um seine Caws zu perfektionieren, Attires für einzelne Wrestler und nun das wohl seltsamste überhaupt. Man kann sein Geld tatsächlich in Lade-Bildschirme investieren. Hallo? Wo gibt es denn so was das man für das Bild das einem die erfreulich kurzen Ladezeiten aufpeppen soll, auch noch bezahlen muss? Na ja das ist ein Manko, das viel größere am Season Mode aber ist das sich alles wiederholt. Es kann auch Zufall sein aber ich habe jetzt meine zweite Saison am laufen und bisher ist exakt das gleiche wie in der ersten Saison passiert.
CAW-Modus:
Ein großes Highlight der Smackdownserie war schon immer der Caw Modus und diesmal scheinen sich die Entwickler gedacht zu haben dass man altbewährtes kaum verändern braucht. Richtig so, der Caw Modus ist schlicht und ergreifend das beste was ich bisher gesehen hab, es ist möglich so ziemlich alles und jeden herzustellen, etwas negativ ist nur das es zur Zeit kaum gute Menschen gibt die gute Caw-Formulars ins Internet stellen. Das ist allerdings problemlos zu verschmerzen weil es nun auch sehr einfach ist selbst gut aussehende Wrestler zu machen und vor allem recht schnell. Zu dem genialen Caw Mode kommt der ebenfalls geniale Create-a-Moveset Modus in dem man seinen und im Spiel vorhandenen Wrestlern Moves zuweisen kann. Hierbei kann man auf eine riesige Datenbank aus Moves zurückgreifen und man findet auch viele geniale Moves aus der IndySzene wie zum Beispiel den Styles Clash, Ki Krusher und InfraRed wieder.
Fazit:
Für den Wrestlingfan ist Smackdown: Here comes the pain natürlich ein Pflichtkauf und auch Leute die Sym für schlecht hielten sollten sich HCTP noch einmal angucken, weil wirklich viel verbessert wurde und das Spiel viel mehr und länger Spaß macht.
| Wertung: WWE SmackDown! - Here Comes The Pain |
| Hersteller |
THQ |
| Entwickler |
Yuke's |
| System |
 |
| Altersfreigabe |
ab 16 |
| Umfang |
54 Wrestler + 11 Legenden |
| Grafik |
 |
| Sound |
 |
| Gameplay |
 |
| Singleplayer-Spielspaß |
 |
| Multiplayer-Spielspaß |
 |
Pro Gute Grafik -
Großes Roster -
Viele Neuerungen - |
Contra - Submission-System zu schwer
- Schlechte Umsetzung der Legenden |
| 8.8/10 |
| WWE SmackDown! Here Comes The Pain ist sicherlich der beste Teil der SD-Reihe und kann von SmackDown!-Fans bedenkenlos gekauft werden. |