WWE 2K17:Das nächste große Ding? - Test der Current-Gen Version

WWE 2K17 Review

Seit dem 11.10.2016 ist WWE 2K17 auf dem Markt – 2K Sports entführt uns unter Leitung der Entwickler von Visual Concepts und Yuke’s zum vierten Mal in die Welt von World Wrestling Entertainment. Die ersten Ingame-Promos zum Spiel gab es – typisch für 2K Sports – erst relativ spät vor Release zu sehen, doch schon im August präsentiert man uns die Features, welche WWE 2K17 enthalten wird. Dort wurde u.a. verkündet, dass es aus diversen Gründen dieses Jahr keinen 2K Showcase geben wird. Die Features inkl. der Erklärung des Fehlens des 2K Showcase könnt ihr natürlich auf unserer Homepage nachlesen. Doch dazu später mehr.

Das erste Mal – das neue Spielmenü

Startet man das Spiel auf der PlayStation 4 und Xbox One zum ersten Mal, gibt es – wie mittlerweile üblich – zuerst natürlich einen „Day One-Patch“ zum Herunterladen, der erste Fehler beheben soll. Dieser ist bei WWE 2K17 rund 11 Gigabyte groß und es bedarf also etwas Geduld bis das Spiel und der Patch auf der Konsole installiert sind. Man sollte auch auf jeden Fall den Download des Patches abwarten bevor man tiefergehend in das Spiel einsteigt, denn leider haben sich in der ungepatchten Version doch einige ärgerliche und unserer Meinung nach auch vermeidbare Bugs eingeschlichen. Wir verfassen unseren Test auf Basis der Version 1.01, d.h. das Spiel hat im Nachhinein durchaus noch Chancen eine höhere Wertung zu erlangen, wenn das Entwicklerteam es schafft Fehler auszumerzen, denn leider ist selbst nach Version 1.01 noch lange nicht alles Gold was glänzt...

Ist die Installation durch und man kommt zum ersten Mal ins Spielmenü, fällt einem direkt eine Änderung auf: Man setzt auf einen dunklen und nebligen Hintergrund, vor welchem sich die 3D-Modelle der Superstars bewegen, ansonsten ist alles in einfacher Textform gehalten. Vorbei sind also die Zeiten von bunten Bildern in Kacheln aus der echten WWE zur Visualisierung der Matcharten.


Hauptmenü in neuem Design.

Neben den fehlenden Bildern, gibt es nun auch keine Renderbilder der Superstars mehr, wenn man in den Auswahlscreen kommt. Auch hier zeigt einem das Spiel direkt das 3D-Modell des gewählten Wrestlers. Dadurch fallen z.B. kreierte Superstars nicht mehr so deplatziert neben einem der echten Modelle auf. Ringsprecherin Lilian Garcia sagt zudem den Superstar an, für den man sich entschieden hat.

Letztlich soll das neue Spielmenü nicht allzu viel Gewicht bei der Bewertung des Spiels einnehmen, da wir es einfach als Geschmacksache ansehen, ob dem Spieler dieses oder das alte Menü besser gefällt. Es erfüllt seinen Zweck und man findet auch alle Dinge sofort wieder, die man sucht.

Der Umfang von WWE 2K17 – wirkt sich das Fehlen des 2K Showcase stark aus?

Wie bereits geschrieben, kommt WWE 2K17 diesmal ohne den 2K Showcase daher. Einzig als DLC wird es für Legenden einen Showcase-Modus mit einzelnen Matches geben. 2K begründet das Fehlen vor allem mit rechtlichen Problemen. Man habe die Idee gehabt, einen Showcase rund um den Cover-Superstar Brock Lesnar aufzubauen, hätte dafür aber auf zu viele Dinge verzichten müssen und wollte uns nichts Halbgares präsentieren. Deshalb entschied man sich für die Streichung und hat sich stattdessen – wie von vielen Fans gewünscht – für Arbeiten an Verbesserungen in MyCareer sowie Universe gewidmet.

Beim Exhibition Modus kann man im Grunde den Text aus dem letztem Jahr übernehmen, denn hier hat sich so gut wie nichts getan. Neu in der Serie bzw. sein Comeback feiert einzig und allein der Backstage Brawl. In dieser Matchart ist es – wie der Name schon sagt – wieder möglich im Backstage Bereich zu kämpfen. Zu den Inhalten der Backstage Brawls sowie der neuen Möglichkeiten innerhalb von Extreme Rules und Falls Count Anywhere Matches werden wir beim Betrachten des Gameplays noch mehr sagen. Ansonsten gibt es immer noch dieselben Matcharten wie in WWE 2K16 und es fehlen dabei leider auch weiterhin Matcharten wie das Special Referee Match oder der Match Creator zum Basteln eigener Stipulations. So kann man beispielsweise weiterhin keine 6-Man Battle Royals mit Pinfall oder Submission spielen, was in früheren Zeiten der Spielserie immer für viel Spaß gesorgt hat. Für uns absolut nicht nachvollziehbar. So bleibt der Umfang zwar gewohnt hoch, aber dass man sich hier „ausruht“ und nichts Neues bringt, gefällt uns als Fans gar nicht.

Bei MyCareer und Universe fällt auf, dass man diesmal mehrere Spielstände zur Verfügung hat. Man kann also bis zu drei Karrieren und bis zu drei eigene WWE Universen parallel spielen. Dazu musste man bisher auf den Konsolen je einen neuen User anlegen. Eine große Erleichterung also für all diejenigen, die voneinander unabhängige Universe Szenarien spielen möchten.


Neu dabei: wählbare Referee-Kleidung.

Die Creation Suite ist in WWE 2K17 umfangreicher als im Vorgänger. Neben den schon zum Standard gehörenden Möglichkeiten, seinen eigenen männlichen oder weiblichen Superstar, Einzug, eine neue Arena oder einen Titel zu erstellen, kann man nun auch Jubelsequenzen basteln und hat wieder die Möglichkeit aus Highlights eigene Videos zu kreieren. Das so genannte „Highlight Reel“-Feature ist also wieder da. Diese Videos lassen sich dann z.B. als Titantron-Clip für den eigens erstellten Star verwenden. Hier hat man also den Umfang deutlich erhöht, was auch innerhalb der Modi auffällt, wo es mehr Auswahl gibt als zuvor.

Im Allgemeinen ist es schwer zu sagen, ob das Fehlen des 2K Showcase den Umfang des Spiel stark reduziert. Man darf natürlich nicht unter den Tisch fallen lassen, dass es gerade für Einzelspieler immer ein ganz gelungener Modus mit tollen Videosequenzen war, mit denen man die Geschichte eines oder mehrerer Superstars noch einmal nachspielen konnte. Wir verstehen jedoch 2K Sports hier, dass sie uns keinen halbgaren Modus zu Brock Lesnar präsentieren wollten, wo ggf. wichtige Matches aus seiner Laufbahn wegen rechtlicher Einschränkungen und fehlender Gegner aus seiner Karriere nicht dabei gewesen wären. Nicht, dass man uns hier noch ähnlich "guten" Ersatz präsentiert hätte wie den Enforcer im letzten 2K Showcase, als man Mike Tyson nicht verwenden durfte - das hätte ja auch niemand gewollt. Ob die Arbeiten an MyCareer und Universe Modus dafür ausreichend groß waren und die Verbesserungen ein Vermissen des 2K Showcase gänzlich ausblenden können, das besprechen wir bei den Modi an sich, doch erstmal gehen wir in die weiten Welten des Online-Modus.

Ab ins Netzwerk - was kann das Spiel im Online-Modus?

Die Schwester oder der Bruder oder auch Freunde sind ja nicht immer zur Stelle, um auf dem Sofa einen Fight an der Konsole auszutragen, sodass WWE 2K17 natürlich auch die Möglichkeit gibt via Xbox Live und PlayStation Network gegen Fremde und Freunde im Internet anzutreten. Begleitet man die Serie schon seit der "SmackDown! vs. RAW"-Zeit, fällt einem auf, dass das Menü an sich, wie im Vorgänger schon, recht mager ausfällt. Unter dem Punkt „Online“ finden sich „WWE-Live“, „2K Tonight“, „Team-Up“ und „Private“ wieder.

Um das Wichtigste vorweg zu nennen: Nein, die Lobbies haben auch in diesem Teil nicht ihren Weg zurück in das Spiel gefunden, was sehr enttäuschend ist. Genauso fehlen weiterhin Ranglisten, um sich mit der Welt oder Freunden zu vergleichen. Lediglich ein Druck auf den rechten Stick zeigt einem die Anzahl der gespielten Matches, deren Siege und den aktuellen Rang (Bronze, Silber, Gold) an.

Das System an sich ist wie bei WWE2K16: Bei WWE-Live spielt man, allein oder mit Fremden im Team, gewertete Matches gegen den Rest der Welt.

In 2K-Tonight gibt es dieses Mal drei Matches zur Auswahl, deren Stipluation verschieden sind. Für jedes gewonnene Spiel gibt es einen prozentualen Bonus. Als kleiner Ansporn ist unten im Bildschirm eine Streak abgebildet, wo Siege und Niederlagen gegenüber gestellt werden. Ein großes Manko ist leider die Tatsache, dass es zur Zeit nur drei Matches auf der Card gibt und nicht wie beim Vorgänger sieben. Auch das Thema ändert sich mit den echten Shows mit. Montags ist die Matchcard zum Beispiel im RAW-Design. Wichtig zu erwähnen ist, dass hier keine erstellten Superstars wie bei WWE-Live benutzt werden können, was dem Fairplay zu Gute kommen soll.

Als dritten Modus gibt es Team-Up. Hier hat sich im Grunde nichts zum Vorgänger geändert. Es können bis zu 2 Freunde eingeladen werden, mit denen dann zusammen gegen andere gespielt wird.

Der letzte Punkt im Menü sind die privaten Matches. Hier können, wie im Vorgänger auch, bis zu 6 Personen zusammen spielen. Erwähnenswert ist, dass man in privaten Matches nun wieder erstellte Arenen nutzen kann und Einzüge wahlweise auch eingeschaltet werden dürfen. Diese Optionen fehlen bei öffentlichen Matches.

Die spielbaren Matcharten sind die gleichen wie offline auch. Jedoch fehlt der Backstage Brawl, es gibt keine Turniere und auch einen Royal Rumble sucht man vergebens. Allerdings ist auch die Trainingssession gegen den KI-Gegner bei der Gegnersuche noch vorhanden.


Erarbeitet euch Prestige im Online-Modus.

Die Verbindungsqualität ist gut. In den bis jetzt gespielten Matches hatten wir noch keine nennenswerten Lags oder Verbindungsabbrüche. Jedoch ist uns aufgefallen, dass - wie in 2K16 auch - die Ringseile in der oberen rechten Ecke zerknittert sind.

Im Großen und Ganzen hat sich der Onlinemodus im Vergleich zum Vorgänger nicht wirklich groß verändert. Lediglich die Rückkehr der Einzugsoption und das Verwenden von erstellten Arenen in privaten Matches bringen etwas frischen / alten Wind mit sich. Besonders bedauerlich ist die Tatsache, dass es wieder einmal keine Listen (Lobbies) gibt, die sich die Community sehr gewünscht hat. Auch kann man hier von stumpfem Copy & Paste reden, wenn einem die zerknitterten Seile auffallen. So viel zum Thema „Wir hören auf unsere Community und lesen in den Foren mit“. In Sachen Online hat man hier noch einigen Nachholbedarf.

MyCareer und Universe - große Verbesserungen als Ausgleich für fehlenden den 2K Showcase?

Als man ankündigte den 2K Showcase zu streichen und sich stattdessen mehr auf MyCareer und Universe als Kern-Spielmodi zu konzentrieren, war bei den Fans dieser Modi die Freude natürlich groß. Der Universe Modus wurde in den letzten Jahren so oder so eher stiefmütterlich behandelt und wirkte unausgereift, während MyCareer seit Einführung in WWE 2K15 stark beworben wurde, aber in der Praxis mit Langeweile enttäuschte. Wir schauen uns an, ob sich das bei WWE 2K17 endlich geändert hat.

MyCareer ist auch in WWE 2K17 nur mit männlichen Superstars spielbar. Man kann sich zu Beginn entscheiden, ob man sich einen eigenen Superstar erstellt oder einen bereits vorher in der Creation Suite erstellten Wrestler importiert, der dann aber all seine normalen Moves und Fähigkeiten verliert, die man sich wieder erarbeiten muss. Dann geht es wieder im Performance Center unter Leitung von Matt Bloom (ehemals Albert / A-Train / Tensai) los, wo man die Grundlagen des Spiels lernt. Dieser Part ist erneut gut inszeniert und bringt auch das korrekte Feeling und Spaß mit sich. Je nachdem wie man sich dort schlägt, geht es diesmal entweder direkt ins Hauptroster oder aber die eigene Karriere beginnt bei NXT.

Ab diesem Punkt stagniert MyCareer erneut deutlich und bringt nicht den spannenden Spielmodus, den man immer mit tollen Trailern bewirbt. Die Neu-Einführung der Promo-Engine, die auch im Universe Modus zum Einsatz kommt, bringt nur wenig Abwechslung und die Storylines, die einem der Modus präsentiert, fesseln den Spieler nicht wirklich vor den Bildschirm. Es ist wirklich traurig zu sehen, wie man Potential ohne Ende verschenkt, denn gerade Wrestling ist doch ein Unterhaltungsformat, das mit tollen Storylines überzeugen sollte. Man versucht hier irgendwo einen Mix aus einem Blick hinter die Kulissen mit dem Performance Center als Basis und dem Hocharbeiten innerhalb des Rosters durch gute Leistungen sowie Wrestling-Storylines zu finden, doch das gelingt einfach nicht. Wir sind ganz ehrlich, dass uns der Modus nicht viel mehr Text wert ist, da er einfach keinen Spaß bringt und das nun schon zum 3. Jahr in Folge. Man reiht stupide Match an Match, muss sich selbst darum kümmern, um Titel anzutreten, steigt in irgendwelchen Ranglisten auf und verbessert mit erworbenen Punkten seinen Wrestler. Woche um Woche um Woche. Da blickt man ganz neidisch auf den aus gleichem Hause stammenden MyCareer Modus in der NBA 2K-Reihe, der es seltsamerweise schafft in einem echten Sport, wo Storylines nicht wichtig sein sollten, mehr Spannung zu produzieren als die WWE-Reihe in einem Entertainment Format. Da hilft es auch nicht, wenn man dieses Jahr zu einem Paul Heyman Guy werden könnte, denn die Aufgaben, die Brock Lesnars Manager einem stellt, sind nicht wirklich spannender und durchdachter als das, was letztes Jahr im Authority System vorhanden war. Nebenbei wurden zudem auch noch nahezu alle Voiceover-Kommentare entfernt, sodass alles nur noch in Textform abläuft. Erhöht natürlich die Anzahl an Möglichkeiten, lässt das Spiel aber sehr stumm und steril wirken. 2K, ganz ehrlich: Der Modus ist für jeden Wrestling-Fan nahezu eine Frechheit und liebloser geht es kaum. Abgesehen vom neuen Design ist hier auch unklar, wo da zusätzliche Arbeit in den Modus gesteckt wurde.

Der Universe Modus wurde in den letzten Jahren immer wieder verändert, doch Veränderungen hießen in dem Falle nicht unbedingt Verbesserungen. Dieses Jahr wollte man sich der Thematik intensiv annehmen und uns den besten Universe Modus aller Zeiten präsentieren. Man bekommt jetzt zu Beginn jeder Show das TV-Intro zu sehen, d.h. es gibt den Vorspann sowie Feuerwerk in der Halle und die drei Kommentatoren erzählen uns auch, was in der heutigen Show passieren wird - tut der Atmosphäre wirklich gut und ist zweifelsohne eine tolle Verbesserung. An PPVs können übrigens weiterhin "nur" zwei Hauptshows teilnehmen, d.h. bei z.B. RAW, SmackDown! und NXT-Roster muss man sich entscheiden, welche beiden zum PPV gebookt werden sollen. Generell wirkt das Booking an sich von der KI sinnvoller, es gibt deutlich mehr so genannter Rivalitätenmatches, die mit Cutscenes bereichert werden und deine Fehde voran tragen. Leider treffen auch hier zu oft die Rivalen schon in den Wochenshows aufeinander und das PPV-Match verliert seine Besonderheit. Aber was meckern wir hier eigentlich, das ist im WWE-TV ja auch oft genug so.


Samoanisches Familienduell mit 5 Sternen.

Nach unserer Review-Phase können wir sagen, dass das Potential im Modus definitiv vorhanden ist, viele Bugs ihn derzeit aber nahezu unspielbar machen, wenn man wirklich viel Zeit und Arbeit in seine Szenarien investiert und mit erstellten Stars, Arenen oder Outfits spielt. Bei erstellten Stars oder Outfits kommt es vor, dass diese in Cutscenes einfach unsichtbar sind. Erstellte Arenen ruckeln nur so vor sich hin, wenn das Show Intro mit dem Feuerwerk gespielt wird. Doch nicht nur damit gibt es dicke Probleme, auch so hat der Modus Bugs an Bord, die den Spielspaß zerstören. Es kam bei uns vor, dass ein Champion in einer Show ein Promo-Duell gegen einen Herausforderer hatte, dieses verlor und am Ende in den News stand, dass der Titel gewechselt sei. Auf weitere Bugs im Universe Modus und auch im Spiel an sich gehen wir im weiteren Verlauf unseres Reviews ein.

Ernsthaft, 2K? Das geht bei einem Modus alles durch, der mit das Herzstück des Spiels sein soll? Wir sind schwer enttäuscht. Natürlich behalten wir uns vor, den Modus bzw. natürlich auch das Spiel allgemein nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen, wenn man das Spiel mit Patches versorgt, doch im derzeitigen Zustand ist es eine Zumutung.

Gameplay - Rollout-System, Chain-Wrestling keine Pflicht - was hat sich im Ring getan?

Das Gameplay ist im Kern dasselbe wie das des Vorgängers WWE 2K16. Im Ring sind es hauptsächlich Feinheiten, die den Unterschied ausmachen. Dazu zählt zum Beispiel, dass ein Wrestler, wenn er zum Gegner rennt und dieser auf dem Boden liegt, nun einfach über diesen drüber springt. Auch Änderungen am Whip-In wurden vorgenommen. Führt man einen solchen Nahe der Ringseile aus, so wird der Gegner zunächst gegen die Ringseile gedrückt bevor er in Richtung der anderen Seile geworfen wird. Fällt ein Gegner aus dem Ring und man bewegt sich zum Ringrichter, so versucht dieser einen aufzuhalten, wie es in der WWE auch oftmals passiert.

Ein großes neues Feature ist das überarbeitete Taunt-System. Taunts liefern nun mehr keine Erhöhung des Momentums, sondern liefern je nach Art verschiedene Boni. Drückt man mit dem Steuerkreuz nach links führt der gespielte Superstar einen Crowd-Taunt aus, der für eine bestimmte Zeit das Momentum für ausgeführte Moves erhöht. Ein Druck auf die obere Taste des Steuerkreuz führt einen Wake Up-Taunt aus, der den Gegner dazu bringt, taumelnd aufzustehen, sodass man ihm gezielt Moves verpassen kann. Ein Druck nach rechts führt einen Taunt zum Gegner aus und dieser sorgt dafür, dass die Moves für eine bestimmte Zeit mehr Schaden verursachen. Taunts lassen sich zudem in verschiedensten Positionen ausführen wie z.B. in der Ringecke. Insgesamt ist das Feature sehr gut und authentisch. Gerade mit Superstars wie Shinsuke Nakamura macht das Taunten sehr viel Spaß und bringt auch etwas mehr als im Vorgänger. Zudem beugt es diversen unfairen Spielern online vor, die nach draußen gehen und sich Finisher ertaunten. Das ist in WWE 2K17 nicht mehr möglich.


Triple H vs. John Cena

Das Chain Wrestling wurde auf Situationen limitiert, in denen beide gleichzeitig einen Grapple starten oder aber ein bestimmter Wrestler, zu dem es passt, den ersten Grapple zeigt. Dazu zählt z.B. Sami Zayn. Die Kritiker des Systems mögen das toll finden, aber als Befürworter wird man leider ziemlich traurig sein, denn sonderlich oft kommt es nicht mehr zum Chain Wrestling.

Neu ist die Möglichkeit, zwischen zwei Systemen für Submissions zu wählen. Das eine System wurde aus WWE 2K16 übernommen und das andere ist ganz neu und funktioniert über Button Mashing. Das alte System hat Änderungen erfahren, die den Schwierigkeitsgrad steigern. Hier muss man das eigene Feld über das des anderen Spielers bewegen um zu gewinnen. Viele Spieler bezeichnen es als unfair, doch das ist es eigentlich nicht. Es erfordert nur mehr Übung, da sich die Felder gefühlt noch träger bewegen als in WWE 2K16. Das ändert aber nichts am Grundkonzept, welches weiter sehr gut funktioniert und Submissions zu einem unberechenbaren Element machen. Das zweite System basiert, wie bereits erwähnt, auf Button Mashing. Ein Kreis muss durch das wiederholte Drücken der auf dem Bildschirm angezeigten und sich ständig ändernden Taste gefüllt werden. Das funktioniert ebenfalls gut, ist jedoch bei einer Submission bei einem stark angeschlagenen Körperteil sehr schwer zu gewinnen.

Auffällig ist die Bewertung der Matches durch Sterne am oberen rechten Eck des Bildschirms. Diese wurde in WWE 2K16 eingeführt, jedoch ausschließlich für den MyCareer-Mode. In diesem Jahr ist die Anzeige in jedem Match vorhanden und beeinflusst die Anzahl an VC, die man zum Freischalten von weiteren Wrestlern, Arenen und Championships bekommt. Ein nettes System, was durchaus dazu motivieren kann das Match nochmal ein bisschen zu strecken.

Multi-Man Matches wurden um den Roll-Out erweitert. Nach manchen Aktionen wird ein Superstar im Match dazu gezwungen aus dem Ring zu rollen und sich erstmal auszuruhen. Nach einer kurzen Zeit kann man entweder wieder zurück in den Ring, wenn man bspw. einen Pin unterbrechen möchte und dann akzeptieren, dass man für eine gewisse Zeit geschwächt ist oder sich aber komplett regenerieren. Dieses Feature spaltet die Spielerschaft. Einerseits macht es die Matches viel spannender und spaßiger, jedoch wurde es nicht zu 100% durchdacht. Manchmal rollt ein Gegner nach sehr schwachen Aktionen, wie einem Chop, aus dem Ring. Auch ist komisch, dass man die Schwächung, die man durch das verfrühte Aufstehen erhält, durch einen Taunt ausgleichen kann. Der Debuff verschwindet dann einfach. Das macht es irgendwie ziemlich sinnlos.

Auch neu sind diverse Features in Table- und Ladder Matches. So wurde im Tables-Match das „Table-Meter“ hinzugefügt, was sich durch Aktionen mit dem Tisch füllt. Ist es voll, so kann man seinen Gegner durch den Tisch befördern. Sollte man irgendwann Probleme mit der Geduld bekommen, kann man den Gegner auch einfach per Table-Finisher durch den Tisch hämmern. Auch neu sind die Table-Grapples, die bestimmte Moves durch den Tisch erlauben. Dazu zählen Powerbombs vom Apron, ein Gorilla Press aus dem Ring oder auch eine Buckle Bomb. Das ist ein guter Ansatz, der diese Matches sehr viel spaßiger macht. Nervig bleibt aber das Zerbrechen des Tisches, da das weiter sehr unrealistisch wirkt. Wenn man schon vorgefertigte Animationen für die Tische nutzt, warum zerbrechen sie dann nicht so, wie sie es in der WWE auch immer tun?

Das Ladder Match wurde um viele neue Animationen und drei große Features erweitert. Endlich kann man eine Leiter zwischen Apron und Zuschauerabsperrung platzieren. Dies geht am vorderen und hinteren Apron, soweit kein LED-Board vorhanden ist. Damit sind viele neue Spots möglich und auch OMG-Momente wie eine Powerbomb durch die Leiter. Das zweite Feature betrifft die Platzierung der Leiter im Ring. Diese lässt sich nämlich nur noch in der Mitte des Rings und den vier Ecken positionieren. Erstaunlicherweise fühlten wir uns beim Spielen nicht limitiert, wie wir es am Anfang dachten. Viel mehr überzeugt, dass man die Leiter jetzt nicht mehr Ewigkeiten herumpositionieren muss, um sie endlich richtig aufzustellen. Das dritte große Feature ist die Abänderung des Systems, um den Koffer/Championship abzuhängen. Nun muss man einen kleinen roten Kreis in einen Bereich bekommen, der sich kontinuierlich dreht. Tut man das achtmal, so hat man gewonnen. Das wirkt am Anfang zwar etwas befremdlich, wird aber mit der Zeit immer einfacher.

In WWE 2K17 hat man endlich wieder die Möglichkeit, sich in den Zuschauern und im Backstage Bereich in die elfte Dimension zu prügeln. Der Bereich in den Zuschauern ist leider nicht sonderlich gut ausgearbeitet. Ein Tisch, eine Box, zwei Stühle und eine Mülltonne. Viel ist das nicht und das hat man schon in SmackDown! vs RAW 2007 besser gemacht. Sehr viel cooler ist es, dass der Gang hinter den Zuschauern frei begehbar ist. Hier gibt es zwar keine speziellen Waffen oder aber OMG-Momente, aber das ist auch nicht wirklich nötig. Über diesen Gang gelangt man zu dem Bereich vor der Stage und dort darf man sich weiter bearbeiten. Ebenfalls fällt positiv auf, dass man von der Stage auf seinen Gegner springen darf, jedoch ist es nicht möglich, den Gegner von der Stage herunterzuwerfen. Auch die Platzierung von Tischen in dem Bereich unter der Stage ist leider nicht möglich.


Backstage im Büro der Authority - heute besetzt von Vince McMahon.

Kommen wir nun zum Backstage Bereich. Dort kann man direkt brawlen, wenn man den Backstage Brawl im Exhibition-Mode auswählt oder aber Matches ohne Disqualifikation in den Bereich verlagern. Dieser Bereich besteht aus der Gorilla-Position, einem langen Gang, einem Locker-Room und dem Büro der Authority. Die Bereiche sind mit vielen Objekten und OMG-Momenten ausgestattet, die für eine Menge Spaß sorgen. Sehr positiv fällt auf, dass man im Authority-Büro verschiedene Personen wie Triple H, Stephanie McMahon oder auch Vince höchstpersönlich antreffen kann, die sich entweder mit dem gespielten Wrestler einen Staredown liefern oder sich aber das Geschehen im Büro angucken. Das sorgt für Stimmung, jedoch sind keine weiteren Offiziellen antreffbar, was diversen Universen im Universe Mode die Atmosphäre nehmen kann. Der Rest wurde aber sehr gut durchdacht. So ist bspw. ein Weg zurück zur Arena am Ende des Ganges platziert, sodass man, nachdem der Gegner durch den kompletten Backstage-Bereich geprügelt wurde, direkt zurück zum Ring kann und das ohne den ganzen Weg zurücklaufen zu müssen. Insgesamt ein gutes Feature, was auf Dauer zwar etwas eintönig werden kann und gut um ein paar weitere Bereiche hätte erweitert werden können.

Präsentation - wie authentisch bringt WWE 2K17 das aktuelle WWE Geschehen auf die Bildschirme?

Jedes Jahr wird mit Blick auf 2K Sports' Flaggschiff NBA 2K17 diskutiert, wann die WWE-Serie endlich auch dessen optische und präsentationstechnische Qualität erreicht. Viele große Superstars wie Triple H, Randy Orton, John Cena oder auch eher sporadisch auftretende Damen wie Eva Marie sehen dank der Scan-Technologie wie ihre realen Vorbilder aus, dennoch kann man hier in Details auch noch einige Verbesserungen anbringen, wenn man das Spiel mit der NBA-Serie aus gleichem Hause vergleicht.

Leider ist die Liste der verhunzten Superstars länger als die der gut getroffenen. Mit das schlimmste Beispiel dürfte das Modell von Dana Brooke darstellen. Die ehemals bei NXT und jetzt an der Seite von Charlotte aktive Wrestlerin sieht aus als hätte man Chucky's Braut eingescannt und modelliert, aber nicht Dana Brooke selbst. Die Augenpartie sieht aus als hätte sie dringend einen Exorzisten nötig. Auch sehr enttäuschend ist die Tatsache, dass man einer Legende wie dem Undertaker nicht einmal ein Update verpasst hat. Die Haare sind die gleichen wie im Vorgänger, obwohl er bei WrestleMania 32 eine längere Haarpracht hatte. Aber vielleicht sollten wir darüber auch ganz froh sein, denn mit langen Haaren bei den Superstars, seien sie nun männlich oder weiblich, hat die Engine weiterhin ganz dicke Probleme, diese vernünftig darzustellen.


Dana Brooke - oder doch eher Chuckys Braut? - vs. Eva Marie.

Auch in den Entrances der Superstars steckt wenig Herzblut. Als gutes Beispiel dient Finn Balors „Balor Club“ Einzug, denn hier steigt er im Spiel die falsche Ringecke hoch. Generell sind viele Einzüge im Detail einfach nicht richtig, oft nicht einmal auf die Musik abgestimmt, was einfach nur ein wenig Feintuning und Liebe zum Detail vorausgesetzt hätte. Zudem sind einige Einzüge, wie zum Beispiel die von Chris Jericho und Cesaro absolut nicht mehr aktuell, obwohl sie schon seit Monaten nicht mehr so auftreten. Auch bei Bayley kommt null Emotion rüber. Die Gesichtsmimik ist starr, sie zeigt keine Interaktion mit den Zuschauern. Das komplette Gegenteil von ihrem Original eben. Die Körpermimik wirkt bei vielen eher starr und robotisch als lebhaft. Was zudem wieder einmal auffällt ist, dass bei Einzügen mit Voice Over wie z.B. denen von Enzo Amore & Big Cass sowie Carmella die eingesprochenen Texte quasi runtergeleiert und vom Publikum überhaupt nicht begleitet werden. Warum nimmt man hier nicht die Stimmung aus dem originalen TV auf und legt sie über die Einzüge? Positiv ist der neu animierte Einzug von Triple H, der wirklich super getroffen wurde. Doch leider wurde unverständlicherweise die – bei 2K16 noch vorhandene – wunderschöne Wasseranimation auf seinem Körper entfernt. Dies stellte eines der grafischen Highlights des Vorgängers dar.


Der tolle Wassereffekt bei Triple H fehlt in WWE 2K17.

Das größte Problem ist das mittlerweile schon ca. zehn Jahre alte Grafikgerüst, auf dem das Spiel basiert. Framedrops und Tearing sind in fast jedem Match vorhanden, was eine Überforderung der Engine zeigt, denn so detailreich, dass PlayStation 4 und Xbox One in die Knie gehen müssten, ist das Spiel nun wirklich nicht. Auch die Waffenphysik ist eine Zumutung. Es kann doch nicht sein dass ein Tisch zerbricht sobald er nach einem Move nur hauchzart mit dem Fuß berührt wird. Im Backstage Brawl sind die Probleme besonders offensichtlich, denn dort fliegen Mülltonnen und Pappschachteln meterweit durch den Flur – und dies bei der kleinsten Berührung.

Die Beleuchtung und der Sound haben sich seit dem Vorgänger leicht verbessert. Die Superstars machen sich wieder im Match akustisch bemerkbar und auch die Zuschauer wirken lebendiger. Sie jubeln allerdings immer noch nicht der Halle entsprechend. Eine NXT-Crowd muss sich einfach anders anhören als eine TV-Crowd bei RAW und SmackDown!, was die Akustik an sich angeht. Die NXT-"Turnhalle" hallt doch gar nicht so wie eine riesige Arena.

Die neuen Lichteffekte bei den Einzügen machen diese viel lebendiger. Jedoch erkennt man - wie gerade erwähnt - das alte Grundgerüst sobald man sich die Länge und Höhe der Bühne ansieht. Diese basiert noch auf der alten RAW Bühne (2002 – 2008). Die Zuschauer haben sich kaum verändert und den Arenen an sich fehlt auch jede Realität, obwohl man die lizenzierten Veranstaltungsorte aus der NBA-Serie benutzen könnte. Bis auf die verschiedenen Größen sind letztlich alle Arenen nahezu gleich, was dem Spiel einfach jegliche Authenzität nimmt. Eine WrestleMania Arena z.B. muss einfach einen viel längeren Einzugsbereich haben als die Standard-Arena der TV-Shows.

So verhält es sich dann eben auch bei den Kommentatorenteams. Moment, Kommentatorenteams? Schön wäre es. Stattdessen kommentieren weiterhin JBL, Jerry Lawler und Michael Cole alle Shows inkl. NXT und das auch weiterhin mit vielen Sprüchen, die man schon seit Jahren hört und teils noch nicht einmal zum Match passen, was man gerade spielt. Warum z.B. sagt JBL, dass ein Match im Ring und nicht außerhalb beendet werden muss, wenn man gerade ein Falls Count Anywhere Match spielt? Warum wird beim EInzug von Chris Jericho über CM Punk gesprochen, der seit Jahren kein Teil von WWE mehr ist? Kommentatoren wie Byron Saxton, Tom Phillips oder Corey Graves sucht man vergeblich.

Problematisch für 2K Sports - und da wollen wir ihnen auch nicht allzu große Vorwürfe machen - ist dieses Jahr zudem, dass WWE während der Entwicklungsphase den Rostersplit durchgeführt hat und sowohl RAW als auch SmackDown! einen neuen Anstrich verpasste, der in WWE 2K17 keinerlei Anwendung findet. Da muss jetzt die Community über die Creation Suite nachhelfen und die neuen Arenen und Titel modellieren, was durchaus schon jetzt einige ansehnliche Ergebnisse brachte. Dennoch ist es natürlich ein Wermutstropfen, dass ein Spiel schon bei Erscheinen völlig veraltet ist, was den Status Quo angeht. Unverzeihlich ist da schon eher, dass weiterhin Los Matadores im Roster sind und von den Shining Stars keine Spur zu finden ist - wessen Entscheidung auch immer das war, sie ist nicht nachvollziehbar, selbst wenn Primo & Epico jetzt nicht an erster Stelle des Rosters stehen.


Bei Randy Ortons Modell gibt es nichts zu beanstanden.

In Sachen Präsentation ist WWE natürlich nicht der absolute Tiefpunkt, aber die Spieler predigen schon seit Jahren nicht zu Unrecht, dass das Spiel eine Generalüberholung benötigt. Ohne eine neue Engine wird man viele vorhandene Probleme nicht mehr in den Griff kriegen, da man viele Fehler aus den alten Teilen einfach mit übernimmt. Die Framedrops und viele Bugs z.B. dürfen einfach nicht passieren und rühren unserer Meinung nach vor allem daher, dass man eine alte Engine immer wieder aufplustert und für so viel Ballast sorgt, dass sie damit nicht mehr klarkommen kann. Vielleicht sollte man sich hier wirklich von Yukes trennen und Visual Concepts die Entwicklung alleine überlassen, die sich mit NBA Jahr für Jahr selbst übertreffen, was Qualität von Grafik und Präsentation vereint mit toller Spielbarkeit angeht.

Eine ganze Armee von Käfern - die Bugs von WWE 2K17

Ist es ein gutes Zeichen, wenn ein Spiel einen rund 11 Gigabyte großen "Day-One-Patch" hat? Zumindest ist es ein Zeichen dafür, dass die Entwickler Fehler erkannt haben, die es damit auszumerzen gilt. Aber wenn man am Releasetag schon 11 Gigabyte laden muss, dann stimmt etwas mit der Grundversion des Spiels nicht. Leider Gottes ist WWE 2K17 auch nach diesem Patch noch ein ziemliches Bug- und Glitch-Festival und das darf bei einem Spiel einfach in der Form nicht passieren. WWE 2K16 kam ja auch schon fehlerbehaftet auf den Markt, wieso übernimmt man also wieder bereits im Vorgänger gepatchte Fehler in das neue Spiel? Die gleiche Frage stellte man sich ja schon bei der PC-Fassung von WWE 2K16, die ebenfalls bereits ausgebügelte Fehler aus der Konsolenfassung wieder an Bord hatte. Das kann und darf nicht sein. Die Version 1.00, also quasi die Auslieferungsversion, sollte man am besten gar nicht spielen, so viele Probleme traten damit auf. Der Patch schafft dort schon ein wenig Abhilfe, aber eben nicht so viel Abhilfe wie er sollte.

Der Universe Modus könnte so gut sein, wenn er die Fehler nicht hätte. Es werden Matches angesetzt, die dann in ganz anderer Form stattfinden. Editiert man eine Card, hat diese auf einmal z.B. über 10 Matches obwohl man ein Limit von z.B. 7 festgelegt hat, weil das System die Matches einfach aufaddiert und hinzufügt. Rivalitäten werden teilweise immer noch einfach gelöscht, wenn man etwas Eigeninitiative zeigt und Matches bearbeitet. In Tag Matches hat man nicht die Möglichkeit seinen Partner zu steuern, sondern ist auf den eigens gewählten Star festgelegt. Vibration des Controllers bei Moves findet nicht statt, obwohl diese im Menü aktiviert ist. Superstars, denen man ein zweites Attire zuweist, sind in Cutscenes stellenweise unsichtbar. Alles sehr, sehr unschöne Dinge. Letztlich ist der Modus zur Zeit nur einigermaßen spielbar, wenn man am besten keinerlei erstellte Inhalte einbringt und möglichst das spielt, was einem die CPU bookt. Dann kommt man einigermaßen durch, was jedoch nicht Sinn eines Modus ist, der einem so viele Freiheiten wie nur möglich präsentieren möchte.


Einer der kleineren Bugs von WWE 2K17: ein Teil des Kommentatorenpults liegt in dem anderen Pult.

Bereits bei der Präsentation haben wir ja angesprochen, dass die Physik teilweise eine Zumutung ist. Ganz stark betroffen von vielen, vielen Glitches ist der Backstage Brawl, wo sich Wrestler in Regalen verhaken und wie besessen durch den Korridor fliegen, wo Pappkartons bei kleinster Berührung wie eine Rakete abgehen und all solche Geschichten. Manchmal kann man drüber lachen, in der Häufigkeit allerdings absolut nicht. Das Spiel wirkt in der Form teils wie eine Alpha-Version, die einfach nicht getestet wurde, denn die Dinge fallen wirklich sofort auf und sind nicht irgendwie zwischendurch mal auftretende kleine Fehler.

Es kommt nicht von ungefähr, dass unser jährlich existierender "Bugs & Fehler"-Thread im Forum bereits jetzt eine zweistellige Anzahl an Seiten hat, in sozialen Netzwerken vielen Videos von Bugs und Glitches veröffentlicht werden und auch das 2K-Forum sehr stark von frustrierten Spielern frequentiert wird, die ihrem Ärger freien Lauf lassen. Dies müssen wir auch in die Wertung einfließen lassen und das Spiel vorab abwerten, es geht gar nicht anders und davor darf man die Augen nicht verschließen. 2K Sports hat natürlich die Chance auf Wiedergutmachung mit Patches verdient und in einem späteren Nachtest können wir dann sicherlich auch an der Wertung schrauben, aber die zum Testzeitpunkt vorliegende Version verdient es eben abgewertet zu werden, da stellenweise wirkliche so genannte "Game Breaking" Bugs existieren, die den Spielspaß einfach kaputt machen.

Persönliche Meinungen der Redaktionsmitarbeiter

Adel / TheLegendTaker

Auch dieses Jahr habe ich – trotz Skepsis – dem Hype nachgegeben und mich riesig auf das Spiel gefreut, leider war die Enttäuschung umso größer. Vom Gameplay her kann man nicht groß meckern. Die flüssigeren Abläufe und kleinen Features sind mir im traditionellen 1 vs. 1 gegen meinen Bruder sofort aufgefallen, jedoch nützt das beste Gameplay nicht viel wenn die hochgebohrte Engine aus PS2 Zeiten an der Belastungsgrenze ist. Ich schäme mich schon fremd sobald ich die matschigen Texturen, Framedrops und das fast überall vorhandene Tearing (Video) sehe. So frage ich mich, was nützt ein Publisher wie 2K wenn man nicht einmal auf die Technik der wunderschönen NBA-Serie zurückgreifen kann. Man merkt durch die asynchronen Einzüge, die misslungenen Modelle sowie fehlenden Details und zurückgewünschten Features, dass hier kein Herzblut im Produkt steckt.

Der MyCareer-Modus – der dem aus der NBA-Serie nicht das Wasser reichen kann – ist eine nett gemeine Sache, jedoch fesselt dieser genauso wie letztes Jahr den Spieler nicht lange an den Bildschirm und rechtfertigt somit nicht den Wegfall des Showcase Modus. Der Universe Modus wurde verbessert und etwas Spielspaß ist schon da, jedoch bin ich auch hier enttäuscht, da nur 2 Shows an einem PPV teilnehmen können und ich somit kein SmackDown! vs. RAW vs. ECW Universe aufbauen kann. Auch die zahlreichen Bugs vermiesen einem den Spielspaß – hoffentlich erscheinen hier noch Patches.

Ein Punkt, der mich persönlich sehr trifft, ist der Onlinemodus. Auf der PS3 habe ich früher in SmackDown vs. RAW 2009 – 2011 Stundenlang diesen gespielt und neue Freundschaften dank der Chatfunktion in den Lobbies geknüpft, jedoch gibt es diese seit Jahren nicht mehr und das sehr zur Trauer der Community. Allein Features wie Ranglisten, Onlineeinzüge (in 2K17 nur Privat) und Lobbylisten haben das Spiel besonders gemacht und von dem Multiplayer anderer Spiele differenziert. Jetzt geht 2K wohl den Sportspiel-Weg und orientiert sich eher an Titeln wie FIFA.

Solang die WWE-Serie technisch sowie grafisch nicht auf den Stand der jetzigen Zeit gebracht wird und Fan-favorisierte Inhalte nicht zurückkehren, lohnt es sich nicht den aktuellsten Titel auf dem Markt zu kaufen.

Viddy / ViddyClassic

WWE 2K17 sollte ein Spiel von Wrestlingfans für Wrestlingfans sein. Wenn ich mir verschiedene Aspekte des Spiels ansehe, stelle ich deutlich in Frage, ob bei Yuke's wirklich Leute sitzen, die das WWE-Produkt mit viel Interesse verfolgen. Es ist selbstverständlich, dass Dinge wie das aktuelle RAW- und SmackDown-Set noch nicht im Spiel sind, dass aktuelle Titelgürtel fehlen (wobei die von der Community in Minuten erstellt werden... vielleicht doch nicht so selbstverständlich), dass das Spiel aufgrund des Brandsplits schon nicht aktuell auf den Markt gekommen ist. Aber falsche, asynchrone, nicht mehr zeitgemäße Entrances sind ja nur der Tropfen auf dem heißen Stein, der durch Updates hinsichtlich Themes oder Titantrons ja ausgemerzt werden könnte.

WWE 2K17 will viel, baut aber seine Funktionen auf einem sehr morschen Fundament. An allen Ecken und Enden knarzt es und wenn ein Spiel, das einfach nicht nach 2016 aussieht, in die Knie geht, weil ich bei einem selbst erstellten Entrance ein wenig orangenen Nebel hinzufüge und der Wrestler anschließend bei gefühlten 5 Frames pro Sekunde den Kopf hebt, dann sollte man sich vielleicht Gedanken über das Fundament machen.

Das Gameplay ist gut - aber das ist auch so ziemlich das Einzige, was hervorsticht. Und das das alleine ist eben nicht ausreichend für mich, um hier eine besondere Wertung zu bekommen. Es wird einfach Zeit, dass die Reihe nicht mehr stiefmütterlich behandelt wird, sondern wirklich ein komplettes und vor allem dem Entertainment-Faktor entsprechendes und authentisches Spiel mit Langzeitmotivation entwickelt wird. In welchem Kinderkrankheiten und seit Jahren bestehende Bugs ausgemerzt werden. Auf das man sich wieder so richtig freuen kann und dann keine Ernüchterung kommt, wenn man ein, zwei Stunden mit dem Spiel verbracht hat. Schade, WWE 2K17.

Benjamin / Benny1234

WWE 2K17 könnte so viel sein. Es macht eine Menge Spaß im Ring zu stehen, aber sonst sieht es aktuell nicht so toll aus. Angefangen bei der Präsentation: Wie kann man so viele Entrances so dermaßen in den Sand setzen? Warum macht Finn Bálor seinen Taunt an der falschen Ringecke? Warum bewegt sich AJ Styles so asynchron zu seiner Musik? Das mag den Nicht-Wrestlingfan nicht stören, aber die sind doch wohl nicht die Hauptkäuferschaft des Spiels. Von vorne bis hinten ist fehlende Liebe zu spüren und das ärgert mich.

Das Gameplay macht in diesem Jahr so viel Spaß wie schon lange nicht mehr. Kein Input-Delay mehr, neue Taunt-Mechaniken, Crowd-Fighting, Backstage Brawls und noch viel mehr. Das macht unfassbar viel Spaß. Hier kann man 2K und Yukes nur für danken.

Bei den Modi sieht das leider wieder anders aus. MyCareer ist genauso langweilig wie im letzten Jahr und zeigt wunderbar wie gut das Spiel Potenzial aus dem Fenster wirft. Nach kurzer Zeit verliert der Modus einfach an Motivation. Im Prinzip spiele ich den Modus nur weiter, weil ich wissen will, ob noch irgendwas passiert. Warum kann man nicht einfach einen MyCareer-Mode mit fest geskripteten Storylines und Entscheidungsmöglichkeiten sowie Veränderungen durch Siege und Niederlagen wie in „WWE SmackDown! Here Comes The Pain“ machen? Dann könnte man den Modus auch öfter spielen. So kann man durch Cutscenes und festgelegte Promos für die aktuell fehlende Spannung sorgen. Spaß sucht man im MyCareer-Mode von 2K17 leider vergebens.
Der Universe Mode ist eigentlich sehr gut geworden, wird jedoch von endlosen Bugs geplagt, die diesen Modus aktuell unspielbar machen.

Die Grafik ist eigentlich nicht schlecht. Natürlich ist die Optik nicht mehr zeitgemäß, aber das ist nicht das Problem. Viel schlimmer ist die alte Engine. Seit dem ersten SmackDown! vs RAW-Teil auf PS3/Xbox 360 wird diese Engine schon genutzt. Spätestens beim Wechsel auf die PS4 und Xbox One hätte man auf ein neues Grundgerüst setzen müssen. So sind z.B. Framedrops an der Tagesordnung und das bei einem Spiel, welches nicht besonders aussieht und auf den Current Gen-Konsolen läuft. Super.

Das Gameplay ist wirklich grandios, aber drumherum läuft einfach zu viel schief. Insgesamt macht das Spiel durchaus Spaß und wenn die vielen Bugs mit Patches behoben werden, dann ist WWE 2K17 eines der besten Wrestling-Spiele der letzten Jahre.

Marco / One

Nachdem meine anfängliche Vorfreude auf WWE 2K17 durch das erste Gameplay-Material ziemlich schnell verflogen war, war ich sehr skeptisch, als ich die Disc zum ersten Mal in mein PS4-Laufwerk eingelegt habe. Auch die Benachrichtigung, es müsse ein 12 GB großer Patch heruntergeladen werden, ließ meine Bedenken nicht gerade schrumpfen. Trotz allem habe ich versucht, das Spiel zu unvoreingenommen wie möglich zu testen und bin - zumindest zum Teil - eines Besseren belehrt worden.

Zu Beginn legte ich ohne große Voreinstellungen gleich mit einem Falls Count Anywhere Match los, in dem mir sofort kleine Änderungen am Gameplay auffielen. So konnte ich unter anderem feststellen, dass das Chain Wrestling kein Muss mehr ist, was in meinen Augen eine gute Neuerung darstellt. Ebenfalls bekam ich neben den neuen Animationen und Übergängen auch gleich den ersten Crowd-/Backstage-Fight zu sehen, der mir auf Anhieb gut gefiel und mich direkt an alte SmackDown! vs RAW-Zeiten zurückerinnern ließ. Auch das Gameplay im Allgemeinen gefällt mir wie bereits im letzten Jahr sehr gut und wurde durch die erwähnten kleinen Änderungen nochmals um einen Hauch verbessert.

Ernüchternd ist hingegen die Grafik in WWE 2K17, die sich in meinen Augen im Vergleich zum letzten Jahr sogar teilweise verschlechtert hat. In Zeiten von NBA 2K17, Uncharted 4 oder Witcher 3 ist es fast schon ein Unding, was uns 2K dieses Jahr wieder als "atemberaubende Grafik" auftischen möchte. Ebenfalls enttäuscht bin ich vom MyCareer-Modus, dessen Grundgerüst zwar durchaus akzeptabel wäre, dem es aber an der weiteren Umsetzung an allen Ecken und Enden fehlt. Keine klaren Vorgaben, nervige Nebenshowauftritte und das extrem langwierige Ranglisten-Klettern sind nur einige Dinge, die mir auch in diesem Jahr wieder den Spaß am Karriere-Modus nehmen (Anmerkung an die Entwickler: Schaut mal bei den Nachbarn von NBA 2K zu; die wissen, wie man einen anständigen Karriere-Modus aufbaut).

Zum Universe- und Online-Modus kann ich bisher nur sagen, dass ich leider erst kurz reinschnuppern konnte. Was ich bisher gesehen habe, können aber beide Modi sinnvolle Verbesserungen und Neuerungen aufweisen, wenngleich man aus dem UM noch so viel mehr herausholen könnte.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass WWE 2K17 für Fans der Serie sicher wieder ein gutes Spiel sein wird und sich besonders in puncto Gameplay nicht verstecken muss. Auf der Kehrseite der Medaille muss man aber ganz klar ansprechen, dass besonders in den beiden wichtigsten Modi des Spiels (MyCareer und UM) auch in diesem Jahr wieder die nötige Liebe zum Detail fehlt. Und so bleibt WWE 2K17 wohl nur ein "gutes" Spiel, obwohl alle Grundlagen für ein "ausgezeichnetes" Spiel vorhanden wären ...

Daniel / Rhyno

Ja, WWE 2K17, was soll man sagen? Man sieht erste Screenshots wie z.B. den von Nikki Bella, denkt sich, dass sich endlich vorallem optisch mal was tut, die Beleuchtung ausgebessert wird etc. und das Spiel einfach mehr wie ein Spiel wirkt, was in 2016 auf dem Markt präsent ist. Dann kommt der erste Einzug, Brock Lesnar, und es sieht einfach doch wieder aus wie all die Jahre - altbacken, technisch nicht up-to-date, steril.

Das alles kann man natürlich verschmerzen, wenn es das Gameplay stattdessen schafft zu überzeugen. Das war die große Stärke von WWE2K16 und ist auch die große Stärke von WWE 2K17. Doch leider ist dies im derzeitigen Zustand auch die einzige wirkliche Stärke von WWE 2K17. In allen anderen Belangen hapert es, es gibt Bugs ohne Ende, die bereits im Vorgänge rauftauchten, dort aber gefixt wurden, doch wundersamerweise jetzt wieder da sind. Es gibt einen MyCareer Modus, der langweiliger nicht sein könnte. Der Universe Modus könnte wirklich gut sein, wenn es die dicken Bugs nicht gäbe.

So fühle ich mich als Spieler als Alpha-Tester eines unfertigen Spiels, welches einige Fixes nötig hat bis wirklich sowas wie Spielspaß in allen essentiell wichtigen Modi aufkommen kann. Im Exhibition taugt es, im Ring ist alles gut und der Umfang ist völlig okay – die Fehler machen es kaputt.

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass WWE 2K17 eines der besten, wenn nicht gar das beste Wrestling-Spiel der Generation sein könnte - aber eben nur könnte, weil es zu viel Potential verschenkt. Auf technischer Ebene hängt das Spiel der Zeit weiterhin hinterher, das PS2-Gerüst der Engine bleibt bei allen Tweaks und Änderungen über Jahre hinweg immer spürbar. Dazu vermiesen viele, viele Bugs dieses Jahr den Spielspaß sehr. Im Ring haben wir nicht viel auszusetzen, das Gameplay ist stimmig. Wenn man sich der Probleme mit Patches annimmt, bekommen wir wohl einen tollen Titel präsentiert, der dann eben "nur" noch technisch nicht ganz up-to-date ist. Doch bis dahin können wir das Spiel nicht so gut bewerten wie wir es vielleicht selbst gerne getan hätten.

WWE 2K17 in aktuellem Zustand macht uns den Spielspaß durch viele Bugs kaputt, die sich vor allem im jetzt im Fokus stehenden Universe Modus nur so tummeln. Zudem gibt es etliche Grafik- und Physik-Fehler, das Spiel wirkt im Großen und Ganzen noch immer nicht wie ein Current-Gen Spiel, sondern wie eine aufgebohrte Version der alten Generationen. Im Ring ist es ohne jeden Zweifel erhaben und das Spiel kann sich, wenn 2K die Probleme mit Patches beheben kann, auch über eine Aufwertung freuen, doch derzeit können wir nicht so viele Punkte geben, wie das Spiel in bugfreiem Zustand vielleicht verdient hätte. Die Wertung ist also nicht in Stein gemeißelt und Aufwertungen sind definitiv möglich.
Gameplay
5
Präsentation
6
Umfang
6
5.5
  • Erneut sehr umfangreiches Roster...
  • Einige toll modellierte Superstars...
  • Universe Modus mit sinnvollen Verbesserungen...
  • Das In-Ring Gameplay macht riesigen Spaß.
  • Erweiterte Creation Suite.
  • ...was jedoch nicht zu 100% up-to-date ist.
  • ...doch auf der Gegenseitige einige gruselige Totalausfälle.
  • ...doch viele, viele Bugs machen Dauerzocken nahezu unmöglich.
  • Nicht mehr zeitgemäße Engine.
  • Magerer Onlinemodus.
  • Weiterhin fehlende Match Typen, die es bereits gab.
  • Kein Ersatz für das Fehlen des 2K Showcase.
19. Oktober 2016 - 11:51 Uhr | Daniel E-Mail