In Your House - Die Retro Kolumne:WWF Attitude - You better recognize me!

geschrieben von Penker

Heute befasse ich mich mit einem Game, das bereits mehrfach in den Kommentaren erwähnt wurde: WWF Attitude. Ich muss dazu sagen, dass ich damals zwar War Zone gezockt habe (siehe Ausgabe 4 dieser Kolumne), aber Attitude war doch leider bis vor wenigen Jahren fast völlig an mir vorbei gegangen.
Da ich mir vor einigen Wochen im Zuge der Kolumne gleich ein ganzes Paket an alten Wrestling-Spielen bei eBay besorgt habe (ich sammle generell Spiele und da hat es sich angeboten) und nach War Zone erst richtig in Fahrt gekommen war, wollte ich mit Attitude gleich nahtlos anknüpfen.

Genau wie sein Vorgänger bietet einem Attitude das gleiche Gameplay. Wer also War Zone aufgrund der Steuerung nicht mochte, wird hier leider auch keinen Spaß haben.
Was mir allerdings sofort auffiel war, dass ENDLICH die Finisher und Signature Moves ihren Weg in die Move-List gefunden haben. Ich frage mich bis heute, warum man bei War Zone darauf verzichtet hatte.
Sucht euch einen Wrestler aus und nach einer kurzen Weile habt ihr die nötigen Kombinationen intus und fegt nur so durch die Matches. Auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad dauern die meisten Kämpfe (natürlich auch abhängig von der Matchart) zwischen 1-5 Minuten.


Treppe statt Rampe.

Das klingt im ersten Moment wenig, wenn ihr euch allerdings an den „Career Mode“ wagt, dann erscheinen einem selbst diese 1-5 Minuten manchmal ewig.
Ward ihr bei War Zone bereits nach 16 Kämpfen der unangefochtene WWF World Heavyweight Champion, erwartet euch bei Attitude ein wesentlich längerer Weg an die Spitze. Das ist auch der Grund, warum WWF Superstars 2 in der letzten Ausgabe praktisch als „Lückenfüller“ diente, da ich mit Attitude noch nicht durch war.

Der Karrieremodus beinhaltet drei Etappen: European-, Intercontinental-, und World Title.
Um European Champion zu werden, müsst ihr schon mindestens 21 Matches bestreiten. Im Anschluss daran, müsst ihr den Titel noch fünfmal verteidigen, bevor ihr weiter zum Intercontinental Titel dürft.
In einem Ranking-System bahnt ihr euch den Weg durch die Federation. Anfangs kämpft ihr nur bei Houseshows oder tretet maximal bei Heat an. Die Art und Weise wie man sich hocharbeiten muss, hat mir durchaus gefallen. Von der kleinen Houseshow bis zum großen Main Event bei Wrestlemania.
Um am Ende der World Champion zu sein, absolviert ihr mindestens 60 Matches. Zum Glück sind das nicht alles nur reine 1 on 1 Kämpfe. Ihr tretet in den unterschiedlichsten Matcharten gegen das komplette Roster an.


Der Weg an die Spitze ist lang.

Es gibt so viele Möglichkeiten, dass eigentlich immer für Abwechslung gesorgt ist, was ein großer Pluspunkt des „Career Mode“ ist. Egal ob Tag Team Match, Gauntlet, Finisher only, Triple Threat, 2 out of 3 Falls, Hardcore, 4-Way Cage Match, Royal Rumble, King of the Ring Tournament…es steht immer etwas anderes auf dem Programm.
Was mir allerdings gar nicht gefallen hat war, dass ich auf meinem Weg an die Spitze zahlreiche Handicap Matches bestreiten musste. Das bedeutet bei WWF Attitude nicht nur 1 vs 2 sondern auch 1 vs 3.
Es ist machbar, aber auf Dauer nervt es doch etwas.
Und obwohl es so viel Abwechslung im „Career Mode“ gibt, waren es mir am Ende doch gefühlt zu viele Matches die man gewinnen muss.

Fun Fact - Die Hardy Boyz waren für das Motion Capturing der Moves eingeteilt, haben selbst aber nicht den Weg ins Spiel gefunden. Stattdessen kann man Charaktere wie Al Snow’s Head spielen.


Wenn euch Al Snow zu langweilig ist...

Positiv zu erwähnen wäre noch die Präsentation. Alle Wrestler kommen mit ihrer originalen Musik zum Ring und geben vor jedem Match noch eine Catchphrase zum Besten. 
Was mich allerdings die ganze Zeit gewundert hatte…warum gibt es beim Entrance eine Treppe statt einer Rampe? Kann mir doch keiner erzählen, dass das technisch nicht umsetzbar gewesen wäre.
Ebenfalls bietet Attitude eine (für damalige Verhältnisse) große Auswahl an Wrestlern. Anfangs sind es 30, aber im Laufe der Zeit könnt ihr weitere Akteure wie Chyna, TAKA, Shawn Michaels oder Jerry Lawler freischalten.
Auch Fun-Modi wie den Ego Mode oder den Big Head Mode könnt ihr freischalten.

Ich weiß nicht ob das Zufall war, aber im „Career Mode“ war am Ende bei Wrestlemania Owen Hart mein Gegner um den WWF World Heavyweight Title. Ihm ist dieses Game gewidmet, da er zwei Monate vor Release auf tragische Weise verstarb.

Fazit:
Wer bereits War Zone mochte und sich von der Steuerung nicht abschrecken ließ, der/die kann sich eine Weile mit dem „Career Mode“ beschäftigen oder mit den zahlreichen Spielmodi Spaß haben.
Man kann einiges freischalten, wodurch zusätzlich für Motivation gesorgt wird. Mit Freunden macht das Ganze dann natürlich noch eine Ecke mehr Spaß. Zumal das Roster auch deutlich größer ausfällt als noch im Vorgänger.
Wer allerdings so gar nicht mit der Steuerung zurechtkommt, greift dann wahlweise auf WWF Wrestlemania 2000 /WWF No Mercy (N64) oder WWF Smackdown 1/2 (Playstation 1) zurück.
Je nachdem welche Konsole ihr noch habt oder bevorzugt.

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23. September 2018 - 19:36 Uhr | Benny E-Mail