12 Leser online
Du bist nicht angemeldet. Klicke hier, um dich anzumelden.

Test: WWF Attitude

Trotz des enormen Zeitdrucks schaffte es Acclaim, WWF Attitude kurz vor Ablauf der WWF Lizenz die an THQ abgetreten werden muss, fertigzustellen. Obwohl die Entwicklungszeit sehr knapp bemessen war, fanden die Entwickler Zeit, um dem kürzlich verstorbenen Owen Hart Tribut zu zollen und widmeten ihm dieses Spiel. WWF Attitude, ist aber keineswegs als billiges Update zu bezeichnen, denn es gibt gravierende Verbesserungen, welche selbst den "WWF Warzone"-Käufern das Spiel schmackhaft machen sollte.

Neben den zahlreichen neue Matcharten wie "Lumberjack", "Triple Threat" oder dem "Royal Rumble", gehören auch die verschiedenen Match-Modifikationen wie "Hardcore", "I Quit" oder "Last Man Standing" zu den entscheidenden Neuerungen in WWF Attitude, was schon früh die Kritiker bzw. diejenigen, die Attitude als Update von "WWF Warzone" sehen, verstummen lässt. Um den Umfang des Spiels weiter in die Höhe zu treiben, wurden neben den Altstars wie Triple H, "Stone Cold" Steve Austin oder The Undertaker, zahlreiche neue Wrestler wie X-Pac oder Road Dogg hinzugefügt. Insgesamt stehen über 30 verschiedene Wrestler und über 15 verschiedene Matcharten zur Auswahl, was derzeit das wohl umfangreichste Wrestlinggame auf der Playstation darstellt.

Da Wrestling vor allem durch die Storylines interessant wird, war auch hier ein Story bzw. Season-Mode unumgänglich. Als namenloser Jobber, geht es darum, sich in den Houseshows eine Hausnummer zu verschaffen, um letztendlich gegen die wahren Superstar in den besser gefüllten Hallen wie Heat oder RAW seinen Mann zu stehen. Je mehr Siege, desto anerkannter wird man und steigt somit schneller in die Liga der ganz Großen auf, was einem dann auch Titelkämpfe verschafft, an denen bekanntlich die Superstars gemessen werden. Ganz ohne jeden Hintergedanken, wurde der Season-Mode selbstverständlich nicht eingebaut, denn hier werden zahlreiche neue Wrestler wie Shawn Michaels oder Chyna freigespielt, die noch nicht von Anfang an anwählbar sind.

Nicht der Umfang entscheidet bei einem Spiel über Top oder Flop, sondern das Gameplay ist das A und O in jedem Videospiel. Leider wurde das Gameplay komplett vom Vorgänger übernommen, was die nicht ganz ausgereifte Kollisionsabfrage und die komplizierte Steuerung mit einschließt. Um einen Move auszuführen, müssen immer noch ellenlange Tastenkombinationen ausgeführt werden, was besonders für Neueinsteiger in wildem Button-Smashing endet. Da hilft auch die im Startmenü eingebaute Movelist wenig, denn wer will schon vor einem Move immer erst in die Movelist schauen? Es gibt dennoch etwas positives am Gameplay, denn endlich besteht die Möglichkeit in Handicap-Matches oder im Tag-Team-Match Double-Team-Moves auszuführen. Hierzu müssen beide Wrestler gleichzeitig die Grapple-Taste drücken, um je nach Position einen anderen Move auszuführen.

Gleiches gilt für die Grafik, denn hier fällt der Unterschied zum Prequel kaum auf. Zwar wurden einige Charaktermodelle neu designed, was aber kaum einen Unterschied erkennen lässt. Die Zuschauer bestehen in den ersten Reihen wieder zu 100% aus Pappkartons und die Zuschauertapeten wurden in den hinteren Regionen der Zuschauerränge platziert. Der Sound hat ebenfalls nur wenig neues. Lediglich Shane McMahon nimmt den Platz an der Seite des Kommentatoren-Urgesteins Jim Ross ein, wo vorher noch der WWF-Besitzer Vince McMahon saß. Dies führt leider dazu, dass sich der Kommentar des öfteren wiederholt und dadurch ebenso eintönig wird, wie die Zuschauer, die exakt die gleichen Reaktionen auf das Geschehen im Ring zeigen, wie es auch bei "WWF Warzone" der Fall war.

Der "Create a Wrestler"-Mode wurde hingegen noch einmal kräftig aufgestockt. So kann man nun aus einer Vielzahl an neuen Kleidungsstücken auswählen und den kommenden Superstar nach Herzenslust gestallten. Nun ist es sogar möglich, die ausgewählte Kleidung mit eigenen Schriftzügen zu verzieren, was dazu beiträgt, kommende Superstars, die nicht im Spiel enthalten sind, originalgetreu nachzubauen. Auch die Namensvergabe ist nun um einiges einfacher, denn bei WWF Attitude stehen massig Vor- und Nachnamen zur Auswahl, die sogar vom Ringsprecher und vom Kommentar ausgesprochen werden können. Der "Create a Wrestler"-Mode ist aber nicht der einzige Modus, in dem die Gestaltungslust befriedigt werden kann, denn ein neues Feature ist der "Create a PPV"-Mode.

Hier geht es darum, sich seine Traumveranstaltung mit den Lieblingswrestlern zusammenzustellen. Neben der Anzahl der Kämpfe und der Art der Matches, darf auch die Halle selber designed werden. Von Lichteffekten bis hin zur Festlegung der Ringseilfarbe, ist fast alles möglich, um die aktuellen Großveranstaltungen der WWF nachzuspielen.

Fazit:

Am Anfang des Tests, erwähnte ich den Zeitdruck, der während der Entwicklungszeit auf Acclaim lastete. Dieser ist im Endprodukt deutlich erkennbar, da sich in Sachen Grafik, Sound und leider auch Gameplay kaum etwas geändert hat. Dennoch gibt es zahlreiche Verbesserungen wie zum Beispiel den "Caw"-Mode oder die Anzahl der Matcharten bzw. der Wrestler. Gamer, die den Vorgänger ausgiebig spielten und Freude daran hatten, werden von WWF Attitude sicher nicht enttäuscht werden.

Wertung: WWF Attitude
Hersteller Acclaim
Entwickler Acclaim
System PlayStationNintendo 64Dreamcast
Altersfreigabe ab 16
Umfang 40+ Wrestler
Grafik
Sound
Gameplay
Singleplayer-Spielspaß
Multiplayer-Spielspaß
Pro
Viele Matcharten -
Großes Roster -
Contra
- Sound
- komplizierte Steuerung
7.2/10
WWF Attitude ist zwar mehr als ein Update von WWF Warzone, als eigenständiges Spiel, kann man Attitude allerdings nur mit Abstrichen nennen.
- Werbung -