In Your House - Die Retro Kolumne:WWF Warzone - Don’t mess with Ahmed Johnson

geschrieben von Penker

Nachdem ich mich in den ersten drei Ausgaben dieser Kolumne ausschließlich mit Wrestling-Games befasst habe, die gar keinen Wrestling-Ring beinhalten (abgesehen vom Intro von WWF Betrayal), kommen wir in Ausgabe vier endlich zu einem „richtigen“ Wrestling-Spiel. Die Rede ist von WWF WAR ZONE. 
Damals habe ich es ausschließlich auf dem N64 gespielt, aber für diese Kolumne habe ich es mir (zusammen mit einem Stapel anderer Wrestling-Games…dazu in späteren Ausgaben mehr) für die Playstation 1 gekauft.

Bereits in den Kommentaren zur letzten Ausgabe gab es Bemerkungen zur Steuerung von WAR ZONE & Attitude.
Und bevor ich die Disc in die Konsole gelegt habe, erinnerte ich mich ebenfalls an die (schon für damalige Verhältnisse) schwammige Steuerung zurück.
Wobei ich noch dazu sagen muss, dass ich damals erst gut mit der Steuerung klar kam und nachdem ich dann WWF No Mercy hatte, war WAR ZONE für mich die reinste Pest.


Es sieht umständlicher aus, als es tätsachlich ist.

Naja, lange Rede und so weiter…ich wollte jetzt wenigstens einmal den Challenge Mode mit Steve Austin durchspielen.
Und siehe da, die Steuerung ging nach zwei Matches recht flüssig von der Hand.
Klar, bei Spielen wie dem besagten No Mercy oder WrestleMania 2000 hat das alles um Längen besser geklappt.
Aber eigentlich ist die Steuerung von WAR ZONE nicht annähernd so schlimm, dass man es „unspielbar“ nennen kann.
Die meisten Matches dauerten zwischen 2-4 Minuten. Dadurch kam auch keine große Langeweile auf, da ich recht schnell durch den Challenge Mode zog.


Im Challenge Mode arbeitet ihr euch an die Spitze der WWF.

Dann der erste große Unterschied zwischen der N64-, und der PS1 Fassung…abgesehen davon, dass die N64 Version sichtbar besser ausschaut…Cutscenes!
Das große Highlight sind nämlich die Grudge Promos im Challenge Mode.
Legendär zum Beispiel die Ansagen eines Ahmed Johnson, bei denen man nicht wirklich versteht was er einem zu sagen versucht.
Oder die bizarren Drohungen eines Goldust. Auch einen jungen The Rock (hier noch Teil der Nation of Domination) bekommt man zu sehen. Perlen für die Ewigkeit.
Was mich in der PS1 Version allerdings völlig irritiert hat waren die Cutscenes dieser Polygon-Silikon-Dame, die ständig mit ihrer Limousine vorfährt und einem am Ende zum Titelgewinn gratuliert.
Bis zum Schluss habe ich nicht verstanden, welchen Sinn das hatte. Kann mich jemand aufklären?

Das Roster fällt mit 18 Wrestlern ziemlich klein aus. Das fiel mir damals allerdings nie negativ auf.
Zudem hat man ja noch die Möglichkeit einige Charaktere freizuspielen (zum Beispiel Cactus Jack und Dude Love).
Freispielen kann man auch so Sachen wie den „Ego-Mode“. Hier schwillt den Wrestlern während des Kampfes buchstäblich der Kopf an. Davon war ich allerdings nie ein großer Freund.
Wenn ich schon den kompletten Challenge Modus zocke (und das sind um die 16 Matches), dann möchte ich am Ende auch was sinnvolles freischalten.

Sehr kurios ist auch der Umstand, dass trotz ausgiebiger Move-List, die Finishing Moves nicht angezeigt wurden. 
Da gab es dann nur zwei Möglichkeiten: Entweder man hatte damals schon das Glück einen Internetanschluss zu besitzen oder man musste solange rum probieren, bis man die Tastenkombination selbst rausgefunden hat.
Neben den Finishern waren auch einige andere Moves nicht angegeben. Eine Liste dazu findet man mittlerweile problemlos im Netz. Aber warum baut man diese Hürde mit ein?

Fun Fact…Bret Hart und der British Bulldog sind im Game enthalten. Das Besondere daran ist, dass WAR ZONE im Sommer 1998 erschien, Bret und Davey Boy Smith die WWF aber bereits im November 1997 aufgrund des „Montreal Screw Job“ verließen.


Auch wenn der British Bulldog damals die WWF längst verlassen hatte, war er trotzdem im fertigen Game enthalten.

Was die Spielmodi angeht war die Auswahl eher gering. Hervorheben möchte ich da aber noch kurz das Hardcore-, sowie das Gauntlet Match.
Letzteres ist auf dem hohen Schwierigkeitsgrad zumindest eine kleine Herausforderung und bietet eine nette Abwechslung zu den kurzen 1 on 1 Matches.
Die Hardcore Matches sind sogar recht spaßig (vor allem zu zweit), da einem alle möglichen Waffen wie Ringglocken, Videokameras, TV Geräte und Tische zur Verfügung stehen.
 
Fazit:
Natürlich sind weder Grafik, noch Steuerung und schon gar nicht die Größe des Rosters für heutige Verhältnisse besonders beeindruckend. Darum geht es hier auch überhaupt nicht.
Für die Leute die es von früher noch kennen und schon damals damit Spaß hatten ist es aber nochmal einen Blick wert. 
Gerade die trashigen Promos (PS1 Version) sorgen für den gewissen Nostalgie-Faktor und da die Kämpfe (wenn man die Steuerung wieder drauf hat) recht kurz sind, kann man es an einem Abend auch nochmal locker durchspielen.
Wer WWF WAR ZONE damals allerdings nicht gespielt hat und auch nicht aus dieser Zeit kommt, für den hat das Spiel nicht sonderlich viel zu bieten.

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25. August 2018 - 13:32 Uhr | Benny E-Mail