Test: WWF No Mercy
Eine Ära neigt sich dem Ende zu. Der Nintendo 64 ist in die Jahre gekommen und die Next-Generation-Konsolen von Nintendo, Sony und Co. warten nur darauf, auf die Menschheit losgelassen zu werden und den Spielern neue Spielwelten zu offenbaren. Klar ist auch, dass die Entwickler in den letzten Spielen für die Konsole keinerlei Ausreden mehr haben und eigentlich einen Hit produzieren müssen. Dies gilt für Action-Spiele, Shooter und natürlich auch für Wrestlinggames. Mit WWF No Mercy erwartet uns der Nachfolger zum durchaus beliebten Vorgänger WWF WrestleMania 2000, der durch starkes Gameplay überzeugen konnte, allerdings vom Umfang her gesehen nicht an die Konkurrenz auf der Playstation heran kam.
Exhibition-Mode
Dies soll sich nun mit WWF No Mercy ändern, denn hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Inzwischen stehen über 60 Wrestler zur Auswahl, unter denen sich Giganten wie The Rock, Triple H oder Steve Austin die Klinke in die Hand geben. Alle Wrestler sind selbstverständlich mit ihren aktuellen Trademark- und Finishing-Moves ausgestattet. Da ein großes Roster allein nicht wirklich viel Spielspaß bereitet, wurden neben Backstage-Arenen auch einige neue Matcharten wie das Table-, Ladder- oder das TLC-Match hinzugefügt. Um noch etwas mehr Brisanz in die normalen Kämpfe einzubringen, kann bei Bedarf die ein oder andere Modifikation hinzugefügt werden. So kann der Spieler entscheiden, ob aus einem normalen One-on-One, ein No-Disqualification- oder ein First-Blood-Match werden soll. Die First-Blood-Option wurde später allerdings aufgrund eines Bugs entfernt. Wer sich stark genug fühlt, gegen mehrere Kämpfer gleichzeitig bzw. nacheinander anzutreten, der kann sich im Royal Rumble oder im Survival-Mode beweisen. Je mehr Gegner im Survival-Mode besiegt werden, umso mehr Geld wandert in euren Geldbeutel, welches in der Smackdown-Mall ausgegeben werden darf. Denn hier können diverse Gegenstände wie z.b. verstecke Wrestler, Waffen oder Moves ergattert werden.
Story-Mode
Das Prunkstück von WWF No Mercy ist ganz klar der Story-Mode. Selten habe ich einen besseren Story-Mode gesehen, denn hier ist wirklich alles möglich. Je nachdem um welchen Titel ihr kämpfen wollt – von Women's Championship bis zum World-Heavyweight-Titel ist alles möglich – ändert sich die Story und auch der Schwierigkeitsgrad. Je nach Story muss z.B. Mick Foleys Karriere beendet oder Gegner durch das Kommentatoren-Pult geschmissen werden. Sollte ein Kampf mal in die Hose gehen, stehen Continues zur Verfügung. Allerdings sind diese begrenzt, also sollte während des Kampfes immer 100% gegeben werden.
Gameplay
Unkontrolliertes Button-Smashing ist hier völlig fehl am Platz, denn die KI ist intelligent genug, sich auf simple Schlagorgien einzustellen und blockt diese dann gekonnt. Um dem Kontrahenten und dessen Blocks entgegenzutreten, gibt es verschieden Möglichkeiten. Zu Beginn des Kampfes empfiehlt es sich, schnelle und somit auch leichtere Grapples anzusetzen. Sobald der Gegner angeschlagen ist, machen stärkere Grapples Sinn. Beide Grapple-Varianten werden durch Antippen bzw. Halten des A-Knopfes ausgeführt. Je häufiger starke Grapples angesetzt werden, desto schneller füllt sich die Attitude-Anzeige, die komplett gefüllt sein muss, wenn der Finishing-Move angesetzt werden soll. Aber nicht nur für Finisher ist diese Anzeige wichtig, auch für das Weight-Detection-System ist sie wichtig, denn umso voller die Anzeige ist, desto leichter lassen sich Kolosse wie Viscera oder Rikishi stemmen. Wenn der Slam nicht vollzogen werden kann, verliert die Leiste an Fülle und die des Gegners steigt ein wenig an. Realistisch dreht der Kämpfer ab und hält sich den Rücken, was enorm viel an Spieltiefe und Realismus einbringt.
Grafik und Sound
Nicht nur die Animation nach einem gescheiterten Versuch, einen schwereren Wrestler zu slammen, sieht sehr gut aus, sondern auch alle anderen Move-Animationen sind größtenteils flüssig und schön anzusehen. Neben dem Design der vielen verschiedenen Arenen ist dies allerdings die einzige positive Eigenschaft, die der Grafik zugesprochen werden kann. Die Wrestler wirken sehr kantig und ähneln den originalen Vorbildern nur geringfügig. Dies ist allerdings nicht unbedingt dem Entwickler-Team anzukreiden, denn wie allgemein bekannt ist, ist das Nintendo64 nicht die Konsole, die vor Grafik-Power strotzt. Auch beim Sound setzt WWF No Mercy keine neuen Maßstäbe. Zwar besitzen alle Wrestler ihr originales Entrance-Theme, aber leider nur in einer abgespeckten Version. Des weiteren kommt von den Rängen zwar ab und zu ein Raunen, aber Anfeuerungsrufe sucht man vergebens. Die Atmosphäre kommt zu keiner Zeit an die Stimmung in den ausverkauften Hallen der WWF heran.
CaW-Modus
Nach all dem Tadel kommt nun endlich wieder etwas Erfreuliches. Der Create-a-Wrestler-Modus zählt zu den umfangsreichsten und besten, die die Welt je gesehen hat. Mit über 1000 Moves und etlichen Einstellungsmöglichkeiten haben die Entwickler keinerlei Wünsche der Spieler offen gelassen und bietem jedem Bastelfan genügend Freiraum, um sein Ebenbild zu kreieren.
| Wertung: WWF No Mercy |
| Hersteller |
THQ |
| Entwickler |
AKI |
| System |
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| Altersfreigabe |
ab 16 |
| Umfang |
50+ Wrestler |
| Grafik |
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| Sound |
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| Gameplay |
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| Singleplayer-Spielspaß |
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| Multiplayer-Spielspaß |
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Pro aktuelles Roster -
großartiges Gameplay -
Spannender Story-Mode |
Contra - Nur mittelmäßige Grafik |
| 9.1/10 |
| Mit WWF No Mercy haben AKI und THQ ein echtes Meisterwerk vollbracht. Mit einem für meinen Geschmack genialem Gameplay, sehr großer Vielfalt und einem abwechslungsreichen Story-Mode bietet WWF No Mercy alles, was das Wrestlingherz begehrt. Zwar gibt es auch einige Schwächen in Sachen Grafik und Sound, aber wie im Review angesprochen, verhindern diese Defizite nicht, dass No Mercy die 9er-Hürde knackt. |