EA Sports UFC 3:Der neue König des Octagons?

EA Sports UFC 3

Während andere Sportserien von EA ihren jährlichen Release bekommen, hält EA Sports bei der UFC Reihe den Rhythmus von 2 Jahren ein. 2014 erblickte der 1. Teil das Licht der Welt, 2016 folgte UFC 2 und jetzt ist UFC 3 seit wenigen Tagen auf dem Markt. Kann man sich steigern? Stagniert die Entwicklung oder ist UFC 3 gar eine Enttäuschung? Das wollen wir in unserem Test aufzeigen.


Für Besitzer von UFC 1 oder 2 direkt gratis dabei: Bruce Lee!

Die Spielmodi

Von den Spielmodi her behält UFC 3 den Umfang des Vorgängers bei und stockt ihn nur marginal auf. Es gibt die üblichen Kampf-Modi, wo man einen normalen UFC Fight nachspielt, es gibt erneut den Knockout-Modus, der mehr einem Beat em up gleicht und diesmal gibt es mit Stand and Bang auch einen Neuzugang, der – wie der Name schon sagte – sich vor allem auf das Gameplay im Stehen beschränkt. In diesem Modus gibt es kein Grappling und keine Submissions, sonst bleibt aber alles wie im normalen UFC Fight, d.h. ihr kämpft über mehrere Runden. UFC Ultimate Team hat es auch wieder ins Spiel geschafft, die Karriere ist natürlich weiterhin vertreten und es gibt auch Trainingsmodi sowie Onlinemodi. Auch die Live Events sowie eigene Events sind weiterhin Teil des Spiels. Im Grunde alles, was das UFC Fanherz begehrt. Hier kann man nun wirklich nicht meckern und mehr gibt die Lizenz ja nun mal auch nicht her. UFC ist MMA, da wird man nicht auf einmal die verrücktesten Kreationen an Spielmodi sehen, wenn es um eine Simulation des Sports geht.


Ihr letzter Auftritt in einem UFC Videospiel? Ronda Rousey!

Gameplay

In Sachen Gameplay ist UFC 3 gewohnt stark. Das Spiel simuliert das Geschehen im Octagon flüssig und realistisch. An der Steuerung hat man ein wenig etwas geändert, man führt beispielsweise Uppercuts durchs Drücken zweier Tasten gleichzeitig aus, was etwas umständlich, nach ein bisschen Gewöhnungszeit aber durchaus machbar ist.

Über den rechten Stick am Controller hat man nun jedoch mehr Kontrolle über den Fighter und kann deutlich mehr pendeln und ausweichen. Dauert etwas, sich da reinzuarbeiten, aber ist ein schönes taktisches Element für die Fights.


Viele Fights werden weiterhin im Ground and Pound entschieden.

Die Submissions kann man jetzt auf ein einfaches System umstellen, wenn man mit dem normalen Submission System nicht klarkommt.

Ansonsten hat sich hier auch nicht viel getan, wer UFC und UFC 2 gespielt hat, wird mit UFC 3 auch warm werden. Der Input Lag ist gegenüber der Beta auch deutlich besser geworden, die Kämpfer reagieren direkt auf das, was man ins Pad schmettert.

Schon im Vorgänger brachten wir zur Sprache, dass die KI in Sachen Ausdauer einen großen, unfair wirkenden Vorteil zu haben scheint und dies ist leider auch in UFC 3 wieder der Fall. Teilweise kann sie Kicks und Punches nur so spammen und der Balken bleibt relativ gefüllt. Legt man als Spieler jedoch mal los und bringt ein Schlag- und Trittfeuerwerk vom Allerfeinsten an, wird man sehr schnell an die Grenzen stoßen. Dies stößt uns eben etwas sauer auf, da wir denken, dass das bei Tests durchaus auffallen darf und etwas besser ausbalanciert sein dürfte.


Ausdauer-Management ist gar nicht so einfach.

Genauso ist es mit der Schwierigkeit an sich. UFC war noch nie ein Spiel für zwischendurch, aber wir sind der Meinung, dass es für Anfänger bereits auf der Stufe „Leicht“ zu einfach sein dürfte, da die KI dort des Öfteren das Blocken völlig vernachlässigt, der Sprung auf „Normal“ dann wiederum viel zu groß ist, da die KI dort weit aggressiver handelt und zudem auch viel besser blockt. Das kann schon zu Frustration führen. Aber Übung macht den Meister, niemals aufgeben.


Auch die Frauen schenken sich nichts.

Präsentation und Grafik


Der Schweizer Volkan Özdemir betritt die Arena.

In Puncto Präsentation und Grafik sollte man bei UFC 3 keine großen Sprünge gegenüber dem Vorgänger erwarten. Uns als Tester fielen jedenfalls so gut wie gar keine Unterschiede auf, was jetzt aber nichts negatives sein muss, denn UFC 2 sah schon stark aus und UFC 3 tut es ebenfalls. Wir haben das Spiel auf der normalen Xbox One getestet, dort läuft es bis auf kleinere Slowdowns in den Einzügen, die bereits in Teil 1 und 2 dabei waren, sehr flüssig und es kommt zu keinerlei Rucklern im Gameplay. Die Ladezeiten haben sich unserer Ansicht nach gegenüber dem Vorgänger verbessert. Auf der Xbox One X kann man sich die Xbox One X Enhancements herunterladen, die das Spiel optisch und technisch auf der stärkeren Konsole verbessern.


Knockout für CM Punk - er ist der Fighter mit den schlechtesten Stats des Spiels.

Die deutschen Kommentatoren wirken leider weiterhin etwas fremd und deplatziert, jedem UFC Fan würden wir raten, gleich auf Englisch umzustellen, um maximale Authenzität zu genießen. Wenn man UFC 2 jetzt nicht die gesamten 2 Jahre durchgespielt hat, wird man sicherlich auch Abwechslung bei den Ansagen bekommen. Dass sich hier und da Lines wiederholen, ist ja völlig normal. Es ist aber nicht so krass wie z.B. bei der WWE 2K Serie, wo man einige Sprüche nun schon seit Jahren mit sich trägt. Den Kommentar des Knockout-Modus übernimmt übrigens dieses Jahr niemand geringeres als Snoop Dogg.

Die Zuschauer sind auch auf dem Niveau des Vorgängers, brüllen Schlachtrufe, buhen, wenn ihnen der Kampf nicht zusagt – sehr realitätsnah.


Die Nummerngirls dürfen zwischen den Runden nicht fehlen.

Wie auch in den Vorgängern ist die Präsentation also eine große Stärke des Spiels – viel Spielraum hat man als Entwickler ja so oder so nicht, weshalb es jetzt schwierig ist zu sagen, dass sich hier so gut wie nichts getan hat. Der Sport ist und bleibt nun mal derselbe.

Die Karriere

Der Karrieremodus war im Vorgänger etwas enttäuschend. Nur wenig Tiefgang, so gut wie keinerlei Zwischensequenzen, nervige Minispiele, um den Fighter zu trainieren – da hatten wir uns mehr erwartet. In diesem Jahr verspricht EA uns eine Generalüberholung und diese ist ihnen auch wirklich gelungen.

In der neuen Karriere von UFC 3 kann man wieder zwischen weiblichen und männlichen Fightern wählen und zudem auch erneut echte UFC Stars importieren anstatt einen eigenen Fighter zu kreieren.


Vielleicht möchtet ihr ja die Karriere von CM Punk in der UFC in die Hand nehmen?

Anschließend arbeitet man sich in der Nahrungskette nach und nach nach oben mit dem Ziel, der „G.O.A.T“ = Greatest of all Time zu werden. Dies hängt dann natürlich etwas davon ab, wie ihr euch in der Karriere so schlagt. Verliert ihr viele Fights, ist der Aufstieg schwierig. Gewinnt ihr Kampf um Kampf, gewinnt ihr auch schnell an Ansehen und an lukrativen Plätzen auf der Fight Card.

Ihr nehmt anfangs ein Kampfangebot an und habt dann die Wahl, ins Training zu gehen. Je nachdem wie stark ihr euch seht, sind bis zu 4 Trainingswochen vor einem Fight einstellbar. Ihr könnt aber auch nur eine Woche trainieren, wenn ihr meint, dass euch das reicht. Jede Trainingswoche kostet auch Geld, ihr müsst also gucken, wie ihr mit den verdienten Moneten der Karriere haushaltet.


Eine Woche in eurer Karriere.

Beginnt ihr dann eine Trainingswoche vor dem Kampf, habt ihr im Gym einige Auswahlmöglichkeiten. Es gibt die Möglichkeit des einfachen Trainierens, des Lernens, der Eigenwerbung und des Sparrings. Um einen Trainingsplan erstellen zu können, wählt ihr eines von vielen verschiedenen Gyms aus, die allesamt andere Fokuspunkte haben. Es da Gyms zu jedem Kampfstil wie zum Beispiel Ringen, Jiu-Jitsu oder Kickboxen. Je nachdem wie ihr euren Fighter ausbilden wollt, solltet ihr euch also für das passende Gym entscheiden, um die passenden Techniken zu erlernen. Zur Ausführung der Aktivitäten stehen euch 100 Wochenpunkte zur Verfügung, die ihr dann auf die einzelnen Punkte verteilt.


Ein hart erkämpfter Sieg wird bejubelt.

Das einfache Training, das im Vorgänger etwas eintönig und zäh war, hat man in UFC 3 abgeändert. Es gibt hier nun keine langweiligen, immer gleichen Minispiele, wo ihr auf einen Boxsack einprügelt, mehr, sondern dieses Training wird einfach simuliert. Ihr wählt beispielsweise im Gym das Training aus, selektiert dann Clinch-Befreiungen und mit einem Klick verbessern sich die entsprechenden Statistiken eures Fighters. Klingt bezüglich der Interaktivität des Trainings natürlich deutlich reduzierter als zuvor, strafft die Karriere aber gut zusammen, da die Minispiele bei UFC 2 auf Dauer schon sehr gleich und zäh waren. Wir sehen hier eine deutliche Verbesserung im Spiel.


Videosequenzen lockern eure Karriere auf, hier UFC Minute.

Beim Menüpunkt „Lernen“ könnt ihr neue Techniken für euren Fighter erlernen. Ihr steigt dabei mit einem Trainingspartner ins Octagon und müsst gewisse Vorgaben erfüllen. Tut ihr dies, könnt ihr für euren Fighter im Anschluss neue Schläge oder Tritte ins Moveset aufnehmen.

Im Menüpunkt „Eigenwerbung“ macht ihr das, was der Menüpunkt schon sagt: ihr werbt für euch selbst. Dadurch steigert sich der Hype eures Kampfes und je höher dieser Hype ist, desto höhere Chancen auf mehr Geld und mehr Fans habt ihr. Setzt ihr zum Beispiel 70 euren 100 Wochenpunkte dafür ein, Motion Capture-Gespräche für ein Videospiel zu führen, steigt eure Beliebtheit und der Kampf-Hype. Dafür habt ihr aber auch nur noch 30 Punkte übrig, die ihr in Training investiert.

Last but not least gibt es den Menüpunkt „Sparring“. Dort steigt ihr mit einem Trainingspartner ins Octagon, der den Kampfstil eures kommenden Gegners simuliert, sodass ihr hier schon Taktiken für den Fight ausarbeiten könnt. Das wirkt sich auch auf eure Fitness aus. Kriegt ihr im Sparring nur auf die Mappe, sinkt diese, seid ihr im Sparring richtig gut, steigt diese an. Ihr solltet darauf achten, die Fitness nicht zu sehr absinken zu lassen, sie aber auch nicht überzustrapazieren, denn dann seid ihr am Ende übertrainiert, was auch nicht gut ist. Schaut also immer, dass die Fitness am Ende der Trainingswochen bei ca. 100% ist, dann seid ihr in Topform.


Kleinere Venues für die Fights vor eurem UFC Vertrag.

Habt ihr die Trainingswochen absolviert, geht es zum Fight ins Octagon. Anfangs tretet ihr noch an, um Dana White von euch zu überzeugen, später seid ihr halt Teil der UFC und müsst euch dort nach oben arbeiten, um eine Chance auf einen UFC PPV Fight und später auch UFC Titelkampf zu kriegen.

Die Karriere wird diesmal wieder durch viel mehr Videosequenzen erzählt. Diese waren im Vorgänger ja Mangelware, daran hat man gearbeitet und man kriegt wieder mehr zu sehen. Das lockert das ganze Spielerlebnis auf und die Karriere wirkt nicht mehr so dröge. Uns fiel beim Testen auch auf, dass man nicht mehr so schnell zum Ende kommt, weil der Fighter nicht mehr kann. Die Karriere ist also deutlich länger und abwechslungsreicher als im Vorgänger. Daumen hoch dafür!

UFC Ultimate Team

Der Ultimate Team Modus ist auch dieses Jahr wieder an Bord und sollte wirklich isoliert zum restlichen Spiel betrachtet werden. Das Konzept ist bekannt und darauf wollen wir auch gar nicht weiter eingehen. Wir haben seit wir die Testversion bekommen haben auch nicht viel Zeit in den Modus investiert, stellten aber durchaus fest, dass er „verseucht“ mit dem Lootbox-Glückssystem ist und der Fortschritt nur sehr zäh ist. Es gibt zwar etliche Möglichkeiten, dort „Geld“ zu verdienen, aber wirklicher Spielspaß wollte da bei uns nicht aufkommen. Wir wollen den Modus aber auch nicht durch die Bank schlechtreden, dazu haben wir ihn wirklich zu wenig gespielt. Es ist und bleibt aber nur ein Bonus für Fans solcher Spielmodi, die etwas einem „Free-to-play“ Mobile Game gleichen. Der Modus ist sowohl offline als auch online spielbar. Letztlich wird für den Fortschritt aber eine Onlineverbindung vorausgesetzt, ihr müsst allerdings nicht ständig gegen menschliche Gegner ins Octagon.


Ultimate Team ist und bleibt Geschmacksache.

Alles in allem ein Modus, an dem sich die Geister scheiden werden, den wir deshalb auch – wie bereits geschrieben – etwas isoliert betrachten wollen und der Fairness halber, da wir ihn nicht intensiv getestet haben, auch nicht voll in die Wertung einfließen lassen.

Ausführliches Fazit

Wir werteten UFC 1 und UFC 2 damals mit 8.3 / 10 Punkten und gaben UFC 2 trotz Verbesserungen wegen der sehr abgespeckten und kurzen Karriere keine Aufwertung gegenüber UFC 1. Dies wollen wir bei UFC 3 nun ändern, denn man hat sich bei EA der Kritik angenommen und die Generalüberholung der Karriere tut dem Spiel gerade für Einzelspieler richtig gut.

Die restlichen Verbesserungen verstecken sich eher im Detail durch Modi wie Stand and Bang und Tweaks am Gameplay, die den Fight im Octagon authentischer machen sollen.

Zusammengefasst: UFC Fans sollten sich das Spiel nicht entgehen lassen, etwas besseres gibt es auf dem Markt ja derzeit so oder so nicht. 


Cover-Star Conor McGregor beim Einzug.

 

Vor allem die generalüberholte Karriere lässt UFC 3 zum besten Ableger der Serie werden. Im Octagon ist und bleibt das Spiel so oder so über jeden Zweifel erhaben. Wenn EA zudem weiterhin so fleißig an Verbesserungen auf Basis von Feedback arbeitet wie bei den Vorgängern, haben wir hier in den nächsten Monaten viel zu erleben.
Gameplay
8
Präsentation
9
Umfang
9
8.7
  • TV-reife Präsentation
  • starke Grafik mit tollen Animationen
  • forderndes Gameplay
  • generalüberholter Karrieremodus
  • große Auswahl an Fightern
  • nette neue Modi wie Stand and Bang
  • KO-Modus weiterhin großer Spaß auf dem heimischen Sofa
  • Ultimate Team
  • Xbox One X Enhancements
  • am Glücksspiel des Ultimate Team scheiden sich die Geister
  • KI wirkt in manchen Belangen bevorteilt
  • Balance zwischen Schwierigkeit leicht und normal etwas unausgewogen
  • erneut kleinere Slowdowns bei Kamerablenden zu Beginn
4. Februar 2018 - 10:44 Uhr | Daniel E-Mail