5 Star Wrestling:Die ReGenesis-Version im Review

5 Star Wrestling: Die ReGenesis-Version im Review

Als das Entwicklerstudio „Serious Parody“ vor einiger Zeit bekanntgab, mit 5 Star Wrestling ReGenesis  ein Remake des gleichnamigen PS3-Spiels für die neueste Konsolengeneration zu veröffentlichen, standen sich Hoffnung und Zweifel innerhalb der Fangemeinde im Nichts nach. Hoffnung, weil bereits in der alten Fassung Ansätze eines guten Wrestling-Spiels zu sehen waren und Zweifel, weil es bis auf die erwähnten Ansätze nicht viel Positives über die PS3-Version zu vermelden gab.

Doch wie gut ist die ReGenesis-Version von 5 Star Wrestling wirklich? Wir haben das Spiel auf Herz und Nieren getestet und möchten euch im folgenden Review darüber aufklären, ob sich ein Kauf lohnt oder ob man die knapp 20 Euro doch lieber anderwärtig ausgeben sollte.

 

Spielmodi und Charaktere

Nach dem Start des Spiels findet man sich im übersichtlichen Hauptmenü wieder und wird direkt mit dem rockigen Soundtrack (dazu später mehr) konfrontiert. Beim Durchsehen der verschiedenen Menüpunkte stoßen wir zunächst auf den Exhibition-Modus, in dem wir die Matchart, die Optionen und die gewünschten Wrestler auswählen können.

Hier können wir beispielsweise zwischen einem normalen Singles-Match, einem Submission-Match oder einem No Holds Barred-Match entscheiden und uns aussuchen, in welcher Arena wir antreten möchten. In den Optionen gibt es Einstellungen für die maximale Matchlänge, den Schwierigkeitsgrad und die Regeln für das kommende Match (DQ, Rope Break, Count Out). In der Charakter-Auswahl stehen uns insgesamt acht verschiedene Fantasy-Wrestler zur Auswahl, die allesamt eine starke Ähnlichkeit mit ihren realen Vorbildern haben. Die Stars, mit denen wir in den Ring steigen dürfen, nennen sich Andy Organ (Randy Orton), Curtis Angel (Kurt Angle), Dynamite Pegasus, Gregg Hearty (Jeff Hardy), Harvee Dee (Rob Van Dam), Jonny Maiva (The Rock), Mike Iceberg (Goldberg) und Ragnabröck (Brock Lesnar). Jeder dieser Charaktere ähnelt seinem echten Ebenbild nicht nur im Aussehen, sondern greift auch auf die selben Finishing Moves zurück.

Neben dem Exhibition-Modus gibt es noch den Quickplay-Modus, bei dem alle Einzelheiten des Matches zufällig gewählt werden und man so direkt loslegen kann.

Ebenfalls an Bord sind die sogenannten „Challenges“. Dort können wir über 120 Herausforderungen meistern, Punkte sammeln und neue Objekte freischalten. Diese Herausforderungen bestehen zum Großteil aus Matches, in denen der Reihe nach verschiedene Aufgaben erfüllt werden müssen. In unserem Test habe ich diesen Spielmodus zwar nur angetestet, bin aber bereits nach kurzer Dauer der Ansicht, dass er sich sehr eintönig spielt und schnell langweilig werden kann.

Neben den bisher vorgestellten Modi ist auch noch ein ausführliches Tutorial verfügbar. Dort wird man als Neuling zunächst mit der Grundsteuerung vertraut gemacht, ehe immer komplexere Übungen folgen. Ohne Vorkenntnisse ist dieses kurzweilige und gut zusammengestellte Tutorial absolute Pflicht.

Wie bei den Challenges bereits angesprochen, gibt es auch noch einige „Unlockables“, die im nächsten Menüpunkt zu finden sind. Dort gibt es eine ausführliche Übersicht der zahlreichen Objekte, die wir uns im Spiel erarbeiten können. Enthalten sind hierbei viele neue Attires für die Wrestler, ein paar neue Hallen sowie drei weitere Matcharten.

 

Gameplay und Steuerung

Die Steuerung, mit der man sich dank des guten Tutorials schnell anfreunden kann, erinnert in vielen Aspekten an Klassiker des Genres wie „Here Comes the Pain!“ oder auch „SmackDown! vs Raw: 2008“. Es gibt im Gegensatz zu den aktuellen WWE 2K-Games zwei Kontertasten, mit denen man sich einerseits gegen Schläge und andererseits gegen Griffe wehren kann.

Ebenfalls fällt das Arcade-lastige Gameplay auf, dass das Spiel zwar nicht sehr realistisch wirken lässt, aber eine erfrischende Alternative zum Markenprimus aus dem Hause 2K bietet. Die Matches beinhalten oftmals viele Schlag-Kombos und übernatürlich aussehende Moves und werden meist erst nach mehreren Finishern beendet. Wer auf diesen simplen Arcade-Fighting-Stil steht, wird mit dem Gameplay sicher viel Spaß haben.

Trotzdem darf man nicht außer Acht lassen, dass es oftmals sehr unsaubere Übergänge gibt und die Kollisionsabfrage alles andere als gut ist. Ebenfalls machen sich immer wieder Bugs bemerkbar, die zum Beispiel dafür sorgen, dass der Gegner plötzlich aus dem Ring „gebeamt“ wird.

 

Grafik und Sound

Natürlich kann die Grafik in 5 Star Wrestling ReGenesis nicht mit Spielen wie WWE 2K16 oder aktuellen Battlefield-Titeln mithalten, trotzdem hat man auf sehr viele Details geachtet. Egal welche Arena und egal welcher Charakter, alles in diesem Spiel wirkt einzigartig und mit viel Engagement erstellt. Man hat einfach immer das Gefühl, dass die Entwickler nicht auf die berühmte Quantität, sondern auf die Qualität der einzelnen Elemente gesetzt haben – und das wirkt sich in diesem Aspekt äußerst positiv auf das Spielgefühl aus.

In Sachen Sound wertet das Spiel mit einem rockigen Soundtrack auf, an dem sicher der Großteil der Community Freude haben dürfte. Darüber hinaus besitzen alle Charaktere nicht nur ein eigenes Theme, sondern werden auch noch von einem Ringsprecher angekündigt.

 

Zusammenfassung

Nach mehreren Stunden, dich ich mittlerweile in 5 Star Wrestling auf meiner Playstation 4 verbracht habe, fällt es mir äußerst schwer, ein eindeutiges Urteil über dieses Spiel zu fällen.

Zum einen erinnert dieses Spiel durch das Arcade-Gameplay an längst vergangene Tage früherer Konsolengenerationen und hat sicher einen gewissen Nostalgie-Effekt. Auch die Detailverliebtheit bei den liebevoll gebauten Charakteren, die äußerst gelungene Parodien zu ihren echten Ebenbildern sind, konnten mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Andererseits wird man durch viele kleine Spielfehler und dem zu geringen Wiederspielwert nach einiger Zeit daran gehindert, nachhaltig  Spaß an 5 Star Wrestling zu finden.

Ebenfalls erwähnen muss ich in diesem Review das Verhalten des Entwicklerstudios. Bereits lange vor dem Release des PS3-Ablegers von 5 Star Wrestling setzten wir uns mit Serious Parody in Verbindung. Die Kontaktaufnahme verlief positiv und uns wurde ein exklusives Interview zugesichert, woraufhin wir in unserem Forum die wichtigsten Fragen von euch sammelten. Die Fragen wurden an die Entwickler geschickt, doch seither herrscht absolute Funkstille. Auch auf die Frage nach einem möglichen Testmuster wurde uns weder beim Release der PS3-Version noch vor knapp einem Monat, als die Fassung für die PS4 erschien, nicht geantwortet.

Wenn man bedenkt, dass dieses Projekt mitunter aufgrund der Community entstand, muss man sich durchaus die Frage stellen, ob diese Ignoranz der Dank dafür ist?

5 Star Wrestling bringt in einigen Aspekten durchaus frischen Wind in die Welt der Wrestling-Spiele. Leider wird der Spielspaß jedoch durch einige Bugs und dem geringen Wiederspielwert immer wieder auf eine harte Probe gestellt. Für Fans des Genres sicher eine Überlegung wert, wenngleich der aktuelle Preis von 20 Euro meiner Meinung nach zu hoch ist.
Gameplay
7
Präsentation
5
Umfang
6
6.0
  • Detailverliebtheit bei Charakteren und Arenen
  • Spaßiges Arcade-Gameplay
  • Erfrischende Abwechslung zum Genre-Primus WWE 2K
  • Störende Bugs und Glitches
  • Fehlender Wiederspielwert
  • suboptimales Verhalten des Entwicklungsteams
14. Februar 2016 - 12:45 Uhr | Marco E-Mail