In Your House - Die Retro Kolumne:WWF Betrayal - Wer hat Stephanie entführt?

In Your House - Die Retro Kolumne

WWF Betrayal - Wer hat Stephanie entführt?

Geschrieben von Penker

Wrestling-Games ohne Wrestling-Ring? Davon gibt es anscheinend einige. Während ich mich in der letzten Ausgabe bereits mit einem Vertreter dieses "Sub-Genres" befasst habe, kommen wir auch in dieses Mal wieder zu einem Spiel dieser Art. Die Rede ist von WWF Betrayal für den Gameboy Color.

Ok, wenn man es ganz genau nimmt, dann bekommt man in diesem Werk zumindest einmal einen Wrestling-Ring zu sehen. Das aber zum einen nur ganz kurz am Anfang und zum anderen kann man diesen auch nicht betreten.


Lediglich am Anfang bekommt ihr einen Wrestling-Ring zu Gesicht

Ihr habt die Wahl zwischen The Rock, Steve Austin, Undertaker und Triple H. Euer Match um den WWF World Title steht kurz vor dem Ende. Ihr wollt euren Finisher ansetzen, aber da passiert es…jemand wirft einen Stuhl nach euch. Euer Gegner zeigt daraufhin seinen Finisher und verschwindet aus dem Ring. Backstage erfahrt ihr von Vinnie Mac, dass seine Tochter Stephanie entführt wurde. Ihr sollt sie wiederfinden und erhaltet dafür einen Title-Shot. 

Ab jetzt wird es absurd. Direkt nach dem Gespräch prügelt ihr euch durch den Backstage Bereich und vertrimmt wirklich jeden Referee und Handlanger der euch über den Weg läuft. Warum? Das weiß niemand. Wenn euch die bloßen Fäuste nicht reichen, dann könnt ihr eure Widersacher auch wahlweise mit Ziegelsteine bewerfen oder mit einem Stahlrohr weich klopfen.


Im Spielverlauf stehen euch eine handvoll Waffen zur Verfügung

Es ist das klassische Side-Scrolling-Beat-Em-Up-Prinzip, das euch durch die 6 Level begleitet. Die Locations (u.a. ein fahrender Zug) sind dabei teilweise genauso aus dem Kontext gegriffen wie die Gegner. Oder gibt es einen Grund, warum im WWF Titan Tower Agenten mit Aktentaschen rumlaufen, mit denen sie auch gleichzeitig auf euch schießen können? Und warum verpasse ich gefühlt 50 Bauarbeitern meinen Finisher und zerstöre danach deren Auto aus dem dann drei Äpfel fallen? Fragen über Fragen über die man nicht nachdenken sollte.


Vince McMahon beauftragt euch mit der Suche nach Stephanie

Über eine Frage haben wir damals allerdings lange nachgedacht: Wer ist dieser ominöse Entführer, der Vince McMahon seiner Stephanie beraubt hat?

Ist es vielleicht Kurt Angle? Das hätte zum damaligen Zeitpunkt zumindest halbwegs zu den Storys der TV Weeklys gepasst. Oder ist es am Ende doch wieder Rikishi? Ihr wisst schon: "I did it for The Rock." Was haben wir uns damals den Kopf zerbrochen. 

Naja, was soll ich sagen? Die Auflösung war dann am Ende so einfach wie enttäuschend. Ich will nicht zu viel verraten (vielleicht will es ja noch jemand spielen), aber WWF Betrayal endet mit einem Kampf auf dem Dach der Titan Towers. Habt ihr diesen gewonnen, seid ihr neuer WWF World Champion. Ja, ganz genau. Du verprügelst jemanden auf dem Dach deines Arbeitgebers und bist danach der neue Obermotz. "Don`t try this at home!"

Fazit

Eines dieser WWF Games, das es heutzutage in so einer Form garantiert nicht noch einmal geben würde. Auch wenn man relativ schnell durch ist (20-40 Minuten) und die Auflösung der Story etwas schwach ist, sind es auch gerade solche Spiele, an die man sich knapp 17 Jahre später immer noch mit einem Schmunzeln erinnert. Ich würde jetzt keinem raten sich dafür extra einen Gameboy Color zu kaufen, aber wer noch einen hat und das Game irgendwo günstig findet, kann auf jeden Fall einen Blick wagen. Und wenn es einem am Ende doch nicht gefällt, hat man immerhin eine Kuriosität für die private Wrestling-, oder Spielesammlung.

20. Juni 2018 - 10:18 Uhr | Penker E-Mail