EA Sports UFC 2:Wie schlägt sich der Nachfolger? Unser Review!

UFC2_Review

Im Juni 2014 erschien UFC aus dem Hause EA Sports auf PlayStation 4 und Xbox One. Beim Release damals stellte EA sofort klar, dass es sich im Gegensatzu zu FIFA, NHL, Madden und Co. bei UFC nicht um eine jährlich erscheinende Serie handeln würde. Stattdessen lieferte man etliche Fighter als Gratis-DLC nach und verbesserte das Spiel auf Basis von Fan-Feedback mit diversen Patches. Jetzt, im März 2016, also fast 2 Jahre nach Erscheinen des Erstlings, präsentiert uns EA Sports mit UFC 2 den Nachfolger. Kann der Nachfolger die Kritikpunkte ausmerzen und wie schlägt sich das Spiel? Das wollen wir in unserem Review herausfinden.

Was ist neu? Was bietet UFC 2?

UFC 2 bringt, wie für Nachfolger üblich, ein paar Änderungen mit sich. Bei den Spielmodi zum Beispiel gibt es den aus anderen EA-Spielreihen wie FIFA bekannten Ultimate Team Modus nun auch im Octagon. In diesem Modus stellt sich der Spieler ein Team aus Fightern zusammen, mit denen er online oder gegen die CPU antritt. Mit so genannten „Cards“ kann er dann diverse Attribute ausbauen, um sich einen Vorteil auf im Octagon zu verschaffen. Das Prinzip „Ultimate Team“ ist im Grunde ja bekannt und wird in die Welt des Mixed-Martial-Arts übertragen.


Einmarsch der Gladiatoren.

Neu im Spiel ist auch der „Knockout“ Modus. In diesem eher Arcade-lastigen Spielmodus sind sämtliche Grappling- und Submission-Spielmechaniken deaktiviert und es gibt nur auf die Möhre. Jeder Kämpfer kann dabei eine gewisse Anzahl an Volltreffern einstecken bis er ausgeknockt wird. Eben so wie in einem „normalen“ Beat-em-up, nur halt im Octagon und mit demselben Gameplay wie im eigentlichen Spiel.

Wer wollte nicht schon immer mal seinen eigenen UFC-Event booken? Das ist diesmal möglich. Man erstellt eigene Fight Cards von der Undercard bis zum Main Event und kann sie im Anschluss direkt spielen oder aber abspeichern und irgendwann durchdaddeln. Eine gelungene Abwechslung zu den Einzelfights.

Neu hinzugekommen ist auch der „UFC Live Event“ Modus. Der Modus ist stark verknüpft mit dem „Ultimate Team“ und ihr verdient dort Punkte, die ihr in „Ultimate Team“ inverstieren könnt. Dazu müsst ihr basierend auf einem bald stattfindenden Event der UFC eine Fight Card tippen. Ihr bestimmt dazu den Sieger, die Siegmethode und die Runde, in der der Sieg errungen wird. Liegt ihr mit euren Tipps richtig, bekommt ihr Punkte. Der richtige Sieger ist der Ausgangspunkt der Punktberechnung. Stimmt dieser nicht, bringen euch richtige Tipps in der Siegmethode und der Siegrunde nichts. Nachdem ihr eure Tipps abgegeben habt, könnt ihr den Fight noch im Spiel nachspielen. Es gibt Boni, wenn ihr den Kampf dann genau auf die Art gewinnt, wie ihr es anhand eurer Tipps eingebeben habt. Die durchs Spielen errungenen Bonuspunkte werden euch in jedem Fall gut geschrieben, auch wenn der echte Fight anders ausgeht. Den Modus kann man als Mix aus Tippspiel und Simulation echter Events bezeichnen.


Joe Rogan im Octagon? In UFC 2 möglich!

Neben all diesen neuen Spielmodi gibt es natürlich wieder eine Karriere, die üblichen Einzelfights und Onlinegaming.

Was mir persönlich als Neuerung sehr gut gefallen hat, ist das Szenario zu Beginn des Spiels. Nach einem stimmungsvollen Intro-Video wird man direkt in einen Kampf bei UFC 189 geworfen, den es zu absolvieren gilt. Während des Kampfes lernt man schon einiges an Gameplay in Form kleiner Tutorials kennen und ist somit gewappnet für den ersten richtigen Fight, wenngleich man natürlich noch nicht alles im Detail erlernt. Da bleibt UFC 2 dem Vorgänger treu: wer das Spiel meistern möchte, sollte sich wieder die Zeit nehmen und es lernen.

Gameplay

Auch wenn sich im Vorfeld heutiger Videospielreleases gefühlt mehr mit Auflösungen und Framerates beschäftigt wird, ist der wichtigste Aspekt immer noch das Gameplay. Das war in UFC vor allem nach den Patches sehr gelungen und die Fans waren zum Großteil zufrieden, wenngleich für viele immer noch UFC Undisputed 3 aus dem Hause THQ das Nonplusultra blieb.

UFC 2 baut natürlich auf dem Gameplay des 1. Teils auf, wurde aber vor allem im Ground-Gameplay modifiziert. Das ist vereinfacht worden und dank immer auftauchender HUD-Hilfen auch intuitiver als im Vorgänger, wo es wirklich einige Zeit brauchte, es zu lernen und dabei Erfolge vorweisen zu können. Das geht diesmal schneller. Die HUD-Hilfen sind natürlich auch deaktivierbar, helfen aber beim Einstieg sehr. Es ist eine Simplifizierung, die man so akzeptieren kann und die dem Spiel nicht den Tiefgang oder den Simulationsanspruch nimmt.

Ansonsten wurde nicht viel verändert. Ausdauer ist weiterhin mehr als wichtig, einfaches Move-Spamming führt nicht zum Erfolg. Die Steuerung reagiert deutlich direkter als im Vorgänger und die Geschwindigkeit des Spiels wurde leicht erhöht. Sie bleibt dabei aber realistisch und driftet nicht in zu schnelle Fights ab. Auch der Impact von harten Schlägen und Tritten wird besser transportiert. „Touching Gloves“ - also das respektvolle Abklatschen mit den Handschuhen zwischen den Fightern vor jeder Runde – ist diesmal sofort im Spiel. Im Vorgänger war es erst nach Updates hinzugefügt worden.


KNOCKOUT!!!

Doch auch hier darf man Kritik äußern: EA Sports bewarb das neue „Knockout-Gameplay“ im Vorfeld stark. Es sollte viel besser animierte und überraschendere Knockouts geben. Das Problem ist: Knockout-Siege kommen im Spiel an sich eher selten vor. Wenn man nicht gerade am Boden nochmal nachgeht und dem Gegner den letzten Rest gibt, läutet der Referee selten ab und der Gegner kann doch noch weitermachen.

Außerdem kommt es einem beim Spielen so vor, als hätte die KI eine viel größere Ausdauer bzw. ein weit besseres Management der Ausdauer als der Spieler. Gerade in Bodenkämpfen fällt es auf, dass man selbst Ausdauer ohne Ende verliert, der Gegner aber Transition nach Transition, Schlag auf Schlag durchbringen kann und sein Balken bleibt dennoch recht gefüllt. So ist es bei langen Fights so, dass man als Spieler gegen Ende nur noch die Hälfte seines Ausdauerbalkens hat, der Gegner aber immer noch bei ¾ oder sogar mehr steht. Da sollte EA anhand eines Patches noch etwas nachjustieren, da die Balance nicht ganz stimmt.

Präsentation und grafisches Erscheinungsbild

In Puncto Grafik war ja der Vorgänger bereits richtig stark in Szene gesetzt. Die Fighter sahen richtig gut modelliert aus, die Lichteffekte bei den Einzügen waren überragend und die ganze Präsentation wirkte TV-reif. So ist es auch beim Nachfolger.

In Sachen Grafik hat man noch mal eine Schippe drauf gelegt und vor allem im Detail für Verbesserungen gesorgt. Die im Vorgänger von den Modellen her noch etwas qualitativ schlechteren Ringrichter, Bruce Buffer und die Nummerngirls sehen diesmal besser aus als zuvor. Bei den Einzügen sowie dem Beginn des Kampfes, wo die Lichteffekte eingesetzt werden, sitzt man wieder staunend vor dem TV und denkt man schaut gerade einen echten Event. Leider sind die kleinen Slowdowns beim Szenenwechsel noch immer vorhanden.


Bruce Buffer mit den für ihn typisch emotionalen Ansagen.

Neben den Lichteffekten und den super modellierten Fightern fällt auf, dass diesmal u.a. das Blut sichtbar bleibt und nicht jede Runde eine „saubere Matte“ im Octagon liegt. Anmerkung dazu: Wenn ihr den neuen Modus der selbst erstellten Events nutzt, bleibt das Blut sogar den gesamten Event hinweg auf der Matte. Wenn also im 1. Fight des Abends schon viel fließt, habt ihr selbst am Ende des Events noch etwas davon. Auch die Blut-Darstellung am Körper an sich ist sehr gelungen, genau wie die Schwellungen im Gesicht oder entstehende Rötungen am Körper.


Die Grafikengine lässt die Muskeln spielen.

Zu einer guten Präsentation gehört natürlich auch die Soundumgebung. Hier leisten die englischen Kommentatoren wieder hervorragende und authentische Arbeit. Sie haben neue Lines eingesprochen und wirken wirklich abwechslungsreich. Wie es sich mit den deutschen Pendants verhält, möchten wir nicht beurteilen. Sie gingen uns schon im 1. Kampf auf den Geist, weil es einfach nicht echt wirkt und es nicht die echten UFC-Kommentatoren aus dem TV sind. Entsprechend wurde im Optionsmenü direkt die Sprache auf Englisch gestellt. Neben englischen und deutschen Kommentatoren gibt es zudem noch brasilianisches Portugiesisch und Französisch zur Auswahl.

Auch die Zuschauer zeigen sich deutlich verbessert. Sie feuern mehr an und gehen mehr mit als noch im Vorgänger. Es gibt Rufe für die Fighter, sie buhen, wenn ihnen der Kampf zu langweilig und eintönig ist und reagieren gut auf die gebotene Action.


Die Nummerngirls dürfen natürlich nicht fehlen.

Dickes Minus in der Präsentation ist unserer Meinung nach die Nutzung der Reebok-Lizenz, die dazu führt, dass jeder Fighter dieselben Shorts trägt und es so gut wie keine Abwechslung bei den Designs gibt. Warum man diesen Schritt gegangen ist, wissen wir nicht. Bei Lizenzen hat es wahrscheinlich immer etwas mit Geld zu tun, aber dass man so ein Design-Element raus genommen und durch immer gleiche Standards ersetzt hat, ist einfach eine Enttäuschung.

Alles in allem gibt es an der Präsentation des Spiels absolut nichts zu meckern. Die Grafik ist herausragend, die Kommentatoren machen einen tollen Job und Soundtracks sind halt wie immer Geschmacksache – wir empfanden sie als passend.

Die Karriere

Eine Neuerung des Karrieremodus ist, dass er nicht zwangsläufig mit einem selbst erstellten Fighter gespielt werden muss, sondern auch der Import eines vorhandenen Fighters möglich ist. Diesmal können zudem nicht nur die Männer die Fäuste der Karriere schwingen, sondern auch der Aufstieg einer Frau darf nachgestellt werden. Auch hier kann man entweder selbst kreativ werden und sich sein Alter Ego basteln oder eben eine der Damen importieren.

Zu Beginn der Karriere spielt ihr erneut das „The Ultimate Fighter“ Turnier, das ihr gewinnen müsst um ein Teil des Hauptkaders zu werden. Zwischen den Fights gibt es wieder Trainingssessions, die ihr entweder absolvieren oder – wenn einmal erfolgreich durchgeführt – auch simulieren könnt. Zu Beginn der Karriere gibt es immer wieder ein paar Videos, die für etwas Atmosphäre sorgen. Leider wurde die Anzahl der Videos und auch deren Inhalte gegenüber dem Vorgänger deutlich verringert. Im späteren Verlauf der Karriere kriegt man so gut wie gar nichts mehr zu sehen.


Spaßvögel bekommen einen Bonus.

Geändert wurde, dass die Attribute nicht mehr durch in den Kämpfen und Trainings gewonnene EXP aufgewertet werden können. Sie werden nun durch die Trainingssessions aufgewertet. Die in den Kämpfen gewonnenen EXP investiert ihr in Fähigkeiten oder neue Moves für euren Fighter. Beim Training gibt es Boni oder Mali, die das Training effektiver oder ineffektiver machen. So kann es zum Beispiel dazu kommen, dass der Hausmeister des Gyms krank wird und ihr so nur 2 von 3 Sessions habt oder aber eine Bonuseinblendung kommt, dass ihr mit einem berühmten Fighter trainiert und so mehr Erfahrung im Bodenkampf bekommt.

Die Länge eurer Karriere hängt davon ab, wie fit euer Fighter bleibt. Irgendwann ist er körperlich so am Ende, dass er die Karriere beenden muss. Das kann auch passieren ohne dass ihr je eine Titelchance bekommen habt. Übrigens könnt ihr euch je nach Intensität auch in den Trainings leichter oder schwerer verletzen und die Verletzungen werden in den Kampf übernommen, sodass ihr schon mit einem angeschlagenen Arm oder Bein beginnen müsst.

Zwischendurch kommt es immer wieder mal zu so genannten „Fighter Challenges“. In diesen Fights könnt ihr 3 Ziele erfüllen, um mehr Fans zu gewinnen. So müsst ihr zum Beispiel ein paar Strikes im Clinch landen, den Gegner provozieren und den Kampf danach gewinnen oder nach einem Takedown durch eine Submission den Tapout erreichen. Die Gegner in den „Fighter Challenges“ sind eurem eigenen Fighter von den Statistiken zudem meist haushoch überlegen, sodass die Herausforderung ein Vielfaches höher ist als in normalen Kämpfen.


Verschnaufpause und Aufpeppeln zwischen den Runden.

Beim Testen und auch beim Querlesen durch die Foren stellten wir fest, dass die Karriere je nach Spieler durchaus sehr unterschiedlich verlief. Die Einen waren früh am Ende, weil der Schaden zu groß war, sahen dabei aber nie mehr als die Undercard, geschweige denn einen Titelkampf. Bei Anderen hingegen ging die Karriere steil bergauf, auf viele Sieg folgte schließlich ein Titelkampf und dennoch war das Karriereende noch in weiter Ferne. Hier spielt entweder der Zufall eine große Rolle oder man spielt unbewusst anders, was sich dann auf die Länge auswirkt.

Alles in allem sind wir von der Karriere etwas enttäuscht. Sie wirkt lieblos und verschenkt viel Potential. Letztlich arbeitet man nur Fight für Fight ab. Das Training wird bei den meisten Spielern wohl irgendwann nur noch simuliert, da es recht eintönig ist und eine echte Story gibt es gar nicht. Auch auflockernde Videos gibt es einfach viel zu selten. Sowohl positiv als auch negativ kann man sehen, dass die Karriere durch den Verletzungsfaktor und das Karriereende nicht endlos in die Länge gestreckt wird, allerdings kommt es teilweise auch vor, dass sie viel zu früh endet.

UFC Ultimate Team

Der aus anderen EA Sports Titeln bekannte „Ultimate Team“ Modus findet dieses Jahr auch Einzug in EA UFC 2. Man erstellt sich zu Beginn ein eigenes Team aus bis zu fünf Fightern. Es ist nicht nötig direkt fünf Kämpfer zu erstellen, der Spielspaß beginnt auch schon wenn ihr nur einen Fighter habt. Ihr importiert entweder jemanden, mit dem ihr schon die Karriere gespielt habt, oder bastelt euch neue Fighter im Creation Modus. Attributpunkte, die ihr in der Karriere schon gesammelt habt, werden allerdings nichtig. Euer Kämpfer beginnt wieder ganz von vorne.


"Ultimate Team" findet nun auch bei UFC statt.

Wie in „Ultimate Team“ üblich, könnt ihr euch mit Coins Packs kaufen, in denen Karten enthalten sind, die ihr zur Verbesserung eurer Fighter einsetzt. Auf den Karten gibt es beispielsweise Moves, Attributverbesserungen oder Fitness-Boni, die ihr vor dem Kampf aiswählt und eurem Charaker zuordnet. Die Karten sind teilweise unterteilt in Gewichtklassen oder allgemein gültig und haben natürlich einen unterschiedlichen Seltenheitswert. Dies bedeutet aber auch, dass es nicht möglich ist, eine für einen männlichen Heavyweight gedachte Karte für eine Frau einzusetzen.

Die Coins für den Kauf verdient ihr euch durch Kämpfe, die ihr entweder online gegen menschliche Gegner oder offline gegen die CPU bestreitet. Offline lädt die CPU dafür den Kämpfer eines anderen „Ultimate Team“-Spielers herunter, gegen den ihr dann antretet. Bei erfolgreichen Kämpfen erhaltet ihr Punkte für das Ranking und gewinnt Championships oder steigt eine Liga auf, was dann natürlich schwierigere Gegner für euch bedeutet.

„Ultimate Team“ kann man grob als zweiten Karrieremodus beschreiben. Für EA scheint der Modus immer Wichtiger zu werden, da man sich die Coins ja auch mit echtem Geld kaufen kann und dieses Geschäft scheinbar lukrativ ist. Sieht man nicht nur bei UFC, sondern vor allem auch bei der FIFA-Serie, wo der Fokus immer mehr auf den Spielmodus gelenkt wird. Deswegen wundert uns nicht, dass EA hier stark für wirbt.


Holt euch das Gold!

Der Modus ist an sich auch nicht schlecht, scheint aber mit ein Grund dafür zu sein, dass man weniger Arbeit in den richtigen Karrieremodus investiert hat. All die guten Ideen, die „Ultimate Team“ zweifelsohne mitbringt, hätte man in abgeänderter Form und Präsentation besser in die Karriere einbauen können.

In der Bewertung gehen wir hier also etwas auseinander. Es gab intern Stimmen, die den Modus als gute Abwechlsung, aber eben auch Stimmen, die den Modus als überflüssige Spielerei betrachten. Argumente haben beide Seiten. Hier verhält es sich auch bei bei den anderen EA-Spielen: Ein Teil der Spielerschaft liebt die Herausforderung im "Ultimate Team", reißt gerne neue Packs auf und stellt die beste Mannschaft zusammen, andere schwören dagegen auf einen ausgefeilten Karrieremodus. Am besten ihr testet den Modus selber an und schaut, ob er euch überzeugt. In einer Hinsicht waren wir uns einig: Einen direkten Kaufgrund für UFC 2 stellt „Ultimate Team“ wohl nur vor allem für diejenigen dar, die gerne Onlinefights abhalten und entsprechend etwas Abwechslung wollen. Spielt man den Modus nur offline und gegen die KI, verliert er jedenfalls schnell seinen Reiz.

Zusammenfassung und ausführliches Fazit

Was sagen wir nun abschließend zu UFC 2? Es ist zweifelsohne ein tolles Spiel geworden, wie eben auch der Vorgänger. Allerdings haben wir kein Verständnis dafür, dass man zum Beispiel den Karrieremodus so abgespeckt hat durch den Verzicht auf die tollen Videos des Vorgängers und dadurch eine relativ trockene, meist durch Text-Einblendungen erzählte Karriere spielt. Hier fehlt dann auch so ein wenig die Motivation, diesen Modus lange zu spielen. Dass er mal schneller, mal weniger schnell vorbei ist und man mit dem Schaden etc. nette Aspekte eingebaut hat, ist nicht zu leugnen, stellt aber nicht vollends zufrieden.

So stellt sich für Einzelspieler die Frage, ob ihnen der Umfang trotz des riesigen Rosters ausreicht um das Spiel lange in die Konsole einzulegen. Das hängt sicher vom Spielertyp ab. Wer gerne eine Karriere nach der anderen spielt, eigene Events erstellt oder zwischendurch mal der KI oder einem Freund auf der Couch im Knockout-Modus auf schnelle Art eins auf die Schnauze geben möchte, der wird sicherlich viel Spaß mit dem Spiel haben. Genauso ist der Ultimate Team Modus ja auch in Teilen offline verfügbar, wenngleich er natürlich viel mehr auf Onlinegaming ausgerichtet ist.


Im echten Leben noch ohne Fight, im Spiel schon im Octagon: CM Punk.

Für Mehrspieler ist durch packende Onlinefights gegen starke Gegner sicherlich für viel Motivation gesorgt. Mit dem Ultimate Team Modus hat man zudem einen Modus von echten Teamsportarten wie Fußball sehr gut in den eigentlichen Einzelsport UFC umgesetzt. Genauso ist der UFC Live Event Modus gelungen.

So kann man sagen, dass EA Sports im Vergleich zum Vorgänger sicher einige Schritte nach vorne gemacht hat, gerade in der Karriere – dem viel beworbenen Herzstück für Singleplayer – aber eher einen Schritt zurück. Es sind grundlegend gute Ideen geschaffen worden, die Umsetzung hätte aber besser sein müssen.

Im Vergleich zum Vorgänger werten wir UFC 2 nicht auf. Es hat zwar größeren Umfang als der Debüttitel, dennoch sind wir alles in allem nicht ganz zufrieden und finden, dass EA Sports etwas Potential auf der Strecke gelassen hat. So würden wir im Nachgang eher dem Vorgänger ein paar Punkte abziehen als diese dem Nachfolger aufzuaddieren.

EA Sports UFC 2 bewegt sich auf dem Level des Vorgängers. Das Gameplay wurde sinnvoll verbessert, teils erleichtert ohne es dem Spieler zu einfach machen zu wollen, das Roster ist riesig, die neuen Modi sind spaßig. Grafisch und von der Präsentation bleibt das Spiel eine Augenweide. Leider ist die Karriere etwas eintönig und teils zu schnell vorbei, sodass dem Einzelspieler gegebenenfalls Langzeitmotivation verloren geht. Xbox One Spieler können über EA Access 10 Stunden antesten, alle anderen bei einem Freund anspielen, denn eine Demo gibt es bisher nicht.
Gameplay
8
Präsentation
9
Umfang
8
8.3
  • TV-reife Präsentation
  • bärenstarke Grafik und flüssige Animationen
  • Gameplay erneut fordernd und mit Lernkurve...
  • sinnvoll vereinfachtes Ground-Gameplay
  • riesige Auswahl an Fightern
  • KO-Modus für zwischendurch spaßig
  • Ultimate Team bringt Pepp
  • neue Fighter
  • Karriere nun auch mit Frauen spielbar
  • sehr eintöniger und liebloser Karrieremodus
  • Ultimate Team für Single Player eher langweilig
  • ...dadurch weiterhin Frust bei Neueinsteigern
  • erneut kleinere Slowdowns bei Kamerablenden zu Beginn
5. April 2016 - 8:32 Uhr | Daniel E-Mail