WWE 2K16:Aufgewärmt und durchgekaut - Test zur PS3-Version

PS3 Review

Vorab: Entgegen der Verpackungsaussage spielt sich WWE 2K16 nicht flüssiger, besser, anders als seine Vorgänger auf der PS3. Ob die Verpackung nun auf die PS4 / Xbox One geprägt und nicht umgeschrieben wurde, können wir nicht sagen. Dass die Last Gens keine Liebe mehr erfahren dürften, wird aber wohl niemanden mehr überraschen.

50 Wege zum Ruhm

Der Exibition Mode wird wohl wie in jedem Jahr der Modus sein, den die Zocker am häufigsten nutzen werden. Hier lasst ihr es in 50 verschiedenen Matcharten krachen. Das Roster ist laut Verpackung "das größte der WWE Videospielgeschichte" und umfasst neben den 120 männlichen Gladiatoren, 13 Diven und 17 Manager. Leider sind darunter nicht wenige Wrestler, die häufiger als nur ein Mal auftauchen. So spielen wir Big Show und Paul Wight, die verschiedenen Persönlichkeiten Mick Foleys – ohne Foley selbst – drei unterschiedliche Triple H, Undertaker und Sting sowie je zwei Mal The Rock, Kane und die immens wichtigen Mark Henry und William Regal. Den Vogel schießt allerdings Aushängeschild Stone Cold Steve Austin ab, von denen ihr gleich fünf verschiedene Exemplare nutzen könnt. Bei einigen Charakteren versteht man das sehr gut, denn das Moveset der unterschiedlichen Ausgaben ist spürbar anders ausgefallen oder die Wrestler selbst unterscheiden sich deutlich von ihren „Weiterentwicklungen“. Bei den meisten jedoch muss man sich fragen, ob nicht vielleicht doch einfach eine weitere Kleidungsoption ausgereicht hätte? Nein, natürlich würde das nicht reichen, denn wie sonst soll man bitte das größte Roster der WWE-Videospielgeschichte erreichen?! Und 150 Charaktere ist natürlich auch eine viel schönere, runde Zahl.

Austin! Austin! Au-u-ustin!

Stone Cold Steve Austin ziert nicht nur das Cover der aktuellen Spieleausgabe, er ist auch der (fast) einzig spielbare Charakter des Showcase Modus. Freunde der 2K14-Version, in der man sich durch die größten Wrestlemania-Moments kämpfen durfte, werden sich bereits in 2K15 sehnsüchtig an den Abwechslungsreichtum zurückerinnert haben. Im vergangenen Jahr war man dann auf vier Wrestler beschränkt und bereits damals wurde das Spiel sehr schnell sehr langweilig. Dies wurde nun auf die Spitze getrieben,denn bis auf einen verloren wirkenden, kurzen Augenblick, in dem wir Kane spielen dürfen, heißt es ausschließlich: Treten und schlagen, Lou-Thesz-Press, Kick und STUNNER! In den 29 Matches, inklusive aller Bonuskämpfe, müssen wir altbekannte Quicktime-Events und Zwischensequenzen bestehen, um Wrestler, Videos und Bilder freizuschalten (von denen das Spiel so begeistert ist, dass es eine Trophäe gibt, wenn man sich alle davon erneut anschaut - naja). Wer das Spiel im vollen Maße genießen will,darf sich also einige Stunden durch Szenen kämpfen und diese nachspielen,die wir bereits zur Genüge kennen sollten. Sicherlich wird es aber da draußen nicht wenige geben, die genau das gerne machen. Bevor ihr den Showcase spielt, solltet ihr übrigens in den Optionen vorbeischauen. Denn das Blut ist standardmäßig ausgestellt, was in vielen blutüberströmten Showcase-Matches unfreiwillig komisch wirkt, sobald die Realvideos einsetzen.

And that's the bottom line...

Mehr gibt es im Grunde nicht zu dem Spiel zu berichten. Denn alle Matches und Optionen spielen und bedienen sich wie in den beiden Vorgängern. Ihr kreiert gewohnt Wrestler (meistens die, die es nicht ins Spiel geschafft haben), Arenen, Gürtel, Move-Sets und Entrances sowie Logos. Ihr erstellt und spielt euer eigenes WWE-Universum oder bezwingt online Fremde wie Freunde und ladet erstellte Inhalte der Community runter. Da die besten Bastler aber wohl bereits auf die Current Gen gewechselt sein dürften, ist die Qualität der CAW bisher eher durchschnittlich. Aber immerhin bekommt der Spieler auf Xbox 360 und PlayStation 3 im Gegensatz zu Xbox One und PlayStation 4 wieder die Möglichkeit eigene Musiken ins Spiel einzubinden, was die erstellten Superstars zumindest etwas authentischer macht und was komischerweise aus WWE 2K15 gestrichen wurde.

Fazit

WWE 2K16 braucht wohl niemand wirklich, der nicht zwingend das neueste Spiel zur WWE haben MUSS. Das Spiel an sich macht durchaus gewohnt Spaß, wenn man es mit Freunden an einer Konsole zocken kann. Doch da es nirgendwo zugelegt hat, was die beiden Vorgänger nicht eh schon konnten, sehe ich keinen Kaufgrund. Die Legenden, die man nun neu im Spiel hat (z.B.: Vader, Lex Luger oder Ken Shamrock), konnte man sich bereits vorher selber erstellen oder sie als DLC laden. Zumal die grafischen Schwächen, die wir aus den Vorgängern kennen, bleiben ebenso bestehen blieben: das ein oder andere „Knautschgesicht“ erinnert einfach nicht an das Original. Tonfehler und sich wiederholende Moderatoren, Glitches und zahlreiche heftige Ruckler, sobald man einen selbsterstellten Kämpfer in den Ring jagt, können einem den Spaß vermiesen, den man mit dem Spiel aber dennoch haben kann. Fairerweise muss ich aber sagen, dass wir im diesjährigen Showcase mehr Spaß hatten als in 2K15, was an den meist lieblos ausgewählten Matches des Vorgängers lag. Wer mit 2K15 Spaß hatte, obwohl 2K14 bereits im Schrank stand, der wird auch mit 2K16 nichts verkehrt machen.

WWE 2K16 ist auf der PlayStation 3 und Xbox 360 nicht mehr als ein Upgrade auf aktuellen Roster-Stand. Spielerisch entwickelt sich hier seit WWE 2K14 nichts weiter. Man kann das ja irgendwo auch verstehen, dass der Fokus auf den aktuellen Konsolen liegt und die alte Generation so langsam ausstirbt. Etwas mehr Fortschritt dürfte es dennoch sein - oder zumindest dann ein fairerer Preis oder das Spiel eben nur als Update für die letztjährige Fassung.
Gameplay
7
Präsentation
5
Umfang
7
6.5
  • leicht zu erlernen
  • Veteranen der Serie kommen sofort zurecht
  • ansprechendes und großes Roster
  • weniger Glitches als im Vorgänger
  • große Matchauswahl
  • Einbindung eigener Musiken für erstellte Superstars wieder da
  • keinerlei Neuerungen beim Gameplay
  • Upgrade zum Vollpreis plus Season Pass
  • relativ eintöniger Showcase
  • kein Ersatz für den fehlenden MyCareer Modus
17. November 2015 - 18:56 Uhr | Daniel E-Mail