9 Leser online
Du bist nicht angemeldet. Klicke hier, um dich anzumelden.

Test: WWF WrestleMania 2000

Mit einer neuen Lizenz und einem neuen Entwicklerteam, versucht THQ an die Erfolge der WCW-Spiele auf dem Nintendo 64 anzuknüpfen und im best möglichen Fall, sogar noch zu steigern. WWF Wrestlemania 2000 heißt das gute Stück und wurde von der japanischen Edelschmiede AKI innerhalb eines Kalenderjahres programmiert und verkaufsfertig gemacht.

Wie schon in den vorherigen Spielen, legt AKI wieder sehr viel Wert auf das Gameplay und nicht auf eine Vielzahl von Matcharten. Insgesamt stehen lediglich fünf verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um den Gegner in die Schranken zu verweisen. Neben den Standart-Matcharten wie Single, Tag-Team oder Triple-Threat stehen nun auch noch King of the Ring und das allseits beliebte Cage-Match zur Auswahl. Ebenfalls neu in WrestleMania 2000 ist der „Road to WrestleMania“-Mode, der die komplette Karriere eines Superstars von Beginn an wiedergibt. So kämpft ihr anfangs erst gegen etwas schwächere Wrestler, bevor ihr euch den Alt-Stars wie Triple H, Stone Cold Steve Austin oder The Rock stellen dürft/müsst. Bevor es jedoch losgeht muss der eigene Wrestler und ein Partner für ihn festgelegt werden, mit dem er dann die bevorstehenden Tag-Team-Matches bestreitet. Je weiter ihr in diesem Mode kommt, umso höher wird auch der Schwierigkeitsgrad, der ohnehin kein Pappenstil ist.

AKI wurde durch ihr grandioses Gameplay in den WCW Spielen wie World Tour oder Revenge bekannt. Deshalb war klar, das dieses Konzept beibehalten wird, da es ja keinerlei Grund gab, es umzustrukturieren. WrestleMania 2000 zeichnet sich durch seine eingängige Steuerung und realistisches Ringverhalten aus. Umso länger das Match andauert, desto länger wälzen sich die Wrestler luftschnappend auf dem harten Ringboden. Mit der Zeit, halten sich die Protagonisten auch diverse Körperteile. Konzentriert man die Attacken des eigenen Wrestlers z.b. auf den Nacken des Gegners, so hält dieser sich den selbigen nach ein paar Attacken und die Nacken-Region ist nun auch anfälliger für Aufgabe-Griffe. Wie es um die körperliche Verfassung der Kämpfer steht, kann mit Hilfe des Attitude-Meters eingesehen werden. Ist die Anzeige blau, oder sogar mit dem Schriftzug „Danger“ überdeckt, ist äußerste Vorsicht geboten. Leuchtet die Anzeige allerdings rot auf, kann der Finisher mit bewegen des Ministicks eingeleitet werden. Jetzt muss lediglich der Gegner in ein Strong-Grapple, das durch langes Drücken des Grapple-Buttons eingeleitet wird, genommen werden und abermals der Ministick gedreht werden. Theoretisch ist es ganz einfach, aber die Realität sieht anders aus. Es kann schon einmal vorkommen, dass die Matches an die 15 Minuten gehen und der Gegner nahezu jeden Schlag oder Tritt kontert. Dies baut vor allem Frust auf und mindert somit den Spielspaß. Dies zeigt aber auch, dass mit der beliebten Hau-Drauf-Taktik bei WrestleMania 2000 nicht viel zu holen ist. Stattdessen sollte jeder Move genau überlegt sein, es könnte euer letzter sein.

Ein Manko in den AKI-Wrestling-Spielen ist seit je her die Grafik. Teilweise überdimensionale Figuren bewegen sich über den Bildschirm und wollen in keinster Weise gefallen. Die Gesichtstexturen, sind jenseits von Gut und Böse und wurden schlicht und einfach auf die eckigen Kästen über dem Hals geklebt. Einzig die schönen Arenen und die nahezu perfekten Animationen trösten über den mittelmäßigen Grafik-Level hinweg. Aber nicht nur die Grafik scheint den Asiaten misslungen zu sein, sondern auch die musikalische Untermahlung des Titels ist nicht mehr zeitgemäß, was allerdings auch an der mangelhaften Sound-Ausstattung der Konsole liegen kann. Die Entrance-Themes entsprechen zwar den der WWF-Haudegen, aber diese klingen etwas hohl. Hohl ist auch der richtige Begriff für die Ingame-Musik, denn diese zwingt den Spieler gerade dazu, das Gehirn abzustellen. Nach ein paar absolvierten Kämpfen, wird jeder Spieler verstehen, was ich mit diesem Satz auszudrücken versuchte.

Um diesen Test aber nicht mit einem Minuspunkt abklingen zu lassen, wird nun der durchaus gelungene CaW-Mode auf Herz und Nieren geprüft. Wie gewohnt darf der Spieler hier nach Herzenslust am kommenden Champion tüfteln. Von Kopf bis Fuß kann alles festgelegt werden, auch wenn ein bisschen mehr Spielraum für die kreativen Köpfe erwünscht wäre. So ist die Anzahl der Kleidungsstücke doch sehr begrenzt. Insgesamt stehen lediglich ca. 150 Kleidungsstücke zur Verfügung, die zwar farblich angepasst werden können, aber eben nicht alle Wünsche erfüllen können. Das Vielfalt Trumpf sein kann, sieht man an der Move-Auswahl, denn hier stehen über 1000! Verschiedene Haltegriffe, Schläge und Tritte zur Verfügung und der Spieler hat hier die Möglichkeit jeden Wrestler einen individuellen Touch zu verleihen.

Fazit

AKI macht genau dort weiter, wo für sie mit der WCW Schluss war. Ein grandioses Gameplay und eine riesige Auswahl an Wrestlern, sichert ihnen auch hier wieder den Platz an der Sonne und verdrängen den selbst entwickelten Vorgänger WCW/NWO Revenge. Jedoch ist nicht alles Gold was glänzt und auch bei WrestleMania 2000 gibt es ein paar Stellen, die unbedingt verbessert werden müssen.


Wertung: WWF WrestleMania 2000
Hersteller THQ
Entwickler AKI
System Nintendo 64
Altersfreigabe ab 16
Umfang
Grafik
Sound
Gameplay
Singleplayer-Spielspaß
Multiplayer-Spielspaß
Pro
starkes Gameplay -
großes Roster -
gelungener CaW-Mode -
Contra
- schwache Grafik
- mäßiger Sound
- wenig Matcharten
8.3/10
Mit der neuen WWF Lizenz und abermals gutem Gameplay, katapultiert sich AKI wieder auf Platz 1 der Wrestlinggames auf dem Nintendo 64.
- Werbung -