WWE 2K19:Handelt 2K Sports an den Interessen des WWE-Fans vorbei? [Kommentar]

WWE 2K19 steht quasi in den Startlöchern, schon in rund 2 Monaten erscheint der neueste Ableger der Wrestlingspiel-Reihe aus dem Hause 2K Sports. Während die Videospielwelt durch Messen wie die E3 oder die Gamescom mit allerlei Ingame-Trailern und -Bildern aus kommenden Titeln verwöhnt ist und auch sonst immer mal wieder etwas veröffentlicht wird, das den Gamer heiß auf den Release macht, fährt 2K Sports weiter die gewohnte Marketing-Strategie.

Dass das Spiel im Herbst, meist im Oktober, erscheint, ist kein Geheimnis und meist die erste Info, die man irgendwie mitgeteilt bekommt. Dann geht es bei 2K im Grunde immer nach dem gleichen Schema. Man macht gemeinsam mit WWE ein riesiges Brimborium darum, wer der neue Coverstar des Spiels ist - für den Gamer an sich natürlich eine nette Info, aber letztlich doch eher eine Nichtigkeit, wer das Titelbild ziert, oder?

Währenddessen enthüllt man dann auch gleich die vielen verschiedenen Editionen des Spiels: eine Standard Edition, eine Deluxe Edition und eine Collector's Edition. Daran ist auch per se nichts auszusetzen, das machen andere Entwicklerschmieden auch so.

Neu dieses Jahr: eine Challenge, die an einen bisher nicht bekannten Modus gekoppelt ist und einem Spieler einen Gewinn von einer Millionen Dollar ermöglicht. Man macht also eine Millionen Dollar für ein Gewinnspiel locker. Sollte das Geld nicht lieber in die Entwicklung des Spiels fließen?

Ganz groß im Kurs bei 2K Sports sind jedoch immer die Pre-Order Charaktere, meist an die oben genannten Editionen gekoppelt. Da wird dann auch gerne mal ein Mitglied des aktiven Rosters aus dem Spiel genommen und als Pre-Order Bonus verkauft. Wenn die Boni enthüllt werden, geschieht dies natürlich nicht an einem Tag. Stattdessen streckt man dieses Prozedere, indem man irgendwann Superstar 1, dieses Jahr WWE-Legende Rey Mysterio, und später Superstar 2, dieses Jahr Ex-UFC-Fighterin und jetzt WWE-Superstar Ronda Rousey per Trailer ankündigt. Diese Trailer sind dann zweifellos gut gemacht, aber beinhalten weiterhin keinerlei Gameplay-Material oder zumindest mal Ingame-Screenshots der Charaktere. Das ist aber doch das, was Gamer von einem neuen Spiel zuerst sehen möchten, oder?

Zudem nimmt man mit Ronda Rousey jemanden quasi "aus dem Spiel", den man sich bezahlen lässt, obwohl sie mittlerweile vollwertiges Mitglied des Rosters ist. Man stelle sich mal vor FIFA nehme einen Aufsteiger in die Bundesliga aus dem Spiel und lässt sich diesen als Pre-Order DLC bezahlen - das würde auch niemand gut finden, oder? Wenn man dann zur Konkurrenz aus der UFC blickt, wo EA Sports, deren Mutterfirma Electronic Arts oftmals DIE Teufel der Videospielbranche sind, die Spieler mit kostenlosen neuen Kämpfern versorgt und das Spiel auch während es schon auf dem Markt ist nach und nach weiterentwickelt, dann fragt man sich schon, ob 2K Sports hier noch mit der Zeit geht oder ob man doch mehr auf das Geld des potentiellen Käufers schielt.

Wieder zieht einige Zeit ins Land, die Fans lechzen nach Infos und wollen vor allem endlich mal was vom Spiel an sich sehen, doch was macht man im Hause 2K? Richtig, man enthüllt die Collector's Edition. Wieder gibt es einen toll produzierten Trailer - wieder kommt dieser Trailer ohne auch nur ein Bild in Spielgrafik. Wichtig scheint hier nur die Vermarktung der Extras, die Edition kostet immerhin weit über 100€.

Am 31.07. kündigte man dann wieder News zu WWE 2K19 an. Wie die Lage bei den Fans ist, zeigen schon die Scherze in Foren, dass jetzt doch sicherlich wieder ein großes Highlight wie die Vorstellung des Botschafters für den Soundtrack folgt, also weiterhin nichts, was irgendwie mit dem Spiel an sich zu tun hat. Nun, in der Hinsicht kam es anders, letztlich ist die Enttäuschung über die Enthüllung des neuen "Tower-Modus" für WWE 2K19, der an die eine Millionen Dollar Challenge gekoppelt ist, jedoch ziemlich groß. Auf den wenigen Screenshots, die man dazu geliefert bekommt, sieht man, dass sich scheinbar bei der Grafik Engine weiterhin nichts getan hat. Die Modelle, die dort abgebildet sind, sehen zum Teil absolut veraltet aus (Daniel Bryan) und haben weiterhin seltsame Haar-Darstellung. Darüber wollen wir uns aber noch gar nicht groß auslassen, es können ja auch Platzhalter sein.

Was jedoch auffällt ist, dass man uns hier einen Modus präsentiert, den im Vorfeld wohl niemand auf dem Schirm hatte. Entsprechend fallen die Reaktionen aus. Ein Großteil der Fangemeinde resigniert so ein wenig. Dabei geht es auch gar nicht mal darum, dass es diesen Modus gibt, sondern dass dieser Modus nun als bahnbrechende Neuerung präsentiert wird, die sich kaum ein Spieler gewünscht hat. Die Spieler lechzen beispielsweise nach dem Comeback des General Manager Modus, viele wünschten sich einen 2K Showcase zurück, der zuletzt gefehlt hat und vor allem wollen die meisten endlich eine optische und spielerische Überarbeitung der Engine, die man gut und gerne mit einem tollen Ingame-Trailer hätte präsentieren können. Stattdessen kriegt man eine Textwand mit ein paar Screenshots, die kaum Begeisterung auslöst. Nicht ein bewegtes Bild, nicht ein Screenshot des Spiels an sich.

Das, was ich daraus als Fazit ziehe ist, dass das Hören auf die Community, was man immer groß betont, einfach nur leere Worte sind. Denn man handelt völlig an der Community, den WWE-Fans vorbei. Es wird sich zeigen, ob dies auf Dauer noch das richtige Mittel ist. Die großen Vorschusslorbeeren für 2K Sports, die ja mit der NBA 2K Reihe Jahr für Jahr zeigen, was sie zu leisten im Stande sind, sind in Sachen WWE schon lange aufgebraucht. Wahrscheinlich darf man dem Team nicht alleine den schwarzen Peter zuschieben, da WWE als großer Business-Partner hier sicherlich auch großen Einfluss auf das Spiel nimmt, aber so langsam verliert man als Fan wirklich die Hoffnung, irgendwann noch einmal den nötigen Relaunch auf technischer Ebene zu erleben und den Spieler und Fans wirklich das zu bieten, was sie sich wünschen.

2. August 2018 - 11:10 Uhr | Daniel E-Mail