In Your House - Die Retro Kolumne:WCW/nWo Revenge - No Mercy mit WCW Lizenz?

geschrieben von Penker

Momentan passiert ja so einiges in der Wrestling-Welt und in 20 Jahren kann ich an dieser Stelle möglicherweise in Erinnerungen an das erste All Elite Wrestling Game schwelgen.
Bis es allerdings soweit ist, befasse ich mich in Ausgabe 8 der Retro-Kolumne mit WCW/nWo Revenge.

Während ich in den letzten Monaten wieder hauptsächlich auf der Playstation 1 gezockt habe, war es doch mal wieder an der Zeit, das N64 aus dem Schrank zu holen.
Und bevor ich zu WWF No Mercy griff (es wird definitiv auch eine Ausgabe dazu geben) hatte ich WCW/nWo Revenge im Auge.
Wer die AKI Wrestling Games kennt der weiß, dass die Spiele gerne mal ein ausgiebiges Intro beinhalten.
In diesem Falle werdet ihr, bevor ihr ins Hauptmenü gelangt, mit einer 4-minütigen Cutscene auf das vorbereitet, was euch im besten Falle für die nächsten Wochen und Monate an die Konsole fesseln wird.


Schon im Intro geht es zur Sache.

Damals habe ich mir immer gewünscht, dass es mal eine Mischung aus Revenge und No Mercy geben wird.
Allein die Entrances bei Revenge haben mich mehr als beeindruckt, da die Wrestler vom Eingang bis in den Ring laufen. Heute nichts besonderes, aber für uns war das damals schon der absolute Wahnsinn. Zudem noch die detailgetreuen Nachbauten der Nitro-, und PPV-Stages. Vor allem Halloween Havoc hat mir optisch immer am besten gefallen. 


Die Halloween Havoc Stage hat mir optisch immer am besten gefallen.

Einziges Manko war, dass leider nur zwei Entrance-Themes verfügbaren waren. Abhängig davon ob der Wrestler zur Face oder Heel Fraktion gehörte. Sehr schade, denn das hat leider doch etwas an der Immersion und ansonsten guten Präsentation gekratzt.
Apropos Präsentation…das ist jetzt vielleicht etwas kleinkariert, aber mich hat es damals schon gestört, dass die Ringpolster dreieckig waren. Ich weiß nicht, ob es technisch so schwer umzusetzen war, aber es sah auch für damalige Verhältnisse echt unschön aus. Aber das nur am Rande.

Das Herzstück eines jeden Wrestling-Games ist natürlich das Gameplay und hier hat AKI echt abgeliefert. Man hatte zwar noch nicht die volle Bandbreite wie später bei No Mercy, aber schon hier hat man gemerkt, dass die Japaner ihr Handwerk in Sachen Steuerung verstehen.
Man muss sich nur alleine mal die Tatsache vor Augen halten, dass Revenge zeitlich in direkter Konkurrenz zu WWF Warzone stand.
Welches der beiden Games in Hinsicht auf die Steuerung besser gealtert ist, dürfte wohl offensichtlich sein. 
Das von AKI entwickelte Grappling-System ist für mich auch heute noch der Hauptgrund, warum ich Spiele wie Revenge, No Mercy, Virtual Pro Wrestling usw. immer wieder aus dem Schrank hole und zocke.

Neben dem Gameplay ist natürlich auch das Roster ein wichtiger Bestandteil.
Ob es nun die komplette nWo (inklusive Eric Bishoff + Karate Moves), Techniker wie Chris Benoit und Chris Jericho, das German Wunderkind Alex Wright oder Cruiserweights wie Juventud Guerrera waren. Es blieb kaum ein Wunsch offen. Insgesamt 63 WCW/nWo Wrestler fanden ihren Weg ins fertige Game.
Zusätzlich dazu waren weitere 12 japanische Wrestler verfügbar. Aus Lizenzgründen wurden allerdings ihre Namen sowie das Outfit abgewandelt. Die Move-Sets waren hingegen detailgetreu.
So kann man zum Beispiel mit Hayabusa (unter dem Namen Han Zo Moon), Kenta Kobashi (hier als The Executioner) oder Dr. Death Steve Williams (aka Jekel) in den Ring steigen.
Mit unter anderem Dusty Rhodes und Jimmy Hart haben es zudem weitere sieben „not playable characters“ als Manager und Valets ins Spiel geschafft.


Auch Alex Wright ist als spielbarer Charakter mit dabei.

Fun Fact - WCW Referee Mark Curtis ist als Cartoon Ringrichter im Spiel zu sehen. 

Der Fokus liegt genre-typisch auf dem Multiplayer Modus. Da die Steuerung sehr intuitiv ist, kann man praktisch jedem ein Pad in die Hand geben und Spaß haben.
Für den Fall, dass ihr keine Freunde hattet oder diese wieder vor 22 Uhr Zuhause sein mussten, ihr aber noch zocken wolltet, weil am nächsten Tag schulfrei war, konntet ihr euch an den Championship Modus wagen.
Hier habt ihr die Wahl zwischen eigentlich jedem Titel, den es zu diesem Zeitpunkt in der WCW zu holen gab. Im klassischen Ranking System arbeitet ihr euch so Titel für Titel durch das Roster.

Fazit:
WCW/nWo Revenge gilt zu Recht als das beste Spiel, das jemals die WCW Lizenz inne hatte.
Aufgrund der Steuerung und des (für damalige Verhältnisse) immensen Roster, ist es auch heute noch sehr zu empfehlen. Man kommt relativ schnell wieder ins Gameplay rein und kann mit dem Championship Modus sowie dem Multiplayer einige spaßige Stunden haben.
Wer noch ein N64 Zuhause hat sollte mal bei ebay vorbeischauen. Hier bekommt ihr WCW/nWo Revenge für teilweise unter 10€.

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20. Januar 2019 - 20:06 Uhr | Benny E-Mail